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Auslandskrankenversicherung : Sinnvoller Schutz für einen sorglosen Urlaub

Hochgefährlich: Stiere in der Menschenmenge im spanischen Pamplona

Hochgefährlich: Stiere in der Menschenmenge im spanischen Pamplona Bild: AFP

Falls Ferienreisenden etwas im Ausland passiert, bieten die heimischen Krankenkassen nur einen Grundversicherungsschutz. Mit Zusatzversicherungen können sich Urlauber gegen das Risiko höherer Kosten absichern.

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          Ob rutschige Fliesen am Pool oder Salmonellen im Frühstücksei - selbst im schönsten Urlaub kann mal etwas passieren. Gesetzlich Versicherte genießen in so einem Fall einen Grundversicherungsschutz in allen Ländern, mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat. In 40 Staaten, vor allem innerhalb der EU, ist die medizinische Versorgung damit erst einmal abgesichert. Die Krankenkassen bieten zudem die sogenannte Europäische Gesundheitskarte (EHIC) an. Über diese können Arztbesuche im europäischen Ausland abgerechnet werden. Für Leistungen, die über die Grundversorgung hinaus gehen, müssen Urlauber jedoch selbst aufkommen.

          Weil das schnell teuer werden kann, raten Experten zu einer Auslandskrankenversicherung. „Um sich gegen die finanziellen Risiken in Zusammenhang mit einer ärztlichen Behandlung im Ausland abzusichern, ist eine Zusatzversicherung sinnvoll“, sagt Betina Chill von der Stiftung Warentest. Diese Zusatzversicherungen kosten für Einzelpersonen zum Teil weniger als 10 Euro im Jahr. Familien bekommen schon für etwa 20 Euro Versicherungsschutz. Zu den versicherten Leistungen zählen die Arztbehandlungen, verordnete Arznei- sowie Hilfsmittel, Krankenhausaufenthalte und Rücktransporte nach Deutschland.

          Gerade diese Rücktransporte sind im Fall des Falles oft der größte Kostentreiber. Für einen Rückflug mit medizinischer Betreuung kommen ohne Zusatzversicherung weder gesetzliche noch private Krankenversicherungen auf. Doch auch die Leistungen, die über die Grundversorgung hinausgehen, können sich aufsummieren - vor allem, weil die medizinischen Standards europaweit nicht einheitlich sind, und Behandlungen im Ausland möglicherweise schlechter ausfallen.

          Behandlung oft nur gegen Barzahlung

          „Urlauber werden im Ausland so behandelt als wären sie gesetzlich versicherte Inländer“, sagt Katharina Lawrence von der Verbraucherzentrale Hessen. Touristen werden zudem oft nur gegen Barzahlung behandelt und müssen in Vorkasse gehen. Die Rechnung können Urlauber zwar bei ihrer heimischen Versicherung einreichen und erstatten lassen. Sie bleiben aber im Zweifel auf einem Teil der Kosten sitzen, wenn diese den Regelsatz überschreiten.

          Dieses Risiko können Zusatzversicherungen auffangen. Sie decken in der Regel Reisen bis zu einer Dauer von sechs oder acht Wochen ab. Der Versicherungsschutz beginnt üblicherweise, wenn Urlauber die Grenze überschreiten und endet mit der Rückkehr in die Heimat. „Die Versicherung ist das ganze Jahr gültig, auch wenn man mehrmals für ein oder zwei Wochen in den Urlaub fährt. Es muss nur die maximale Dauer je Reise beachtet werden“, sagt die Versicherungsexpertin. Für längere Auslandsaufenthalte während des Studiums oder für den Beruf sind spezielle Verträge nötig.

          In der genauen Ausgestaltung der Tarife unterscheiden sich die Versicherer teils deutlich. Verbraucher sollten deshalb mehrere Angebote einholen. Vergleichsportale im Internet helfen, die Policen zu vergleichen. Bei der Stiftung Warentest können Benutzer für 2,50 Euro mit Hilfe einer interaktiven Tabelle aus 47 Tarifen den besten wählen. Im Internet gibt es auch viele kostenlose Übersichten von Versicherungspolicen wie reiseversicherung.com oder reisepolice.com. Weil solche Seiten oft von Versicherungsmaklern betrieben werden, die für ihre Vermittlung Provisionen kassieren, raten Verbraucherschützer jedoch, auch selbst zu vergleichen.

          Vorher Kontakt mit Versicherung aufnehmen

          Dabei sollten Urlauber nicht nur auf den Preis achten. Denn günstige Versicherungen decken im Zweifel nur das medizinisch Notwendige ab. So wird der Urlauber möglicherweise nicht nach Hause transportiert, wenn eine stabile medizinische Versorgung gewährleistet werden kann. Oder die Kosten werden nur innerhalb der vertraglich vereinbarten Leistungsfrist, also während des Urlaubs übernommen. In so einem Fall kann ein Krankenhausaufenthalt über die eigentliche Urlaubszeit hinaus schnell zu einem finanziellen Risiko werden - auch mit Versicherung.

          Darüber hinaus verstecken sich im Kleingedruckten manchmal Klauseln, die den Versicherungsschutz für bestimmte Personen einschränken. „Bei einigen Familienversicherungen sind Kinder nur bis zum Alter von 17 Jahren mitversichert. Wer Angebote vergleicht, sollte also auf die Altersgrenzen achten“, sagt Lawrence. Weiterhin müssen Schwangere und chronisch Kranke aufpassen, was für eine Versicherung sie abschließen. Denn nicht alle decken beispielsweise das Risiko einer Frühgeburt oder die medizinische Versorgung einer chronischen Erkrankung ab. Vorsicht ist auch bei Reisen in Unruheländer geboten. Sogenannte Kriegsklauseln knüpfen den Versicherungsschutz an Empfehlungen des Auswärtigen Amtes. Die Policen von Urlaubern, die entgegen einer Warnung in ein Krisengebiet reisen, werden ungültig und es besteht kein Versicherungsschutz.

          Vor allem bei Reisen außerhalb Europas ist es daher sinnvoll, vorher Kontakt mit der Versicherung aufzunehmen. Dann können Urlauber abklären, welche Leistungen inbegriffen sind und welche Belege anerkannt werden. So können sie sich im Fall des Falles darauf konzentrieren wieder gesund zu werden - und nicht auf ihre Finanzen.

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