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Medienschau : Übernahmegerüchte um Yahoo

  • Aktualisiert am

Umsatz von Roche schrumpft, Südzucker steigert den Gewinn deutlich, LVMH mit Umsatzplus von 23 Prozent, Kreise - Finanzinvestoren sondieren Übernahme von Yahoo, Hugo Boss hebt Prognose an - Gewinnsprung im Quartal, Kapitalerhöhung bei Colonia Real Estate, Bericht - Anglo-Irish-Gläubiger wollen nicht für Rettung zahlen, Singapur strafft Geldpolitik - Wirtschaft schrumpft, Schwacher Dollar - Goldpreis auf Rekordhoch

          7 Min.

          Unternehmensnachrichten


          Südzucker verkauft mehr Saft und Biotreibstoff - Gewinn steigt

          Gute Geschäfte mit Saftkonzentraten und Biotreibstoff haben dem Nahrungsmittelkonzern Südzucker einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Im ersten Geschäftshalbjahr bis Ende August kletterte das Ergebnis nach Steuern um rund ein Fünftel auf 103 Millionen Euro, wie der Mannheimer Konzern am Donnerstag mitteilte. Für Europas größten Zuckerproduzent zahlt es sich damit immer mehr aus, dass er sich neben seinem politisch stark regulierten Stammgeschäft weitere Sparten aufgebaut hat. Der Umsatz stieg, wie bereits Mitte September mitgeteilt, um knapp fünf Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr bekräftigte Südzucker die Prognosen und rechnet weiter mit einem leichten Anstieg des Konzernumsatzes auf rund 5,8 (Vorjahr: 5,7) Milliarden Euro. Während der Konzern bei der Bioethanoltocher Cropenergies und im Geschäft mit Fruchtkonzentraten und Tiefkühlkost mit höheren Erlösen rechnet, werde der Umsatz im Kernsegment Zucker nochmals rückläufig sein. Eine strenge Quotenregelung der EU hatte jahrelang die Erlöse von Südzucker gedrückt. Das operative Ergebnis der Sparte werde sich nach der politisch erzwungen Neuordnung des EU-Zuckermarktes dagegen weiter verbessern, erklärte die Firma. Der Vorstand bekräftigte sein Ziel, den Betriebsgewinn im Geschäftsjahr bis Ende Februar insgesamt auf mehr als 450 (403) Millionen Euro auszubauen. (Reuters)

          Umsatz von Roche schrumpft im 3. Quartal

          Der schweizerische Pharmakonzern Roche hat im dritten Quartal unter dem starken Franken und den niedrigeren Preisen im Zuge der amerikanische Gesundheitsreform sowie den Haushaltskürzungen in Europa gelitten. Auch die fehlenden Großaufträge für Tamiflu, die im Zuge von H5N1 („Schweinegrippe“) im vergangenen Jahr die Umsätze gestützt hatten, machten sich negativ bemerkbar. Wie die Roche Holding AG am Donnerstag mitteilte, fielen die Erlöse im dritten Quartal auf 11,49 Milliarden Franken von 12,39 Milliarden Franken. Damit war der Umsatzrückgang etwas höher als von Analysten erwartet. Zwischen Januar und September 2010 erlöste Roche 28,39 (29,03) Milliarden Franken. Der Umsatz mit Tamiflu schrumpfte in den ersten neun Monaten auf 808 Millionen Franken - ein Minus von 61 Prozent gemessen in lokalen Währungen. Wichtigste Umsatzbringer waren im Neunmonatszeitraum Avastin mit 5 Milliarden Franken (+11 Prozent in lokalen Währungen) und MabThera mit 4,82 Milliarden Franken (+8 Prozent in lokalen Währungen). Seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Pharmakonzern aus Basel. Außerordentliche Ereignisse vorbehalten, erwartet Roche für den Konzern und die Division Pharma im Jahr 2010 ein währungsbereinigtes Verkaufswachstum im mittleren einstelligen Bereich (ohne die Verkäufe von Tamiflu). Für die Division Diagnostics erwartet Roche ein deutlich über dem Markt liegendes Wachstum. Roche strebt zudem eine zweistellige Steigerung des Kerngewinns je Aktie zu konstanten Wechselkursen an. (Dow Jones Newswires)

          Kreise - Finanzinvestoren sondieren Übernahme von Yahoo

          Mehrere Beteiligungsgesellschaften erwägen Kreisen zufolge eine Übernahme des Internetkonzerns Yahoo. Die Interessenten hätten in den vergangenen Wochen Gespräche über eine gemeinsame Offerte mit dem Yahoo-Rivalen AOL sowie dem Medienkonzern News Corp geführt, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Die Gespräche seien noch in einem frühen Stadium. Yahoo sei noch nicht kontaktiert worden. Ob es zu einer Offerte komme, hänge auch davon ab, ob sich Yahoo vorher von Vermögensanteilen in Asien - wie dem 40-Prozent-Anteil an der chinesischen Internet-Plattform Alibaba - trenne. Yahoo, AOL und News Corp lehnten eine Stellungnahme ab. Zu den interessierten Finanzinvestoren gehöre Silver Lake Partners, sagte ein anderer Insider. Auch Blackstone spiele mit dem Gedanken einer Yahoo-Übernahme, sei aber in die jüngsten Gespräche nicht involviert, sagte eine dritte Person. Der Marktwert von Yahoo beläuft sich derzeit auf mehr als 20 Milliarden Dollar. Der Verkauf von Vermögensanteilen in Asien würde den Gesamtwert schmälern und damit eine Übernahme für Beteiligungsgesellschaften attraktiver machen. Der Markt reagierte mit Kursgewinnen auf die Übernahmeberichte: Der Aktienkurs des Unternehmens schoss am Mittwoch (Ortszeit) nachbörslich 9,5 Prozent in die Höhe, nachdem er bereits mit einem Plus von sechs Prozent aus dem Handel gegangen war. An der Börse in Tokio legte Yahoo Japan rund fünf Prozent zu. An dem japanischen Ableger besitzt der amerikanische Mutterkonzern 35 Prozent. (Reuters)

          LVMH mit Umsatzplus von 23 Prozent

          Der französische Luxusgüterkonzern LVMH hat seinen Umsatz im dritten Quartal um 23 Prozent gesteigert und sich auch für das Gesamtjahr zuversichtlich gezeigt. Mit 5,11 Milliarden Euro fielen die Einnahmen deutlich besser aus als erwartet. Analysten hatten lediglich mit 4,83 Milliarden Euro gerechnet. Sämtliche Sparten des Konzerns wiesen eine zweistellige Wachstumsrate auf, wie der Konzern aus Paris am Donnerstag mitteilte. Das bisherige Abschneiden „bestätigt unsere Zuversicht für 2010“, hieß es von der LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton SA. Zu dem Unternehmen gehören unter anderem die Champagnermarken Moët & Chandon sowie Veuve Clicquot, der Cognachersteller Henessy, die Uhrenmarke TAG Heuer und der Lederwarenhersteller Louis Vuitton. (Dow Jones Newswires)

          Kapitalerhöhung bei Colonia Real Estate

          Der Immobilienkonzern Colonia Real Estate will sein Grundkapital um 10 Prozent erhöhen. Ausgegeben werden sollen gut 2,8 Millionen neue Aktien, wie das Kölner SDax-Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Auf Grundlage des aktuellen Aktienkurses von 3,98 Euro hat die angestrebte Kapitalerhöhung damit ein Volumen von gut 11 Millionen Euro. Die neuen Aktien sind ab dem 1. Januar 2010 voll dividendenberechtigt. Die neuen Aktien sollen im Wege eines beschleunigten Platzierungsverfahrens institutionellen Anlegern angeboten werden. Der Platzierungspreis und die Anzahl der auszugebenden Aktien sollen nach Abschluss dieses Verfahrens festgelegt werden. Die Mittel aus der Kapitalerhöhung will Colonia Real Estate in die Expansion und Akquisition von Wohnimmobilienportfolios fließen lassen sowie in Investitionen in bestehende Wohnimmobilienportfolios. Die Colonia Real Estate AG ist eine Immobilien-Investment- und -Dienstleistungsgesellschaft mit rund 19.000 Wohneinheiten und mehr als 2,1 Mrd Euro Assets under Management. (Dow Jones Newswires)

          Modekonzern Hugo Boss hebt Prognose an - Gewinnsprung im Quartal

          Beim Modekonzern Hugo Boss wächst nach einem kräftigen Gewinnsprung im dritten Quartal die Zuversicht. Dank steigender Umsätze im Einzelhandel sowie hoher Nachfrage aus Schwellenländern wie China hob das Unternehmen aus Metzingen am Donnerstag seine Prognose für das Gesamtjahr an. Demnach soll der Betriebsgewinn (Ebitda) vor Sondereffekten um rund 20 (bisherige Prognose: zehn bis 12) Prozent zulegen, der Umsatz um fünf (drei bis fünf) Prozent. Im dritten Quartal baute der Konzern, der seit 2007 dem Finanzinvestor Permira gehört, den Umsatz um knapp ein Fünftel auf 538 Millionen Euro aus. Dazu trugen unter anderem der Ausbau der eigenen Läden sowie die erstmalige Konsolidierung des Joint Ventures mit dem größten chinesischen Franchise-Partner Rainbow Group bei. Das Ebitda stieg im Quartal um 42 Prozent auf 150 Millionen Euro. (Reuters)

          Bericht - Anglo-Irish-Gläubiger wollen nicht für Rettung zahlen

          Eine Gruppe von Gläubigern der angeschlagenen Anglo Irish Bank wehrt sich einem Bericht zufolge dagegen, sich an den Rettungskosten für das Geldhaus zu beteiligen. Die Investoren besäßen rund 500 Millionen Euro oder und ein Fünftel der risikoreichsten Papiere, berichtete das „Wall Street Journal“ am Dienstag auf seiner Internetseite unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Irlands Finanzminister Brian Lenihan zufolge könnten die Kosten für die Rettung der Banken des Landes die Marke von 50 Milliarden Euro reißen. Die Regierung erwartet, dass nachrangige Geldgeber der Anglo Irish sowie der ebenfalls angeschlagenen Irish Nationwide Building Society einen Beitrag zur Rettung leisten. (Reuters)

          Wirtschaftsnachrichten

          Singapur strafft Geldpolitik

          Die monetäre Behörde in Singapur hat am Donnerstag überraschend die Geldpolitik gestrafft, um dem steigenden Inflationsdruck Einhalt zu gebieten, der sich aus den hohen Kapitalzuflüssen ergibt. Wie die Monetary Authority of Singapore (MAS) mitteilte, wird das handelsgewichtete Währungsband „leicht“ erweitert. Außerdem will die MAS eine etwas stärkere Aufwertung der Landeswährung gegenüber einem Währungskorb zulassen. „Die Steigung des Politikbandes wird leicht erhöht“, erklärte die Behörde. „Das Politikband wird zugleich wegen der Volatilität an den internationalen Finanzmärkten leicht erweitert.“ Die Politik einer „moderaten und schrittweisen Aufwertung“ der Landeswährung werde in Zukunft fortgesetzt. Zur Begründung verwies die MAS auf sich abzeichnende Inflationsrisiken. Die Regulierung der Währung gegenüber den Handelspartnern ist das wichtigste geldpolitische Instrument der MAS. Die Bandbreite des Währungsbands ist offiziell nicht bekannt. Beobachtern zufolge will die monetäre Behörde mit diesem Schritt die hohen Kapitalzuflüsse in das Land eindämmen. „Mit all dem Gerede über einen Währungskrieg, den weiteren geldpolitischen Lockerungen in den wichtigsten Volkswirtschaften, wird dies Singapur helfen, die Zuflüsse besser zu absorbieren“, sagte DBS-Ökonom Irvin Seah. (Dow Jones Newswires)

          Singapurs Wirtschaft schrumpft

          Singapurs Wirtschaftsaktivität ist im dritten Quartal eingebrochen, nachdem in den beiden Vorquartalen noch hohe Wachstumsraten verzeichnet worden waren. Wie das Ministerium für Handel und Industrie am Donnerstag mitteilte, fiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Juli und September saisonbereinigt und annualisiert um 19,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Ökonomen hatten ein Minus von 17,5 Prozent erwartet. Im zweiten Quartal war das BIP des Inselstaats revidierten Angaben zufolge um annualisiert 27,3 Prozent zum Vorquartal gestiegen, nach einem Wachstum um 45,9 Prozent im ersten Jahresviertel. Trotz des Wachstumseinbruchs im dritten Quartal hielt die Regierung an ihrer Prognose fest, dass die Wirtschaft im Gesamtjahr 2010 zwischen 13 Prozent und 15 Prozent expandieren wird. Binnen Jahresfrist stieg Singapurs BIP im dritten Quartal erwartungsgemäß um 10,3 Prozent. Besonders kräftig wuchs binnen Jahresfrist das verarbeitende Gewerbe (plus 12,1 Prozent), gefolgt vom Dienstleistungsgewerbe (plus 10,2 Prozent) und Bausektor (plus 6,7 Prozent). (Dow Jones Newswires)

          Schwacher Dollar - Goldpreis auf Rekordhoch

          Der Goldpreis hat am Donnerstag im asiatisch dominierten Handel vor dem Hintergrund des schwach tendierenden Dollars ein neues Rekordhoch ereicht. In der Spitze wurden für eine Feinunze des Edelmetalls 1.380 Dollar bezahlt. Am Vorabend in New York war es noch mit rund 1.372 Dollar umgegangen. Händler sprechen von einer beeindruckenden Fortsetzung der Rally. Getrieben werde sie von immer noch auf den Zug aufspringenden Marktteilnehmern und Anschlusskäufen. Zunächst skeptische Investoren, die mit einem rascheren Auslaufen der Rally gerechnet hätten, änderten vielfach ihre Meinung und träten dem Lager der Gold-Bullen bei, heißt es. Das nächste Ziel liege bei 1.400 Dollar. (Dow Jones Newswires)

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