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Kleinkindbetreuung : Teure Krippen, billige Krippen

Richtig teuer wird es für Familie Frisch in Köln, sollte Friedolin von einer Tagesmutter oder einem Tagesvater betreut werden. Die Stundensätze je Kind liegen in der Regel zwischen 6 und 8 Euro, wie die Fröbel-Gruppe, die in vielen Kölner Stadtteilen die Tagesmütter-Vermittlung managt, berichtet. Wie viel davon die Eltern selbst tragen müssen, ist schwer durchschaubar: Einerseits subventioniert die Stadt die Eltern bei der Bezahlung der Tagesmutter, andererseits aber streicht sie zusätzlich einen nach Einkommen gestaffelten Monatsbeitrag für die Tagespflege ein. Basierend auf den von der Fröbel-Gruppe geschätzten durchschnittlichen Stundensätzen müssten Friedolins Eltern zwischen 824,80 und 1214,75 Euro monatlich für eine Tagesmutter berappen, je nachdem, ob man von einem Stundensatz von 6 oder 8 Euro ausgeht. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen den einzelnen Städten am deutlichsten: Selbst der Betrag am unteren Ende ist in Köln mehr als viermal so hoch wie in Frankfurt.

Viele Ermäßigungen für Familien mit geringeren Einkommen

Familie Frisch ist nur ein Fall von vielen. Ein Fall, der vor allem auf besser verdienende Eltern mit einem hohen Betreuungsbedarf angewendet werden kann. In der Realität müssen zahlreiche Haushalte mit einem deutlich geringeren Einkommen wirtschaften; zudem lassen auch viele Eltern ihre Kinder weniger als 45 Stunden in der Woche betreuen. Für all diese Fälle hat jede Stadt ihre eigenen Ermäßigungssysteme, die dazu führen können, dass die Reihenfolge von billig zu teuer gehörig durcheinandergewürfelt werden kann. Selbst das Essensgeld, das im Einzelfall verlangt wird, kann stark variieren; etwa wenn eine Kita eigens einen Koch oder eine Köchin anstellt und/oder Biokost für die Kinder zubereitet.

Festzuhalten bleibt: Die Auswirkungen der Kinderbetreuung aufs Portemonnaie hängen stark davon ab, wo man wohnt. Aber eben nicht nur. Es lohnt sich für Eltern zu recherchieren, ob in ihrer Stadt manche Betreuungsformen günstiger sind als andere. Das Jugendamt der Stadt Köln übrigens hat schon erkannt, dass der eklatante Unterschied zwischen den Tagesmütter- und Kitapreisen nicht unbedingt eine Lösung auf Dauer ist. Oder mit den Worten des stellvertretenden Jugendamtsleiters Klaus-Peter Völlmecke: „Wir versuchen gemeinsam mit der Politik auf ein neues System zu kommen, in dem die Belastung für Eltern künftig geringer wird, wenn sie ihr Kind bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater haben.“

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