https://www.faz.net/-gv6-15yts

Mehr als 6000 Punkte : Lockere Geldpolitik treibt den Dax Richtung Jahreshoch

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Der Dax hat am Mittwoch die Marke von 6000 Punkten erstmals seit Januar wieder überwunden. Damit rückt das Jahreshoch von 6094 Punkten in Reichweite. „Die Rahmenbedingungen stimmen gerade,“ heißt es.

          4 Min.

          Beflügelt von einem günstigen konjunkturellen Umfeld hat der Dax erstmals seit Mitte Januar die Marke von 6000 Punkten überschritten. Der Leitindex kletterte am Mittwoch um 0,9 Prozent auf 6024 Zähler. Für den MDax ging es um 1,1 Prozent auf 8016 Punkte nach oben. Der TecDax stieg um 0,1 Prozent auf 831 Punkte.

          „Die allgemeinen Rahmenbedingungen finden bei den Anlegern großen Anklang. Die amerikanischen Notenbank Fed signalisierte am Dienstagabend eine Fortsetzung der Nullzinspolitik und die japanische Notenbank lockerte die eigene Geldpolitik sogar noch weiter“, sagte Patrick Pflüger von IG Markets. „Das Thema Griechenland sorgt derzeit auch nicht weiter für große Unruhe“.

          „Skeptiker weichgekocht“

          Nach dem Anstieg des Dax' von mehr als 10 Prozent seit Anfang Februar steigt nach Einschätzung Pflügers die Gefahr eines Rückschlags. Kurzfristig könnte sich der Leitindex allerdings noch seinem Jahreshoch von 6094 Punkten nähern. Fondsmanager Thilo Müller von MB Funds Advisory sieht dagegen auch Chancen für mittelfristig höhere Kurse. „Langsam werden die Skeptiker weichgekocht und müssen sich nun um 180 Grad drehen“, sagte er. Stützend wirke sich auch aus, dass die Börse gerade in die Hochzeit der Dividendensaison eintrete, die in diesem Jahr teils sehr attraktive Renditen verspreche.

          Am Mittwoch profitierte der Dax auch von einem deutlichen Anstieg des Schwergewichts Siemens. Die Aktien des Technologieunternehmens kletterten um 3,2 Prozent auf 71,90 Euro. Konzernchef Peter Löscher bereitet die IT-Sparte SIS dem „Handelsblatt“ zufolge mit harten Einschnitten auf einen möglichen Verkauf vor. Sehr gut komme auch die vom amerikanischen Konkurrenten General Electric angekündigte Dividendenerhöhung an, die als Zeichen eines Endes der Krise gewertet werde.

          Banken en vogue

          Vor allem Finanzwerte stiegen angesichts der Nachrichtenlage in der Gunst der Anleger. Der europäische Sektorindex gewann 1,5 Prozent. Die italienische Großbank Unicredit vermeldete zudem einen unerwartet hohen Nettogewinn für 2009. Die Titel der
          HVB-Muttergesellschaft stiegen an der Mailänder Börse um 6,3 Prozent auf 2,16 Euro. Die nach Marktwert viertgrößte europäische Bank will auch wieder eine Dividende zahlen.

          Einer der größten Dax-Gewinner waren Commerzbank mit einem Plus von 2,6 Prozent
          auf 6,36 Euro. Das Institut will künftig für die Berechnung der Managerboni auch die Kundenzufriedenheit mit einbeziehen. „Das zielt in Richtung Vertrauen und könnte ein wichtiges Potenzial zur Stärkung des Geschäfts sein“, sagte ein Händler. Deutsche
          Bank gewannen rund 1,8 Prozent auf 54,85 Euro.

          Anteile des Handelsunternehmens Metro rutschten unterdessen nach Zahlen und der Ankündigung, den Konzernumbau beschleunigen zu wollen, mit 2,1 Prozent auf 42,160 Euro ins Minus. Zudem drückten Spekulationen um Anteilsverkäufe von Metro-Großaktionär Otto Beisheim drückten den Kurs. „Angeblich will Beisheim seine Beteiligung von derzeit rund 13 Prozent zurückfahren, es gibt aber keine Details“, sagte ein Börsianer. Ein Sprecher der Beisheim-Gruppe wollte sich zu dem Gerücht nicht äußern. Händler begründeten die Verluste vor allem mit Gewinnmitnahmen, nachdem die Papiere mit einem Plus von mehr als 12 Prozent seit Anfang März zu den größten Gewinnern in den vergangenen Handelstagen gehören.

          Weitere Themen

          Die Nervosität nimmt zu

          Börsenwoche : Die Nervosität nimmt zu

          Die Aktienmärkte halten ihre hohen Kursniveaus. Doch die Inflationssorgen und die schwindende Phantasie für weitere Kursgewinne drücken die Stimmung.

          Topmeldungen

          Ausmaß der Zerstörung: eine Straßenkreuzung in Cholon, Israel

          Gewalt in Nahost : Hamas feuert 130 Raketen auf Tel Aviv

          Militante aus dem Gazastreifen feuern am Abend mehr als hundert Raketen auf Zentralisrael. Im Großraum Tel Aviv kommt es immer wieder zu schweren Explosionen. Mindestens ein Mensch stirbt.
          Ende einer Quälerei: In wenigen Tagen werden Präsident Keller und Generalsekretär Curtius (links) den Deutschen Fußball-Bund verlassen.

          Keller, Curtius und Koch : Befreiungsschlag beim DFB

          Präsident Fritz Keller zieht sich zurück, Friedrich Curtius gibt auf, Rainer Koch verzichtet auf eine Wiederwahl: Fast die gesamte Führung des DFB macht den Weg frei für einen Neuanfang.
          Die Intensivstation der Universitätsklinik Frankfurt mit Coronapatienten im April 2020

          Anhaltend hohe Todeszahlen : Wer jetzt noch an Corona stirbt

          Noch verzeichnet Deutschland jede Woche mehr als tausend Covid-Todesfälle. Viele sterben weder im Altenheim noch auf der Intensivstation. Doch wo dann? Die Suche nach der Antwort ist kompliziert.
          Die EZB erwartet eine steigende Inflation. Allerdings meint sie, der Anstieg sei nur vorübergehend.

          Steigende Preise : Was Sparer zur Inflation wissen müssen

          Alles rund ums Bauen wird teurer, aber auch viele Lebensmittel und vor allem Heizöl und Benzin. Steigt mit dem Abklingen der Pandemie die Inflation? Und wie können sich Sparer rüsten?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.