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Streitpunkt Geld : Für wen sich ein Ehevertrag lohnt

Ob es mit Vertrag noch so schön wird, mag man bezweifeln. Aber die Scheidung tut womöglich weniger weh. Bild: dpa

Nicht jeder braucht einen Ehevertrag. Wer aber weiß, dass er mehr verdienen wird, sollte dies für den Fall eines Falles in Erwägung ziehen.

          Jede dritte Ehe wird geschieden. Gut möglich also, dass es gutgeht; aber in einem von drei Fällen ist es aller Erfahrung nach vorbei, bevor der Tod die Ehepartner scheidet. Wenn die Gemeinsamkeiten enden, wird oft über das liebe Geld gestritten. Oder der gesetzliche Vermögensausgleich wird als ungerecht empfunden.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kann ein Ehevertrag dagegen helfen? Ja, sich allerdings nach dem Scheitern der Ehe auf anderes als die gesetzlich vorgesehene „Zugewinngemeinschaft“ zu verständigen, gelingt den wenigsten. Ein Ehevertrag sollte also vor dem Gang zum Standesamt beim Notar geschlossen werden, mag das auch noch so unromantisch klingen.

          Aber braucht jede und jeder einen Ehevertrag? Nein, aber man sollte die Rechtslage kennen, falls es keinen Ehevertrag gibt. „Zugewinngemeinschaft“ bedeutet: Der Vermögenszuwachs, der sich nach der Eheschließung bei beiden Partnern eingestellt hat, wird mit Scheidung der Ehe geteilt.

          Der Gewinner verliert

          Beide Partner, vor allem der reichere, sollten also zunächst ein Interesse daran haben, festzuhalten, wie viel sie am Tag der Hochzeit besitzen. Erbschaften und Schenkungen von Dritten, die während der Ehe erfolgen, sollte man auch dokumentieren. Denn sie können dem Anfangsvermögen zugerechnet werden und fallen damit nicht unter den „Zugewinn“.

          Wenn das Gericht zum Stichtag, an dem der Scheidungsantrag zugestellt ist, das Endvermögen beider Ehepartner feststellt, wird abgerechnet: Wer hat seit Eheschließung vor dem Standesamt wie viel an Vermögen hinzugewonnen? Wer während der Ehe mehr erwirtschaftet hat, muss dem Partner so viel ausgleichen, dass der Zugewinn beider gleich groß ist.

          Der Partner, der während der Ehe absehbar weniger verdienen wird, etwa weil er oder sie sich mehr um die Kinder kümmern will, hat also eher kein Interesse an einem Ehevertrag, der die Zugewinngemeinschaft abschwächt. Wer indes der Mehrverdiener ist, besser mit Geld umzugehen glaubt, kurzum, wer denkt, sein persönliches Vermögen während der Ehe mehr zu steigern als der Partner, sollte einen Ehevertrag erwägen.

          Für den, der ein Unternehmen mit in die Ehe bringt oder es zu gründen plant, erscheint ein Ehevertrag fast zwingend. Denn wenn das Gericht feststellt, dass der Wert des Unternehmens am Ende der Ehe höher ist als am Anfang, hat der Partner ein Recht auf Ausgleich. Wenn dann nahezu das ganze Geld in der Firma steckt, bleibt oft nichts anderes, als das Unternehmen zu verkaufen. In einem Ehevertrag ließen sich dagegen bestimmte Güter wie ein Betrieb und die damit während der Ehe erwirtschafteten Gewinne vom Zugewinn ausklammern.

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