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Peter Maier baut ein Haus (1) : Der Weg zum eigenen Heim

Bild: Kircher Burkhardt, Bernd Helfert

Peter Maier und seine Freundin Eva Engel wollen ein eigenes Haus. Ein Grundstück in Kelkheim-Hornau hat Peter von seiner Oma geerbt. Nun kann das Paar mit der Planung loslegen.

          Oma Hildegard war immer ein großer Fan von Popmusik gewesen. „Stairway to Heaven“, eines ihrer Lieblingslieder, haben sie gespielt während der Beerdigung, und Peter Maier* musste einmal mehr daran denken, als er gerade ihr Bild auf dem Wohnzimmerschrank anblickte. Da klingelte das Telefon. „Hi Mama.“ - „Hallo Peter.“ - „Was gibt's?“ - „Kannst du mit Eva heute Abend kurz bei uns vorbeikommen? Wir würden euch gerne etwas sehr Wichtiges sagen.“

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Gegen sieben Uhr saßen alle vier um den Küchentisch. Hubert Maier fiel direkt mit der Tür ins Haus: „Peter, deine Oma hat dir ein Grundstück vererbt.“ - „Wie bitte?“ - „Sie wollte, dass du das erst erfährst, nachdem sie gestorben ist.“ Staunen. Peter Maier wusste überhaupt nicht, dass Oma Hildegard einen größeren Vermögenswert besaß, sie bewohnte eine kleine Mietswohnung - sei's drum. Er dachte kurz nach. „Und was ist mit euch?“ - „Wir haben ja unser Haus“, sagte Hubert Maier. „Deine Oma hat deswegen mit uns darüber gesprochen, dass du das Grundstück bekommen sollst. Sie wusste ja, dass ihr gerne mal in den eigenen vier Wänden wohnen würdet, gerade weil ihr ja nicht zu zweit bleiben werdet.“ Peter Maier musste schmunzeln. Oma Hildegard hatte sich riesig gefreut, als Eva und er ihr erzählten, dass Nachwuchs unterwegs ist. Auf dem Heimweg redeten die beiden nur darüber. Ein eigenes Haus mit eigenem Garten wäre wirklich toll, stimmten sie überein. Aber geht das mit momentan nur einem Gehalt? Und der Schwangerschaft im siebten Monat?

          „Müssen wir das geerbte Grundstück versteuern?“

          Immerhin zweifelte Peter Maier nicht daran, dass sein Arbeitsplatz sicher ist. Der 32 Jahre alte Ingenieur gehört zum Entwicklerteam der Autoantriebs AG, die viel Geschäft in der ganzen Welt macht, vor allem auch in China. Dort ist die Nachfrage nach deutschen Autos groß, las er erst gestern wieder in seiner Tageszeitung. Aber so ein Hausbau ist natürlich nicht ohne, eine Lebensentscheidung, die man nicht nebenher beim Fußballgucken trifft. „Lass uns da mal lieber ein paar Nächte drüber schlafen“, sagte Eva zu Peter. „Ja, da sollten wir wirklich nichts übers Knie brechen“, antwortete Peter.

          Am nächsten Morgen lag Post vom Nachlassgericht im Briefkasten. „Da steht drin, wann Testamentseröffnung ist“, sagte Peter zu Eva. Die beiden hatten Glück, denn Oma Hildegard hatte die ganze Grundstücksübergabe offenbar wirklich sehr gut geplant. Sie hatte ihren einzigen Enkel zum Alleinerben erklärt und außerdem bereits ein notariell beglaubigtes Testament erstellen lassen. 500 Euro hatte das gekostet - weil das Grundstück etwa 250.000 Euro wert ist. Aber dadurch mussten Peter Maier und Eva Engel nun nur die Gerichtsgebühr von gut 200 Euro bezahlen. Sonst wären noch einmal ungefähr 500 Euro für einen Erbschein fällig geworden, den sie gebraucht hätten, um im Grundbuch eingetragen zu werden. Das wäre zeitlich ziemlich aufwendig gewesen, aber natürlich auch kein Beinbruch. „Müssen wir das geerbte Grundstück eigentlich versteuern", fragte Eva. „Weiß ich nicht“, sagte Peter, „ich rufe mal Felix an.“

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