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Kleinkindbetreuung : Teure Krippen, billige Krippen

In Frankfurt, Hamburg und Berlin gibt es Einheitspreise

In Frankfurt ist die Sache für Familie Frisch ganz leicht: Friedolins Eltern zahlen immer den gleichen Betrag, egal für welche Betreuungsform sie sich entscheiden:  Ein städtischer Krippenplatz kostet 198 Euro, eine von der Stadt vermittelte Tagesmutter 198 Euro und ein Kitaplatz der etwa von der Kirche, der Arbeiterwohlfahrt oder einem sonstigen geförderten Träger angeboten wird ebenfalls 198 Euro. Essensgeld ist in diesem Preis jeweils nicht enthalten.

In Hamburg und Berlin sind die Systeme ebenfalls nicht besonders schwer zu durchschauen; ähnlich wie in Frankfurt zahlt die Familie Frisch in diesen beiden Städten den gleichen Preis für alle Betreuungsformen – es ist also egal, ob Friedolin in eine städtische Krippe geht, in eine Krippe eines von der Stadt geförderten gemeinnützigen Trägers oder ob er von einer Tagesmutter betreut wird. Friedolins Betreuungsplatz ist jedoch in beiden Städten deutlich teurer als in Frankfurt: In Hamburg zahlt die Familie Frisch 396 Euro monatlich, in Berlin 395 Euro, egal für welche Betreuungsform sie sich entscheidet.

In München ist die Tagesmutter günstiger

In München dagegen gibt es nur für die städtischen Einrichtungen einen Pauschalpreis: 397 Euro muss Familie Frisch für einen städtischen Platz ausgeben und damit einen ähnlichen Betrag wie in Hamburg und Berlin. Bei den nicht-städtischen, aber geförderten Kitas variieren die Preise nicht nur von Träger zu Träger, sondern teilweise sogar von Einrichtung zu Einrichtung. Beispiel katholische Kirche: Sie betreibt nach Aussage der Caritas rund 100 Krippen in der bayrischen Landeshauptstadt. Doch der Beitrag den jede einzelne katholische Einrichtung in München von Friedolins Eltern verlangt, ist überall unterschiedlich. Beruhigend allerdings: Über den Preis des städtischen Krippenplatzes geht die katholische Kirche selten hinaus; sie macht Eltern eher dann und wann günstigere Angebote.

Die Kosten für eine städtisch vermittelte Tagesmutter in München wiederum hängen vom Nettoeinkommen der Familie ab sowie von so genannten „berücksichtigungsfähigen Belastungen“ wie Miete oder Versicherungen. Einzige Richtschnur: Es gibt einen Maximalbetrag von 1,69 Euro je Betreuungsstunde, der nicht überschritten werden darf. So kommt Familie Frisch keinesfalls auf mehr als 330 Euro monatliche Kosten für eine Tagesmutter. Fazit: Der Höchstbetrag für die Tagesmutter ist in München also etwas geringer als der für einen städtischen Krippenplatz.

In Köln ist der Krippenplatz billiger

In Köln dagegen ist die Sache genau umgekehrt: Friedolins Eltern können sich glücklich schätzen, wenn sie einen Krippenplatz ergattern. Denn der ist hier relativ günstig zu haben, während die Preise für Tagesmütter oder –väter durch die Decke gehen; jedenfalls dann, wenn die Eltern relativ viel verdienen. Städtische Kitas bieten in Köln für die Einkommensgruppe von Familie Frisch einen Platz für 341,07 Euro (ohne Essensgeld) an. Für die nicht-städtischen Einrichtungen gibt es zwar keine einheitlichen Preise; doch ergab eine kleine Umfrage unter von der Stadt geförderten Trägern, dass sich eine Vielzahl an Einrichtungen dem städtischen Höchstsatz von 341,07 Euro angeschlossen hat, so etwa der evangelische Kita- und Trägerverbund Südost oder die Arbeiterwohlfahrt. Auch falls Friedolin bei der gemeinnützigen Fröbel-Gruppe, die in Köln 24 Kitas betreibt, betreut würde, kostete das Friedolins Eltern 341,07 Euro.

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