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Der Steuertipp : Gibt es auch für Kinder im Masterstudium Geld?

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Für Familien mit Kindern ist jeder Euro in der Haushaltskasse willkommen, wie das monatliche Kindergeld, das Eltern bei der Familienkasse beantragen können Bild: AP

Für Familien mit Kindern ist das monatliche Kindergeld in der Haushaltskasse immer willkommen. Wie lange hat man aber Anspruch darauf?

          Für Familien mit Kindern ist jeder Euro in der Haushaltskasse willkommen, wie das monatliche Kindergeld, das Eltern bei der Familienkasse beantragen können. Der Anspruch besteht auch bei Kindern bis zum vollendeten 25. Lebensjahr, die sich in einer sogenannten Erstausbildung befinden. Das gilt unabhängig von Erwerbs- oder Einkunftsgrenzen.

          Ein sich an einen Bachelor anschließender, zeitlich und inhaltlich auf dem Bachelorstudiengang aufbauender Masterstudiengang zählt für Zwecke des Kindergeldes zur Erstausbildung. Für einen zeitlichen Zusammenhang muss das Masterstudium zum nächstmöglichen Zeitpunkt aufgenommen werden. Eine zeitliche Lücke, die allein auf objektiv organisatorische Gründe im Studienablauf zurückzuführen ist, ist regelmäßig unschädlich.

          Unschädlich für den zeitlichen Zusammenhang ist laut einem aktuellen Urteil des Finanzgerichts (FG) Münster vom 31. Oktober 2018 (7 K 1015/18 Kg) auch eine verspätete Anzeige des Masterstudiums bei der Familienkasse. So könne die Familienkasse das Kindergeld nicht einfach versagen, wenn die beabsichtigte Fortsetzung einer Ausbildung (zum Beispiel ein Masterstudium) nicht direkt im Monat nach Abschluss des Bachelorstudiums angezeigt wird. Vielmehr wird auf eine glaubhafte Absicht abgestellt, dass das Studium fortgesetzt wird.

          Bei einer Ablehnung können sich die Eltern auf das positive Urteil des FG Münster berufen, dessen Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen wurde. Um kein Kindergeld zu verschenken, sollte die Anzeige bei der Familienkasse jedoch immer zeitnah eingereicht werden. Ebenso ist anzuraten, das angestrebte Berufsziel zu konkretisieren und zu dokumentieren, dass etwaige einzelne Abschnitte Teil des angestrebten Berufsziels und damit der Erstausbildung sind.

          Für die Anzeige reicht regelmäßig der Nachweis einer Immatrikulationsbescheinigung aus. In Einzelfällen oder auch bei unregelmäßiger Präsenz an der Ausbildungsstätte, wie bei einem Fernstudium, kann die Familienkasse auch die Vorlage von Leistungsnachweisen (zum Beispiel sogenannte „Scheine“) oder das Einreichen von Arbeiten zur Kontrolle verlangen.

          Die Autorin ist Steuerberaterin und Partnerin bei EY.

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