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Medienschau : Warnungen: Finanzkrise noch nicht eingedämmt

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Der Versicherer hatte im vergangenen Jahr sein Sorgenkind, die Dresdner Bank, an die Commerzbank verkauft. Die OLB war bisher eine Tochter der Dresdner Bank, verblieb aber nach der Aktion beim Allianz-Konzern. (dpa-AFX)

Ford will Krise ohne Staatshilfen meistern

Trotz der anhaltenden Krise auf dem amerikanischen Automarkt will Ford im Gegensatz zu seinen Konkurrenten General Motors und Chrysler keine neuen Staatshilfen. „Wir wollen uns nicht noch mehr Geld leihen“, sagte Firmenchef Alan Mulally zum Wochenschluss auf einer Messe in New Orleans. Ford verfüge über genügend Liquidität, um sein Sanierungsprogramm zu finanzieren. „Das bedeutet, dass unser Unternehmen in einer relativ guten Verfassung ist“, sagte Mulally.

Mulally sagte, Ford stehe besser da als seine Rivalen, da der Konzern 2006 bereits Kredite von mehr als 23 Milliarden Dollar aufgenommen habe. Er gehe davon aus, dass das geplante Konjunkturprogramm von Präsident Barack Obama ab der zweiten Jahreshälfte zu mehr Autoverkäufen führen werde.

Chrysler-Chef Bob Nardelli sagte am Wochenende, dass das Überleben des Konzerns von neuen Staatshilfen über drei Milliarden Dollar abhänge. Auch weitere Kostensenkungen durch Zugeständnisse von Kreditgebern und Angestellten seien nötig, hieß es in einem Brief Nardellis an die Beschäftigten, Händler und Zulieferer, der Reuters vorlag. Die angestrebte Allianz mit Fiat sei ein wichtiger Schritt, aber nur eine von mehreren Maßnahmen um die Krise zu überstehen. Die Italiener wollen 35 Prozent am drittgrößten amerikanischen Hersteller übernehmen.

Auch in Asien sieht es in der Automobilbranche düster aus. Der japanische Autobauer Nissan Motor rechnet mit einem jahrelangen Absatzrückgang. „Es könnte über sieben Jahre dauern, bis wir auf das Verkaufsniveau von 2007 zurückkehren“, sagte Nissan-Chef Carlos Ghosn am Sonntag auf einer Wirtschaftskonferenz in Saudi-Arabien. 2007 hatten alle Autohersteller weltweit 69 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Im vergangenen Jahr schrumpften die Verkaufszahlen auf 63 Millionen. Für 2009 rechnet Nissan nur noch mit 55 Millionen verkauften Autos. Angesichts der schwachen Absatzzahlen erwartet Ghosn zudem eine Konsolidierung in der Branche.

Einem Zeitungsbericht zufolge steuert Nissan auf seinen ersten Verlust in 14 Jahren zu. Der Renault-Partner werde im Geschäftsjahr bis Ende März einen ein operatives Minus von umgerechnet rund 850 Millionen Euro ausweisen, berichtete das Finanzblatt „Nikkei“ am Wochenende. Abhängig vom Absatz im Schlussquartal seit Januar drohe der Verlust sogar doppelt so hoch auszufallen. Im Vorjahr hatte Nissan noch einen Betriebsgewinn von 6,8 Milliarden Euro erzielt. „Die Lage verschlechtert sich täglich“, zitierte „Nikkei“ einen Unternehmensvertreter. (Reuters)


Kirch ändert Schadenersatzforderung an Deutsche Bank

Der Medienunternehmer Leo Kirch will einem „Spiegel“-Bericht zufolge seine Schadensersatzforderungen gegen die Deutsche Bank neu beziffern. Für den Verlust seines Aktienpakets der Axel Springer AG, das durch die Insolvenz der Kirch-Gruppe 2002 an die Deutsche Bank ging, fordert Kirch nun mindestens 879 Millionen Euro, wie das Nachrichtenmagazin schreibt. Auf diesen Wert komme das Gutachten eines Münchner Wirtschaftsprüfers, das Kirchs Anwälte bei Gericht eingereicht hätten.

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