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Medienschau : Warnungen: Finanzkrise noch nicht eingedämmt

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Ursprünglich hatte die Kanzlei das Springer-Paket laut „Spiegel“ rund hundert Millionen Euro teurer bewertet, dabei jedoch eine Schlappe erlitten. Die genaue Schadenshöhe hatten die Anwälte demnach vom Kurs der Springer-Aktie am Tag der mündlichen Verhandlung abhängig gemacht. Zwischen dem Einreichen der Klage im Mai 2007 und der Verhandlung am 25. November habe das Papier jedoch fast 70 Prozent an Wert verloren. Nach Verrechnung mit Kreditforderungen der Bank hätte Kirch damit für die Springer-Aktien mit Ausnahme von Zinsen gar keinen Schaden gehabt. In der neuen Klageschrift heißt es laut „Spiegel“ nun, die Aktienkurse hätten durch die Finanzkrise ihre Aussagekraft für den Firmenwert verloren, der geringe Streubesitz der Springer-Papiere führe zudem zu besonderen Kursschwankungen. (dpa-AFX)

Wirtschaft

EU warnt vor Scheitern der Bankenrettung

Die EU warnt laut einem Zeitungsbericht vor einem Scheitern der Banken-Rettungspakete in vielen europäischen Ländern. Unter Berufung auf eine vertrauliche Analyse, die der tschechische EU-Ratsvorsitz für das Finanzministertreffen in der vergangenen Woche erstellt habe, berichtet die „Financial Times Deutschland“, trotz der staatlichen Milliardenhilfen für die Banken habe sich die Kreditklemme für Unternehmen seit Oktober verschärft. Geld sei für Firmen gar nicht oder aber nur zu abnorm hohen Preisen zu bekommen.

Das Papier basiere auf Angaben, die die Regierungen über die Umsetzung ihrer nationalen Bankenrettungspakete an die EU-Kommission übermittelt hätten, schreibt die Zeitung. Die Ergebnisse seien im Wirtschafts- und Finanzausschuss (WFA) diskutiert worden, in dem die Regierungen, die Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) durch Spitzenbeamte vertreten sind.

EU-Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia meint nach Informationen der Zeitung zudem, dass die EU-Regierungen mehr Druck auf die Banken ausüben müssten, damit diese die Staatshilfen an die Wirtschaft weitergeben. Dem Steuerzahler seien die Rettungspakete nicht zu vermitteln, wenn Banken der Wirtschaft die Kredite verweigerten. Besonders besorgniserregend seien Probleme bei der Exportfinanzierung, da sie den internationalen Handel ausbremsten. Die Bankenrettungsschirme und auch staatliche Konjunkturprogramme seien zum Scheitern verurteilt, wenn die Kreditvergabe nicht wieder in Gang komme, schreibt die Zeitung. (AP)

Bundesbank-Chef Weber: Finanzkrise noch nicht eingedämmt

Das wahre Ausmaß der weltweiten Rezession ist nach Ansicht von Bundesbank-Chef Axel Weber noch immer nicht absehbar. „Es macht mir Sorge, dass es noch nicht gelungen ist, die Krise an den Finanzmärkten einzudämmen“, sagte der Bundesbank-Präsident der „Bild“-Zeitung (Montagausgabe). Es gebe derzeit immer neue Verwerfungen, mehr betroffene Segmente und neue Verluste, die zu weiterem Abschreibungsbedarf führten. „Der wirtschaftliche Abschwung ist stärker und weltweit umfassender als wir das erwartet haben“, sagte Weber dem Blatt.

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