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Medienschau : Societe Generale von Abschreibungen deutlich belastet

  • Aktualisiert am

Ein amerikanischer Richter friert Reserven der argentinischen Zentralbank ein, Amgen dämpft die Gewinnerwartungen für 2009, Kraft Foods erhöht sie. Permira steigt vollständig aus Freenet aus.

          6 Min.

          Unternehmen

          Societe Generale erzielt wegen Abschreibungen nur kleinen Nettogewinn

          Die französische Bank Societe Generale hat aufgrund von Abschreibungen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro auf forderungsbesicherte Wertpapiere (Collaterized Dept Obligation) nur einen kleinen Nettogewinn erzielt. Dennoch gehe die Bank mit Zuversicht ins neue Jahr 2010. Die Abschreibungen fallen laut der Bank bei forderungsbesicherte Wertpapieren an, die durch Wohnbauhypotheken gesichert sind.

          Aus der Fusion ihrer Vermögensverwaltungssparte mit der von Credit Agricole habe das Geldinstitut einen Kapitalgewinn von 600 Millionen Euro erzielt. Zusammen mit soliden Aktivitäten im Bereich Private- und Retail-Banking habe dies dabei geholfen, dass der
          Konzern in der Gewinnzone geblieben sei. (Dow Jones)

          Amgen dämpft Gewinnerwartungen für 2009

          Das amerikanischen Biotechnologie-Unternehmen Amgen hat seine Gewinnerwartungen für 2009 gedämpft. Der Gewinn je Aktie (EPS) werde wohl am unteren Ende der ausgegebenen Spanne von 4,90 bis 5,05 Dollar liegen, sagte Amgen-Chef Kevin Sharer. Der Umsatz werde das Mittelfeld der vom Unternehmen erwarteten 14,4 bis 14,8 Milliarden Dollar erreichen. Analystenschätzungen liegen derzeit bei einem EPS von 5,04 Dollar und einem Umsatz von 14,7 Milliarden Dollar. Der Aktienkurs gab am Dienstag an der Nasdaq nach und verlor 2,12 Prozent auf 55,81 Dollar.

          Amgen baut derzeit auf die Zustimmung für sein Osteoporose-Medikament Denosumab einem möglichen Blockbuster für das Biotechnologieunternehmen. Die Arzneimittelaufsicht FDA hatte hatte im Oktober die Zulassung verweigert und zusätzliche klinische Daten für den Arzneimittelkandidaten gefordert. In Europa hat das Mittel bereits wichtige Hürden für die Zulassung genommen. (dpa-AFX)

          Dialog Semiconductor steigert Jahresumsatz kräftig

          Der Schaltkreis-Hersteller Dialog Semiconductor hat seinen Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr voraussichtlich um rund ein Drittel gesteigert. Der Vorstand erwarte Erlöse von rund 218 Millionen Dollar, teilte das im TecDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Kirchheim/Teck bei Stuttgart mit. Dies entspräche einer Steigerung von 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das vierte Quartal schätzt Dialog den Umsatz auf 78 Millionen Dollar. Die geprüften Ergebnisse will das Unternehmen am 11. Februar veröffentlichen. (dpa)

          Kraft Foods erhöht Gewinnprognose für 2009

          Der amerikanische Lebensmittelkonzern Kraft Foods, der seit vergangenen September um die Übernahme des britischen Süßwarenhersteller Cadbury kämpft, hat seine Gewinnprognose für 2009 erhöht. Der Lebensmittelkonzern erwartet nun für das
          abgelaufenen Jahr einen Gewinn pro Aktie von mindestes 2 Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Bislang hatte Kraft Foods einen Gewinn von mindestens 1,97 Dollar je Anteilsschein in Aussicht gestellt.

          Kraft muss die Cadbury-Aktionäre, von denen bislang nur sehr wenige das Übernahmeangebot angenommen haben, von seiner Stärke überzeugen. Gleichzeitig hofft das in Northfield im amerikanischen Bundesstaat Illinois ansässige Unternehmen, dass der Ausblick den eigenen Aktienkurs steigen lässt. Dadurch würde sich das Cadbury-Angebot erhöhen, da es neben einer Barkomponente aus eigenen Aktien besteht. Kraft-Foods-Vorstandschef Irene Rosenfeld erklärte, dass das Unternehmen „mit oder ohne“ Cadbury gut positioniert sei. (Dow Jones)

          Heidelbergcement sammelt mit Anleihen 1,4 Milliarden Euro ein

          Der Baustoffkonzern Heidelbergcement hat mit zwei Anleihen 1,4 Milliarden Euro eingesammelt. Mit dem Emissionserlös will der Zementhersteller seine Schulden bei Banken begleichen. Für die bis 2015 laufenden Tranche seien 650 Millionen Euro gezahlt worden, teilte Heidelbergcement am Dienstagabend mit. Mit der zweiten Anleihe mit 10 Jahren Laufzeit seien noch einmal mehr als 750 Millionen Euro eingesammelt worden. Damit wurden die Erwartungen des Unternehmens weit übertroffen. HeidelbergCement hatte nur mit einem Erlös von jeweils einer halben Milliarde Euro gerechnet.

          Die Anleihen werden mit 6,5 Prozent für fünf Jahre und 7,5 Prozent für zehn Jahre verzinst. Die Schuldverschreibungen haben jeweils einen Nennbetrag von 1.000 Euro. Die Ausgabekurse lägen bei 98,8561 und 98,2192 Prozent, damit ergäben sich Renditen von 6,75 beziehungsweise 7,75 Prozent ergeben.

          Bereits im vergangenen Oktober hatten die Heidelberger drei Anleihen mit Laufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren und einem Gesamtemissionsvolumen von 2,5 Milliarden Euro platziert. Heidelbergcement will die Bankverbindlichkeiten bis Ende 2011 auf fünf Milliarden Euro reduzieren. Die Nettoverschuldung lag nach Angaben des Unternehmens von Mitte November bei 8,6 Milliarden Euro. Der Schuldenberg stammt überwiegend aus dem 14 Milliarden Euro teuren Kauf des britischen Wettbewerbers Hanson vor zwei Jahren. (dpa-AFX)

          Permira steigt vollständig aus Freenet aus

          Die vom Finanzinvestor Permira kontrollierte Telco Holding trennt sich von ihrem verbliebenen Anteil am Mobilfunkanbieter Freenet. Die 12,9 Millionen Aktien entsprechend einem Anteil von 10,1 Prozent würden von Goldman Sachs und UBS platziert, teilte Permira am Dienstag in Frankfurt mit. Die Papiere würden in einem beschleunigten Bookbuildingverfahren angeboten. Der Verkaufspreis, dessen Ermittlung bereits angelaufen sei, werde nach Abschluss des Verfahrens bekanntgeben. Permira selbst bezifferte den Wert der zu veräußernden Anteile in der Mitteilung auf etwa 119 Millionen Euro. (dpa-AFX)

          Amerikanischer Richter friert Reserven der argentinischen Zentralbank ein

          Ein amerikanischer Richter hat wegen einer Klage von Anleihegläubigern Reserven der argentinischen Zentralbank in Höhe von 1,7 Millionen Dollar eingefroren. Nach Angaben von Argentiniens Wirtschaftsminister Amado Boudou wurde die Klage von Gläubigern eingereicht, die 2005 eine Neuverhandlung der Schulden des südamerikanischen Landes abgelehnt hatten. Insgesamt könnten sogar bis zu 15 Millionen Dollar des argentinischen Auslandsvermögens in den Vereinigten Staaten betroffen sein, sagte Boudou am Dienstag (Ortszeit) zu Journalisten. Die Zentralbank will das Urteil anfechten.

          Obwohl der Betrag klein ist, reagierten Investoren besorgt auf den Richterentscheid. Die Zweifel dürften damit wachsen, ob Argentinien in den nächsten Monaten wie geplant an die Kapitalmärkte zurückkehren kann, von denen es jahrelang ausgeschlossen war. Zudem befindet sich Argentinien wegen eines Streits über die Absetzung des Zentralbankpräsidenten derzeit in einer Staatskrise. (Dow Jones)

          Ferrero bietet nicht mit Hershey für Cadbury

          Der italienische Schokoladenhersteller Ferrero hat sich offenbar gegen ein Gebot für den britischen Süßwarenhersteller Cadbury entschieden. Wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte, hat sich die Ferrero SpA aus den Gesprächen mit dem amerikanischen Schokoladenkonzern Hershey über ein gemeinsames Gebot für Cadbury zurückgezogen. Eine solche Offerte hätte nicht in die Strategie des italienischen Familienkonzerns gepasst, so die Begründung. Ferrero war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (Dow Jones)

          Wirtschaft

          Bauernverband fordert Spekulationssteuer

          Der Deutsche Bauernverband hat ein staatliches Eingreifen gegen Spekulanten am Agrarmarkt verlangt. Verbandspräsident Gerd Sonnleitner brachte in einem Interview der „Berliner Zeitung“ eine Spekulationssteuer ins Gespräch. Außerdem forderte er, dass „Finanzierungsgeschäfte strikt mit Eigenkapital hinterlegt werden wie andere Bankgeschäfte auch. Dann kann jemand, der das Geld nicht hat, die Ware auch nicht kaufen. Das würde die Flut an schnellen Käufen und Verkäufen deutlich eindämmen.“ (apn)

          Amerikanische Notenbank erschwert Vergabe von Kreditkarten an junge Leute

          In den Vereinigten Staaten erhalten junge Erwachsene künftig schwerer eine Kreditkarte. Die amerikanische Notenbank (Fed) veröffentlichte am Dienstag die entsprechenden neuen Verbraucherschutzregeln. Danach dürfen die Banken Kreditkarten nicht mehr uneingeschränkt an Kunden unter 21 Jahren aushändigen. Nur wenn die jungen Leute nachweisen können, dass sie über genügend Mittel verfügen oder ihre Eltern oder andere für sie bürgen, können sie eine Kreditkarte bekommen.

          Die neuen Bestimmungen, die am 22. Februar in Kraft treten, sollen den Kunden auch mehr Transparenz bringen. So soll verhindert werden, dass die Zinsen im ersten Jahr nach Eröffnung eines Kontos erhöht werden. Gebühren für Kreditkarten werden außerdem begrenzt. (Reuters)

          Deutschland 2009 über EU-Schuldengrenze

          Deutschland hat nach einem Zeitungsbericht im vergangenen Jahr die Schuldengrenze des europäischen Stabilitätspakts verletzt. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lag die gesamtstaatliche Neuverschuldung bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt 2009 zwischen 3,1 und 3,2 Prozent, berichtet das „Handelsblatt“ (Mittwoch) unter Berufung auf informierte Kreise. Die exakte Zahl wird das Statistische Bundesamt am Mittwoch veröffentlichen. Die EU- Kommission hatte bereits im vergangenen Herbst ein Defizitverfahren gegen Deutschland und weitere EU-Staaten eröffnet. Nach den Brüsseler Vorgaben muss die Neuverschuldung bis 2013 unter den Grenzwert von 3,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) gedrückt werden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat dies zugesichert. (dpa-AFX)

          Obama stellt Gebühr für amerikanische Finanzinstitute am Donnerstag vor

          Amerikas Präsident Obama will die Details zu seinem Vorschlag, die amerikanischen Finanzinstitute an den Kosten für ihre Rettung zu beteiligen, am Donnerstag vorstellen. Um das hohe Haushaltsdefizit zu verringern und einen Teil der im Zuge der Krise ausgegebenen Rettungsgelder zurückzuerhalten, plant die Regierung die Erhebung einer Gebühr unter Finanzinstituten. Es müsse aber noch ein Weg gefunden werden, damit diese nicht an die Kunden der Banken weitergegeben werden könne. Die Mittel könnten aber auch in Form einer Steuer auf die Gesamtvergütung erhoben werden, hieß es auf der Webseite „Politico“, die zuerst von der Planung der Regierung berichtet hat. (Dow Jones)

          Bank of England signalisiert Pause bei Wertpapierkäufen

          Die Bank of England (BoE) nähert sich nach Ansicht ihres Ratsmitglieds Andrew Sentance dem Punkt, an dem eine Pause bei den Wertpapierkäufen eingelegt und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft analysiert werden sollte. In einem Interview mit der Zeitung „Guardian“ (Mittwochausgabe) sagte Sentance, während die reichlichen Kapazitätsreserven die Preissetzungsmacht der Unternehmen beschränkten, müssten auch die Effekte der Öl- und Rohstoffpreise sowie der Wechselkurse bedacht
          werden.

          Nach derzeitiger Planung wird die BoE ihre Wertpapierkäufe mit einem Gesamtvolumen von 200 Milliarden Pfund Anfang Februar beenden. Zwar halten es einige Ökonomen für möglich, dass die BoE ihre Käufe bei der Ratssitzung im Februar erneut aufstocken könnte, doch die meisten Experten rechnen damit, dass die Notenbank zumindest vorerst eine Pause einlegen wird. (Dow Jones)

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