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Aufteilung der Versicherungen : Bei der Scheidung geht es jetzt ums Geld

Bei ihm könnte eine Versorgungslücke entstehen

Da sie keinen privaten Rentenversicherungsvertrag besitzt, könnte bei ihm nun eine Versorgungslücke entstehen. „Weil für den Ehemann nun ein etwas geringerer Anspruch besteht, könnte es notwendig sein, dass er seine ergänzende Altersvorsorge aufstockt“, sagt Miriam Michelsen, Leiterin Vorsorge des Finanzvertriebs MLP. Das aber muss sie nach allem, was passiert ist, wirklich nicht mehr kümmern.

Anders als seine betriebliche Altersversorgung (die Rentenansprüche beinhaltet) fällt Marie Küsters Lebensversicherung unter die Regelungen des Zugewinnausgleichs, so dass sie gegen andere Vermögenswerte verrechnet werden kann. Weil die Scheidung sie dazu zwingt, über den Ausgleich nachzudenken, hat sie sich ihren Vertrag noch einmal genauer angesehen. Sie hat ihn mitten in der Hochzinsphase abgeschlossen, so dass der Versicherer ihr jährlich eine Garantie von 4 Prozent zugesprochen hat.

„Besser kann man Vermögenswerte nicht vernichten“

Was das wert war, zeigt sich in der derzeitigen Niedrigzinsphase: Obwohl durchschnittlich nur noch eine jährliche Verzinsung von 3,4 Prozent erreicht wird, stehen Marie ihre vereinbarten 4 Prozent weiterhin zu. Für die Jahre ihrer Ehe steht nun aber auch Markus die Hälfte des Zugewinns zu. So sehr die Zuneigung des früheren Ehepaares auch abgekühlt ist, in diesen Fragen sollten sie sich aber noch einmal zusammenraufen, rät der unabhängige Finanzfachmann Yan Steinschen. „Klagt ein Partner auf Versorgungsausgleich, wird es teuer“, sagt er.

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Zur Vollansicht bitte das Bild anklicken. : Bild: Kircher Burkhardt

„Besser kann man Vermögenswerte nicht vernichten.“ Wenn man die Vorsorgeverträge aufteile, müsse es immer darum gehen, am Ende nur wenige verstehbare Verträge übrig zu behalten. Werde die Lebensversicherung in zwei einzelne Verträge aufgeteilt, sei der mit der geringeren Versicherungssumme zu unattraktiv. Zudem fiele für sie die Summe – sie hätte also anteilsmäßig eine zu hohe Provision für den Abschluss gezahlt. „Geht der Rosenkrieg los, gewinnen nur die Anwälte“, sagt Steinschen aus seiner Beratungserfahrung.

Auch Risikolebensversicherung und Haftpflicht müssen angepasst werden

Durch diesen Ratschlag ist Marie Küster motiviert, zumindest in dieser Frage nach einem Konsens mit Markus zu suchen. Dass nur wegen seiner dusseligen Affäre Geld vernichtet oder damit gar Anwaltskanzleien subventioniert werden sollen, darin kann sie nun wirklich keinen Sinn erkennen. „Das Familiengericht kann Individualvereinbarungen zustimmen, wenn es von beiden so gewünscht ist“, sagt Miriam Michelsen von MLP.

Um eines aber kommen beide Ex-Partner nicht herum: Auch ihre anderen Versicherungsverträge müssen sie einmal überprüfen. Ihre Risikolebensversicherung muss angepasst werden, weil Markus nicht mehr der Begünstigte bleiben soll. Statt eines gemeinsamen Haftpflichtvertrags müssen sie nun beide eine separate Police abschließen.

Die Single-Deckung kostet etwa 10 bis 15 Euro im Jahr weniger als der Familienvertrag, was in der Summe also auch teurer wird. Keinen Anpassungsbedarf gibt es bei der gesetzlichen Krankenversicherung und der Autoversicherung, die auf das jeweilige Auto weiterläuft. Lange hat sich Marie Küster gesträubt, mit ihren Nachbarn übers Geld zu reden. Jetzt aber fühlt sie sich so informiert, dass sie Begegnungen auf der Straße nicht mehr scheut.

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