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Medienschau : Widersprüchliche Berichte zu Devisenmarktinterventionen Japans

  • Aktualisiert am

Merck erleidet bei der Zulassung von Cladribin einen Rückschlag. Nike verdient mehr als erwartet, AMD erwartet einen Umsatzrückgang. GlaxoSmithKlines Diabetesmittel soll vom Markt, Dubai will sich am Finanzmarkt 1 Milliarden Dollar beschaffen.

          6 Min.

          Unternehmensnachrichten

          Merck erleidet bei Cladribin-Zulassung Rückschlag

          Der Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck KGaA hat bei seinem Ziel, den Hoffnungsträger Cladribin-Tabletten in Europa zur Zulassung zu bringen, einen Rückschlag erlitten. Das wissenschaftliche Komitee der europäischen Arzneimittelbehörde EMA, CHMP, hat die Tabletten zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose nicht zur Zulassung empfohlen, wie die Merck KGaA am Freitag mitteilte. Das Komitee sei zu der Ansicht gelangt, dass auf Grundlage der zurzeit vorliegenden Daten die Risiken des Mittels die Vorteile überwiegen.

          Den Antrag auf Marktzulassung hatte Merck im Juli 2009 bei der EMA eingereicht. Früheren Angaben von Merck zufolge wird einige Monate nach der Stellungnahme des Komitees mit einer Entscheidung der Zulassungsbehörde gerechnet. Erste Zulassungen für die Tabletten hat Merck bereits im Juli 2010 in Russland und im September in Australien erhalten.

          Eher holprig war bisher der Weg zur Zulassung am wichtigen amerikanischen Markt. Im November 2009 hatte die amerikanischen Zulassungsbehörde FDA den ersten Zulassungsantrag von Merck für das MS-Mittel in Tablettenform mit einem so genannten „refuse to file letter“ zurückgewiesen. Im Juni 2010 hatte Merck dann mit einem neuen Zulassungsantrag einen zweiten erfolgreichen Anlauf gemacht. Eine Entscheidung der FDA erwartet Merck im vierten Quartal 2010. In weiteren 40 Ländern hat Merck die Tabletten zur Zulassung eingereicht. (Dow Jones)

          Nike verdient im ersten Quartal mehr als erwartet

          Der amerikanische Sportartikelhersteller Nike hat in seinem Erstquartal 2010/11 dank der höheren Nachfrage mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Für das Dreivierteljahr per Ende August berichtete der Konzern am Donnerstagabend einen Nettogewinn von 559 (513) Millionen Dollar oder 1,14 (1,04) Dollar je Aktie. Der Umsatz kletterte um 7,8 Prozent auf 5,18 Milliarden Dollar. Die von Thomson Reuters befragten Analysten hatten bei dem Wettbewerber von Adidas und Puma mit einem Gewinn je Aktie von 1,01 Dollar und einem Umsatz von 5,22 Milliarden Dollar gerechnet. Wegen geringerer Rabattaktionen und einer höheren Profitabilität beim Verkauf über das Internet erhöhte das Unternehmen die Bruttomarge auf 47 Prozent von 46,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. (Dow Jones)

          AMD erwartet Umsatzrückgang im dritten Quartal

          Der amerikanische Chiphersteller AMD erwartet im zu Ende gehenden dritten Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang. Die Erlöse dürften im Vergleich zum zweiten Geschäftsquartal um 1 bis 4 Prozent sinken, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach amerikanischen Börsenschluss in Sunnyvale (amerikanischen Bundesstaat Kalifornien) mit. Das dritte Geschäftsquartal endet am 25. September. Im zweiten Jahresviertel hatte AMD einen Umsatz von 1,65 Milliarden amerikanischen Dollar eingefahren. (dpa-AFX)

          GlaxoSmithKlines Diabetesmittel Avandia soll vom Markt

          Schwerer Rückschlag für GlaxoSmithKline: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt, das wegen eines erhöhten Herzinfarkt-Risikos umstrittene Diabetesmittel Avandia komplett vom Markt zu nehmen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA schränkt den Zugang für Patienten erheblich ein. So sollen neue Patienten das Mittel nur noch verschrieben bekommen, wenn keine Alternativen greifen. Dies teilten beide Institutionen am Donnerstag mit. Die für die Zulassung von Medikamenten zuständige EU-Kommission folgt üblicherweise den Empfehlungen der Arzneimittelbehörde.

          Vor drei Jahren hatte eine Studie eine erhöhte Gefahr von Herzinfarkten beschrieben. Die FDA veranlasste daraufhin im November 2007 eine schwarz umrandete Warnung vor Herzinfarkt-Risiken. Dies ist die schärfste Warnstufe für verschreibungspflichtige Medikamente.

          Der britische Pharmakonzern stellt sich im zweiten Quartal wegen rechtlicher Auseinandersetzungen auf eine Milliardenzahlung ein. Infolge der Ankündigungen der beiden Gesundheitsbehörden erwartet Glaxo im zweiten Halbjahr nur noch einen Umsatz von 100 bis 150 Millionen Pfund mit dem ehemaligen Verkaufsschlager. Im den Folgejahren werde nur noch mit minimalen Erlösen gerechnet, teilte Glaxo am Abend mit.

          Noch viel schwerer als der Umsatzverlust wiegt die Furcht vor Schadenersatzklagen. An dieser Front hatte GSK im Juli nach einem Bericht der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg nun etwas Klarheit schaffen können. Der Pharmakonzern konnte demnach mit der Zahlung von 460 Millionen Dollar rund 10.000 Klagen auf einen Schlag beilegen. Insgesamt, so schätzen Analysten, sind 13.000 Klagen anhängig. Glaxo stellt sich auf Belastungen in Milliarden-Höhe ein. (dpa-AFX)

          Petrobras nimmt mit Kapitalerhöhung 70 Milliarden Dollar ein

          Brasiliens Ölkonzern Petrobras nimmt mit seiner Kapitalerhöhung 70 Milliarden Dollar ein. Das staatlich kontrollierte Unternehmen legte am Donnerstag nach Börsenschluss den Bezugspreis für seine neuen Stammaktien mit 29,65 Real pro Aktie fest. Die Vorzugsaktien sollen 26,30 Real kosten. Insgesamt begibt Petrobras bei der größten Kapitalerhöhung aller Zeiten 2,4 Milliarden Stammaktien und 1,87 Milliarden Vorzugsaktien.

          Insgesamt habe es eine Nachfrage in Höhe von 140 Milliarden Dollar gegeben, verlautete aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen. Unter den Investoren seien auch Staatsfonds aus dem Nahen Osten und Asien. Die Anteilscheine sollen erstmals am 27. September an der brasilianischen Börse Bovespa in Sao Paulo gehandelt werden.

          Mit der gigantischen Kapitalerhöhung will Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva den Aufstieg seines Landes zu einem wichtigen Ölexporteur finanzieren. Brasilien hat in den vergangenen Jahren vor seiner Küste riesige Ölvorkommen entdeckt und will diese nun ausbeuten. (Reuters)

          Dubai will sich am Finanzmarkt 1 Milliarden Dollar beschaffen

          Dubai traut sich Kreisen zufolge erstmals seit seiner Schuldenkrise im vergangenen Jahr wieder an den Kapitalmarkt. Die Regierung plane die Ausgabe von Anleihen über bis zu einer Milliarde Dollar, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Donnerstag. Die Papiere könnten bereits in der nächsten Woche auf den Markt kommen und hätten Laufzeiten von bis zu sieben Jahren. Eine Sprecherin der Regierung lehnte eine Stellungnahme ab.

          Ende letzten Jahres hatte Dubai die Finanzmärkte mit der Bitte um Zahlungsaufschub geschockt. Die Schulden waren bei dem staatlichen Mischkonzern Dubai World aufgelaufen. Nach monatelangem Ringen gelang es Dubai Mitte des Monats, das Vertrauen seiner Gläubiger zu gewinnen und fast 25 Milliarden Dollar an Verbindlichkeiten umzuschulden. (Reuters)

          Merck & Co will Sparprogramm rasch durchziehen

          Der amerikanischen Pharmakonzern Merck & Co legt nach der Übernahme von Schering-Plough ein hohes Tempo bei den Einsparungen vor. Von geplanten 3,5 Milliarden Dollar will er ein Drittel bereits in diesem Jahr erzielen - jeweils ein weiteres Drittel dann in den kommenden zwei Jahren. „Weltweit werden wir versuchen, die Einsparungen 2010 bis 2012 in drei etwa gleich großen Tranchen zu erreichen“, sagte Deutschlandchef Hanspeter Quodt der „Financial Times Deutschland“ (Freitag). Merck hatte Schering-Plough Ende vorigen Jahres für 41 Milliarden Dollar übernommen und war damit zum weltweit zweitgrößten Pharmakonzern aufgestiegen. (dpa-AFX)

          Razzia wegen Anlagebetrugs mit Pennystocks

          Die Staatsanwaltschaft München hat in einer spektakulären Aktion die Büros und Wohnungen von Dutzenden Verdächtigen durchsuchen lassen. Der Razzia gingen mehr als zweijährige Ermittlungen voraus, die Vorwürfe lauten auf Marktmanipulation und Insiderhandel mit Aktien, sagte die Sprecherin der Anklagebehörde, Barbara Stockinger, am Donnerstagabend und bestätigte damit entsprechende Informationen der „Financial Times Deutschland“ (Freitag). Drei Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft.

          Zum einen seien fast wertlose sogenannte Pennystocks gekauft, die Kurse durch gezielt positive Nachrichten nach oben getrieben und dann wieder verkauft worden. Teilweise seien auch andere Aktien durch negative Nachrichten in die Verlustzone gebracht und dadurch Geschäfte gemacht worden

          Durchsucht wurden laut dem Zeitungsbericht auch die Geschäftsräume der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger in München (SdK). Der SdK-Vorstandsvorsitzende Klaus Schneider bestätigte der Zeitung die Durchsuchungen in den Büros, stritt jedoch ab, dass gegen Organe des Vereins ermittelt werden. (dpa-AFX)

          Chefwechsel bei HSBC

          Die britische Großbank HSBC will einem Insider zufolge ihren Investmentbank-Chef Stuart Gulliver zum neuen Unternehmenschef machen. Er solle dem jetzigen HSBC-Chef Michael Geoghegan nachfolgen, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Donnerstag. Der „Financial Times“ (FT) zufolge wird Geoghegan seinen Job zum Jahresende abgeben. Finanzchef Douglas Flint solle dann die Rolle des Verwaltungsratschefs übernehmen.

          Der bisherige Verwaltungsratschef Stephen Green hatte vor zwei Wochen bekanntgegeben, dass neuer Handelsminister der britischen Regierung wird. Einem früheren Bericht der „FT“ zufolge soll Geoghegan gedroht haben, die Bank zu verlassen, wenn er nicht Verwaltungsratschef werde. Die Bank hatte diese Behauptung als „Unsinn“ zurückgewiesen. (dpa-AFX)

          Wirtschaftsnachrichten

          Widersprüchliche Berichte zu Devisenmarktinterventionen Japans

          Nach einer starken Abwärtsbewegung des Yen-Wechselkurses gibt es widersprüchliche Berichte über eine angebliche Intervention der japanischen Finanzbehörden. Einige Marktakteure am Devisenmarkt sagten am Freitag, es habe keinen Eingriff der japanischen Regierung gegeben. Stattdessen hätten große Yen-Verkaufsaufträge von Geschäftsbanken den Wechselkurs gedrückt. Doch andere Devisenhändler sagten, die Bank of Japan habe interveniert und über große japanische Geschäftsbanken Yen-Verkaufsaufträge erteilt. Ein Sprecher des Finanzministeriums lehnte einen Kommentar zu der angeblichen Intervention ab.

          Der Yen hat am Freitag in einer sprunghaften Bewegung deutlich gegenüber den wichtigsten Währungen an Wert verloren. Japan hatte in der vergangenen Woche am Devisenmarkt eingegriffen, nachdem der Yen zum Dollar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen war. Damals hatte der Finanzminister Yoshihiko Noda die Intervention kurz darauf bestätigt. (Dow Jones)

          Obama drängt China abermals zur Yuan-Aufwertung

          Amerikas Präsident Obama lässt im Währungsstreit mit China nicht locker. Der Präsident habe den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao bei einem direkten Gespräch in New York abermals gedrängt, den chinesischen Yuan entschlossen aufzuwerten. Der Währungsstreit sei der wichtigste Gesprächspunkt bei dem Treffen beider Staatsmänner am Rande der UN-Vollversammlung gewesen. Wen hatte zuletzt am Vorabend eine starke Aufwertung des Yuan abgelehnt. Die Ablehnung begründete er mit der Furcht vor einer Pleitewelle in der Exportwirtschaft Chinas. (dpa-AFX)

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