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Medienschau : Strauss-Kahn warnt vor zweiter Rezession

  • Aktualisiert am

Lanxess zieht Neubau für Kautschuk-Werk vor, Kraft will Cadbury-Gebot auf 820 Pence erhöhen - Presse, Swiss Re transferiert Risiken an Berkshire Hathaway, Kontron will eine Dividende ausschütten, Puma überprüft Rentabilität seiner Läden, XD Electric will bei Börsengang 1,5 Milliarden Dollar erlösen, Presse: Toyota will Hybrid-Produktion verdoppeln, Japans Notenbank - bleiben bei Politik des billigen Geldes, Nationalbank der Schweiz gegen Aufwertung des Franken, Janukowitsch führt, Pinera liegt vorn, Chavez kündigt Enteignung von Supermarktkette an, Verleger - Kartellbeschwerde gegen Google

          10 Min.

          Unternehmen

          Lanxess zieht Neubau für Kautschuk-Werk in Singapur vor

          Der Leverkusener Spezialchemiekonzern Lanxess hat die Pläne für den Neubau eines Butylkautschuk-Werkes in Singapur vorgezogen. Der erste Spatenstich erfolge nun im Mai 2010, die Produktion solle im ersten Quartal 2013 aufgenommen werden, teilte die Lanxess AG am Montag mit. Die Anlage auf der Halbinsel Jurong Island sei für eine Kapazität von 100.000 Jahrestonnen ausgelegt und koste bis zu 400 Millionen Euro. In dem Werk sollen 200 Arbeitsplätze geschaffen werden. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise und der daraus resultierenden Nachfrageschwäche hatte der MDax-Konzern im Juni 2009 den Produktionsstart in Singapur auf das Jahr 2014 verschoben. In den vergangenen sechs Monaten habe sich die Nachfrage jedoch stabilisiert. In den kommenden Jahren werden laut Lanxess für den Butylkautschuk-Markt wieder durchschnittliche Wachstumsraten von über 3 Prozent erwartet. Die beiden Kautschukwerke von Lanxess in Zwijndrecht (Belgien) und Sarnia (Kanada) produzierten gegenwärtig mit hoher Auslastung. Mit dem neuen Werk will Lanxess die wachsende Nachfrage nach Butylkautschuk für Reifen bedienen. Diese werde durch den Trend zur Mobilität, insbesondere durch die wachsende Mittelschicht in China und Indien, gefördert. Der Konzern erwartet, dass die weltweite Nachfrage nach Reifen im Jahr 2011 wieder auf das Niveau vor Ausbruch der globalen Krise zurückkehren werde. Zusätzlich sei Butylkautschuk ein bedeutendes Produkt für den Einsatz in der pharmazeutischen Industrie, insbesondere in Asien. „Wir werden uns in diesem Jahr insbesondere auf Asien fokussieren, weil in dieser Region die stärksten Erholungstendenzen von der weltweiten Wirtschaftskrise zu beobachten sind“, sagte Lanxess-Vorstandsvorsitzender Axel C. Heitmann. So werde Lanxess 2010 die globale Zentrale der Business Unit Butyl Rubber von Fribourg in der Schweiz nach Singapur verlagern. In der Zentrale werden laut dem Spezialchemiekonzern in der Startphase rund 35 Mitarbeiter in den globalen Funktionen wie Marketing, Controlling sowie Einkauf arbeiten. Mehr als die Hälfte der Umsätze in diesem Geschäftsfeld werden laut Lanxess zurzeit in der Region Asien erzielt, in der vor allem China, Indien und Südkorea starke Wachstumsraten auswiesen. Die Business Unit Butyl Rubber erziele einen Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro und sei Teil des Segments Performance Polymers. Dieses Segment habe in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2009 einen Umsatz von 1,63 Milliarden Euro erzielt. (Dow Jones Newswires)

          Kraft will Cadbury-Gebot auf 820 Pence erhöhen - Presse

          Der amerikanische Konzern Kraft bereitet übereinstimmenden Presseberichten zufolge die Erhöhung seines Übernahmeangebots für den britischen Wettbewerber Cadbury auf rund 820 Pence vor. Dies berichten die britischen Zeitungen „Sunday Times“ und „Observer“. Die Kraft Food Inc hat nur noch bis Dienstag Zeit, ihr Übernahmeangebot zu verbessern, diese Frist hat die britische Übernahmekommission dem amerikanische Konzern gesetzt. Bislang hat Kraft ein Gebot vorgelegt, das aktuell einen Gegenwert von 762 Pence hat. Dazu wollten die Amerikaner bislang 300 Pence in bar und 0,2589 eigene Aktien je Cadbury-Anteilsschein bezahlen. Nun prüft Kraft laut Oberserver, 1 Milliarden Dollar in bar draufzulegen, was den gebotenen Preis auf rund 820 Pence je Aktie erhöhen würde. Cadbury hatte die Angebote aus den Vereinigten Staaten bislang als zu niedrig abgelehnt. Auf den Plan treten könnte aber auch noch der amerikanische Konzern Hershey. Dieser wolle 17,9 Milliarden Dollar für die Briten bieten, hieß es in Kreisen. (Dow Jones Newswires)

          Swiss Re transferiert Risiken an Berkshire Hathaway

          Swiss Re transferiert Risiken aus einem geschlossenem amerikanischen Einzelleben-Rückversicherungsportfolio an die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Damit setze man den Schritt der Portfoliosteuerung und der Umwandlung von Rückversicherungsrisiken fort, teilte der schweizerische Rückversicherungskonzern am Montag mit. Die Transaktion werde die Kapitaleffizienz erhöhen. Nach den Vertragsbedingungen werde ein geschlossenes Portfolio von jährlich erneuerbarem, vor 2004 gezeichnetem Einzelleben-Rückversicherungsgeschäft bei der Berkshire Hathaway Life Insurance Company of Nebraska rückversichert. Die Transaktion trete rückwirkend ab 1. Oktober 2009 in Kraft und werde im ersten Quartal 2010 verbucht, teilte das Unternehmen mit Sitz in Zürich weiter mit. Die Swiss Re erhält nach eigenen Angaben eine Rückversicherungsprovision von 1,3 Milliarden Franken und werde durch die Transaktion Kapital von 300 Millionen Franken freisetzen. „Swiss Re ist überzeugt, dass die Rückversicherungsprovision und das freigesetzte Kapital effizienter eingesetzt werden können, um eine höhere Rendite zu erzielen“, so der Konzern aus Zürich weiter. Man bleibe aber dem Leben- Rückversicherungsmarkt in den Vereinigten Staaten und seinen Kunden vor Ort „weiter eng verbunden“. (Dow Jones Newswires)

          Kontron will eine Dividende ausschütten

          Die Kontron AG hat im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2009 einen Umsatz von über 130 Millionen Euro erzielt. Damit waren die letzten drei Monate 2009 das stärkste Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres. Der Konzernumsatz entsprach mit rund 465 Millionen Euro den prognostizierten Erwartungen. Der Vorstand wird im Aufsichtsrat und der Hauptversammlung die erneute Ausschüttung einer Dividende vorschlagen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstandsvorsitzende der Kontron AG, Ulrich Gehrmann, nach wie vor eine „flache Geschäftsentwicklung“. Gehrmann: Wir gehen zurzeit von keinen großen Ausschlägen weder nach oben noch nach unten aus. (Ad-hoc)

          Puma überprüft Rentabilität seiner Läden

          Pumaaktien könnten am Montag unter Druck kommen. Der Sportartikelhersteller will in den nächsten Monaten verstärkt die Rentabilität seiner Läden überprüfen. Dabei sei auch die Schließung des einen oder anderen Puma-Einzelhandelsgeschäfts nicht ausgeschlossen, sagte ein Firmensprecher am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Einen Bericht der französischen Zeitung „Le Figaro“ (Samstag), wonach das Unternehmen weltweit ein Drittel seiner Läden schließen wolle, um den Gewinnverfall zu stoppen, wollte der Sprecher nicht bestätigen. Händler erwarten eine negative Kursreaktion. „In dem Pressebericht ist von einem Gewinnrückgang um fünf Prozent die Rede. Das wäre nach einem Umsatzrückgang um lediglich 2,6 Prozent nach neun Monaten eine Enttäuschung und würde unterstreichen, dass Puma mit den Kostensenkungen nicht voran kommt“, sagte ein Börsianer. (dpa-AFX)

          Chinesische XD Electric will bei Börsengang 1,5 Milliarden Dollar erlösen

          Die chinesische XD Electric Co will bei ihrem Börsengang bis zu 10,3 Milliarden Yuan oder umgerechnet rund 1,5 Milliarden Dollar einnehmen. Wie der Hersteller von Zubehör für Stromleitungen und Verteilung am Montag mitteilte, wurde die indikative Preisspanne im Vorfeld des Listings an der Börse in Schanghai auf 7,10 Yuan bis 7,90 Yuan je Aktie festgelegt. Insgesamt sollen bis zu 1,3 Milliarden A-Aktien ausgegeben werden. Die Zeichnungsfrist beginnt am Berichtstag. Nach Umsatz ist XD Electric das größte Unternehmen seiner Branche in China. (Dow Jones Newswires)

          Presse: Toyota will Hybrid-Produktion verdoppeln

          Der japanische Autobauer Toyota will die Produktion seiner Hybrid-Autos im kommenden Jahr im Vergleich zu 2009 auf eine Million Autos verdoppeln. Wie die gewöhnlich gut informierte japanische Wirtschaftszeitung „Nikkei“ am Montag berichtete, habe der Konzern seine Teilezulieferer kürzlich darüber informiert, im laufenden Jahr auf dem Heimatmarkt rund 800.000 Hybrid-Autos vom Band laufen zu lassen. Diese Zahl solle im nächsten Jahr auf rund 900.000 und im folgenden Jahr auf 1,1 Million Autos erhöht werden, hieß es weiter. Schon am Rande der Automesse IAA hatte das Toyota-Management im September in Frankfurt angekündigt, nach 2010 sollten über eine Million Hybrid-Fahrzeuge pro Jahr verkauft werden. Bis 2020 will der japanische Marktführer für jedes Modell über seine gesamte Fahrzeugpalette hinweg jeweils auch eine Hybridversion anbieten. Hybrid-Fahrzeuge verfügen über eine Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor. Toyota fertigt derzeit etwa 90 Prozent seiner Hybride in Japan in sechs Fabriken. Hinzu kommen weitere vier Standorte im Ausland. Der globale Ausstoß dürfte laut „Nikkei“ 2011 unter Berücksichtigung der in China, den Vereinigten Staaten und anderen Standorten montierten Fahrzeuge die Marke von einer Million überschreiten. Dann würden Hybrid-Autos etwa ein Drittel aller von Toyota im eigenen Land produzierten Autos ausmachen. Im Jahr 2009 waren es noch 20 Prozent. (dpa-AFX)


          Wirtschaft

          IWF-Chef warnt vor zweiter Rezession bei verfrühtem Exit-Beginn

          IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat vor einer zweiten Rezession in einigen Staaten gewarnt, sollte das Ende der Konjunkturhilfen zu früh eingeleitet werden. „In den Industriestaaten verläuft die Erholung zögerlich“, sagte Strauss-Kahn am Montag in Tokio. „Wir müssen vorsichtig sein.“ Wenn die Hilfen einmal abgesetzt seien, werde es schwierig, bei einem zweiten Abtauchen der Wirtschaft neue Instrumente zu finden. Voraussetzung für einen Beginn der Exit-Strategie seien eine spürbare Rückkehr der privaten Nachfrage und Besserungen auf dem Arbeitsmarkt. (Reuters)

          Japans Notenbank - Bleiben bei Politik des billigen Geldes

          Der Chef der japanischen Notenbank, Masaaki Shirakawa, will auf absehbare Zeit an der Politik des billigen Geldes festhalten. „Die Bank of Japan stellt fest, dass es sehr wichtig für die japanische Wirtschaft ist, aus der Deflation herauszufinden und zu nachhaltigem Wachstum mit Preisstabilität zu kommen“, sagte Shirakawa am Montag. Shirakawa ging in seiner Rede vor Regionalchefs der Notenbank nicht darauf ein, ob er weitere Lockerungen der Geldpolitik für gerechtfertig hält, um den Aufschwung der Wirtschaft zu unterstützen. Experten erwarten, dass die BOJ bei ihrem nächsten Treffen in der kommenden Woche den Leitzins nahe Null lässt. (Reuters)

          Nationalbank der Schweiz gegen Aufwertung des Franken - Sonntagszeitung

          Die Schweizerische Nationalbank (SNB) will angesichts der aktuell fragilen Wirtschaftsentwicklung entschieden gegen eine zu starke Aufwertung der Landeswährung Franken vorgehen. Es gebe zwar keine Zielmarke für den richtigen Wechselkurs, sagte Zentralsbankspräsident Philipp Hildebrand der „Sonntagszeitung“. Die SNB wolle jedoch keinen exzessiv hohen Kurs des Franken. Die Nationalbank werde sich in ihrer Geldpolitik, die aktuell sehr expansiv ist, sehr vorsichtig und langsam wieder der Normalität annähern. (Dow Jones Newswires)

          Janukowitsch führt in Ukraine mit 37 Prozent

          Der ukrainische Oppositionsführer Viktor Janukowitsch hat ersten Ergebnissen zufolge bei der Präsidentenwahl 37 Prozent der Stimmen erreicht. Ministerpräsidentin Julia Timoschenko habe 24 Prozent erhalten, teilte die Wahlkommission am Montag nach Auszählung der Hälfte der Stimmen mit. Der frühere Zentralbankchef Sergej Tigipko lag demnach auf dem dritten Rang mit 13 Prozent der Stimmen. Seine Anhänger könnten bei einer Stichwahl den Ausschlag geben. Nachwahlbefragungen hatten einen knapperen Abstand zwischen Janukowitsch und Timoschenko erwarten lassen. Die Stichwahl ist für den 7. Februar geplant. (Reuters)

          Medien - Milliardär Pinera liegt bei Stichwahl in Chile vorn

          In Chile zeichnet sich eine historische Zäsur ab: Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt liegt der rechtskonservative Milliadär Sebastian Pinera ersten Prognosen zufolge leicht vorn. Sollte sich der Trend am Sonntagabend bestätigen und der 60-jährige Unternehmer die Wahl für sich entscheiden, wäre dies nicht nur eine herbe Niederlage für das seit 20 Jahren ununterbrochen regierende Mitte-Links-Bündnis der Concertacion. Es wäre vor allem das erste Mal seit dem Ende der Diktatur von Augusto Pinochet 1990, dass die Chilenen einen Politiker der Rechten wieder an die Macht lassen würden. Nach Angaben des Fernsehsenders Canal 13 kann der Harvard-Absolvent Pinera mit 52 Prozent der Stimmen rechnen, während der Regierungskandidat und Ex-Präsident Eduardo Frei auf 48 Prozent kommt. Mit seinen Nachwahlbefragungen lag der Sender bereits bei der ersten Abstimmungsrunde im Dezember sehr dicht am richtigen Ergebnis. Ein Radiosender prognostizierte für Pinera 51,3 Prozent der Stimmen. Die Auszählung der Stimmen lief auf vollen Touren. Mit ersten offiziellen Ergebnisse wurde gegen Mitternacht (MEZ) gerechnet. Die in der Bevölkerung äußerst beliebte Präsidentin Michelle Bachelet durfte gemäß Verfassung nicht unmittelbar für eine zweite Amtszeit antreten. (Reuters)

          Chavez kündigt Enteignung von Supermarktkette an

          Die sozialistische Regierung in Venezuela will die Supermarktkette Exito wegen Preiserhöhungen enteignen. Exito, mehrheitlich im Besitz des französischen Konzerns Casino, werde wegen „zahlreicher Verletzungen der Gesetze“ künftig der Republik gehören, kündigte Präsident Hugo Chávez am Sonntag an. Er habe eine Untersuchung angeordnet und warte nun, dass das neue Gesetz gegen Preisspekulation bald verabschiedet werde, um Exito enteignen zu können. Chávez hatte die Landeswährung Bolivár abgewertet und danach den Einzelhandel vor Preiserhöhungen gewarnt. „Plünderern des Volkes“ drohe die Enteignung ihrer Läden. Seit Abwertung der Währung am 8. Januar gilt in Venezuela ein System mit zwei Wechselkursen: Für Grundversorgungsmittel wurde der Wechselkurs auf 2,60 Bolívar je Dollar herabgestuft, für andere Güter auf 4,30 Bolivár. Präsident Chávez ließ bereits mehr als 600 Geschäfte wegen Preiserhöhungen vorübergehend schließen. Die Inhaber müssen zudem Geldstrafen zahlen. Wirtschaftsexperten warnen, dass durch die neuen Wechselkurse die Inflation in Venezuela weiter ansteigen wird. Im vergangenen Jahr lag die Teuerungsrate bereits bei 25 Prozent. Kritiker des Präsidenten werfen Chávez zudem vor, durch den Schritt vor den Wahlen im September die öffentlichen Ausgaben aufblähen zu wollen. Seit seinem Amtsantritt griff Chávez wiederholt in die Wirtschaft seines Landes ein und verstaatlichte unter anderem Banken und ausländische Industrieunternehmen. (AFP)

          Verleger gehen mit Kartellbeschwerden gegen Google vor

          Die deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverleger gehen nach Angaben von Google beim Bundeskartellamt gegen den Suchmaschinengiganten vor. Google erklärte in Hamburg auf Presseanfragen, dass das Bundeskartellamt das Internet-Unternehmen über die Beschwerden von Wettbewerbern informiert habe. Dem Vernehmen nach kritisieren die Verlegerverbände, dass Google für die Anzeige der Suchtreffer im Internet, der sogenannten „Snippets“, den Verlagen nichts bezahlt. Neben den Verlegerverbänden hätten auch die Microsoft-Tochter Ciao und der Kartendienst-Anbieter Euro-Cities Beschwerden eingereicht. Ein Sprecher der Wettbewerbsbehörde wollte dazu am Wochenende in Bonn keine Stellung nehmen. Auch von den Verlegerverbänden VDZ und BDZV war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der Online-Kartendienst-Anbieter Euro-Cities soll sich über das kostenlose Anbieten von Karten bei Google Maps beschweren. Die Microsoft-Tochter Ciao moniere Teile ihres eigenen Vertrags mit Google über die Online-Werbung AdSense auf den Websites dritter Anbieter. Ciao war erst nach Vertragsschluss vom Google-Konkurrenten Microsoft übernommen worden. Das Bundeskartellamt habe Google um Stellungnahmen gebeten und werde dann über die Einleitung eines förmlichen Verfahrens entscheiden. „Wir sind natürlich gern bereit, dem Bundeskartellamt unsere Produkte und Geschäftspraktiken zu erklären, und wir sind davon überzeugt, dass sie den deutschen und europäischen Gesetzen entsprechen“, sagte Google-Deutschland-Sprecher Kay Oberbeck. Euro-Cities-Chef Hans Biermann bestätigte am Samstag der dpa in Berlin, dass sein Unternehmen am 27. August beim Kartellamt eine Beschwerde gegen Google eingereicht habe. Er und die anderen Beschwerdeführer hätten mit dem Kartellamt allerdings bis zum kommenden Mittwoch Stillschweigen vereinbart. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hatte von Google im Internet eine faire Suche und Beteiligung gefordert. „Wir wollen wissen, wie gelistet wird und warum welches Angebot oben in der Ergebnisliste steht, und wir wollen an den Werbeeinnahmen, die mit unseren aufwendig hergestellten Qualitätsinhalten generiert werden, beteiligt werden“, hatte ein BDZV-Referent Ende vergangenen November in einem dpa-Gespräch gesagt. Google verdiene über Werbung, die bei einer normalen Suche neben den Ergebnissen platziert wird, in Deutschland rund 1,2 Milliarden Euro jährlich. Google-Sprecher Oberbeck wies darauf hin, dass der amerikanische Internetkonzern 2009 weltweit 4,2 Milliarden Euro an Verleger gezahlt habe. (dpa-AFX)

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