https://www.faz.net/-gv6-tp8y

Medienschau : Schwache Konjunkturdaten aus Japan

  • Aktualisiert am

Fiat darf jetzt doch bei Chrysler einstiegen, Heidelberger Druck erhält eine Landesbürgschaft, Heidelberg-Cement nimmt angeblich 310 Millionen Dollar durch Verkäufe in Indonesien ein. Ein italienischer Investor ist angeblich an einer künftigen Karstadt-Kaufhof-Kette interessiert.

          5 Min.

          Unternehmen

          Italiener an künftiger Karstadt/Kaufhof interessiert

          Nach der Insolvenz der Karstadt-Mutter Arcandor prüft Metro einem Zeitungsbericht zufolge bereits einen mittelfristigen Weiterverkauf des angestrebten neuen Warenhauskonzerns an einen ausländischen Käufer. Als Interessent für den von Metro geplanten Konzern aus der Tochter Kaufhof und Karstadt gelte der italienische Warenhaus-Unternehmer Maurizio Borletti, berichtete das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Kreise zweier beteiligter Investmentbanken. Borletti solle dabei von einem Finanzinvestor unterstützt werden. „Es laufen derzeit Diskussionen, an denen wir uns beteiligt haben“, zitierte die Zeitung Borletti. „Aber angesichts der delikaten Lage ziehe ich es vor, nicht zu
          kommentieren.“

          Auch Metro gab sich zu einer möglichen Übernahme der geplanten Deutschen Warenhaus AG durch den Italiener bedeckt. „Uns liegt dazu nichts vor“, sagte ein Sprecher dem „Handelsblatt“. Er bestätigte aber, dass Metro die Warenhäuser zunächst einer
          ein- bis zweijährigen Umstrukturierung unterziehen wolle, um sie dann mehrheitlich abzugeben. Dabei sei auch ein Börsengang eine Option.

          Weg für Fiat-Einstieg bei Chrysler frei

          Das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten hat Weg für den raschen Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns beim insolventen Autobauer Chrysler frei gemacht. Der Supreme Court hob die am Vortag verfügte Blockade des Geschäfts wieder auf, die eine kleine Gruppe von Gläubigern beantragt hatte. Sie hätten nicht nachweisen können, dass eine solche Verzögerung gerechtfertigt sei, hieß es in der Begründung des Obersten Gerichts. Die Chrysler-Gläubiger wehren sich dagegen, dass ihre Forderungen nach bisherigen Planungen weitgehend verfallen sollen. (dpa-AFX)

          Landesbürgschaft für Heidelberger Druck

          Der angeschlagene Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck erhält eine Landesbürgschaft. Der Wirtschaftsausschuss hat am Dienstag staatliche Hilfe im Umfang von 229,02 Millionen Euro zugesagt, teilte der Landtag Baden-Württemberg am Dienstag mit. Es handele sich um den ersten Fall einer sogenannten Großbürgschaft über 50 Millionen Euro, hieß es. Der Weltmarktführer gehört zu den Unternehmen, denen die Wirtschaftskrise besonders zusetzt. Insgesamt hat Heidelberger Druck 850 Millionen Euro staatliche Hilfen beantragt. Dafür ist nach dem grünen Licht aus Stuttgart nun der Weg frei. (dpa-AFX)

          Heidelberg-Cement nimmt mit Verkauf 310 Millionen Dollar ein

          Der mit einem Schuldenberg kämpfende Baustoffkonzern Heidelberg-Cement hat Kreisen zufolge mit dem Verkauf von Anteilen an der indonesischen PT Indocement Tunggal Prakarsa rund 310 Millionen Dollar eingenommen. Durch die Transaktion reduziert sich der Anteil von Heidelberg-Cement an Indocement auf rund 51 Prozent von 65,1 Prozent, wie Reuters am Mittwoch von einer mit der Angelegenheit vertrauten Person erfuhr. Die 520,5 Millionen Aktien seien für 6000 Rupiah je Anteilschein an institutionelle Anleger verkauft worden und damit mit einem Abschlag von 12 Prozent auf den Indocement-Schlusskurs vom Dientag. HeidelbergCement versucht derzeit, seine Gläubiger von einem Restrukturierungsplan zu überzeugen. (Reuters)

          Automobilverband kritisiert Banken wegen zögerlicher Kreditvergabe

          Die deutsche Autoindustrie hat die zögernde Kreditvergabe der Banken scharf kritisiert. „Ich finde es sehr bedenklich, dass die Automobilindustrie, also auch die Zulieferer, von den Banken generell im Rating heruntergestuft werden“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Branchenverbands VDA der „Frankfurter Rundschau“ (FR/Mittwochausgabe).

          „Da greift ein Kurzfristdenken um sich, dass ja die Hauptursache für die aktuelle Finanzmarktkrise ist“, sagte Wissmann. Teilweise bekämen noch nicht einmal Firmen die Überbrückungsfinanzierung für dringend nötige Investitionen, die eine Eigenkapitalquote von 49 Prozent nachweisen könnten. „Da stimmt doch etwas nicht“, rügt Wissmann.

          An die Bundesregierung appellierte er, den Banken immer wieder klar zu machen, dass staatliche Hilfe für sie vor allem gewährt wurde, damit sie die Realwirtschaft mit ausreichend Liquidität versorgen.

          In diesem Jahr rechnet die deutsche Autoindustrie mit einem Absatzschub in Deutschland. „Es werden deutlich mehr als die rund 3,1 Millionen Neuzulassungen des Vorjahres sein“, sagte Wissmann. Im nächsten Jahr sei wegen des Wegfalls der Abwrackprämie allerdings im Inland mit einem Rückgang vor allem im Kleinwagensegment zu rechnen.

          „Allerdings gibt es erste Anzeichen dafür, dass wichtige Auslandsmärkte - wie China oder Indien - schon wieder zulegen“, so Wissmann. „Eine Belebung im Export könnte die Normalisierung auf dem Inlandsmarkt kompensieren.“ (Dow Jones)

          Ölkonzern Heritage geht mit türkischer Genel zusammen

          Der britische Ölkonzern Heritage Oil hat sich auf eine milliardenschwere Fusion mit Genel Energy International aus der Türkei verständigt. Aus dem Zusammenschluss gehe ein Ölkonzern hervor, der sich auf den kurdischen Teil des Irak konzentriere und rund 5,5 Milliarden Dollar wert sei, teilte Heritage am Dienstag mit. Genel ist eine Sparte der Cukurova-Gruppe. Sie soll den Angaben zufolge rund 50 Prozent an dem erweiterten Unternehmen halten. Heritage werde für Genel in Aktien zahlen, hieß es weiter.

          Heritage hofft durch die Fusion auf die Aufnahe in das britische Börsenbarometer FTSE der 100 größten Unternehmen. Heritage-Aktien legten rund drei Prozent zu. Heritage-Chef und -Gründer Tony Buckingham setzt bei dem Schritt darauf, dass die Querelen zwischen der irakischen Zentralregierung in Bagdad und Kurden-Vertretern über die Einnahmen aus dem Ölgeschäft bald ein Ende haben werden. Dann könnten die Gewinne aus den dortigen Ölfeldern die Entwicklung des Konzerns vorantreiben. (Reuters)

          Wirtschaft

          Schwache Konjunkturdaten aus Japan

          Schwach sind die jüngsten Konjunkturdaten aus Japan ausgefallen. Die Auftragseingänge der japanischen Maschinenbauunternehmen sind im April in der Kernberechnung (ohne Berücksichtigung von Kraftwerksanlagen und Schiffbau) gefallen. Wie die Regierung am Mittwoch mitteilte, wurde gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt ein Minus von 5,4 Prozent verzeichnet. Damit wurde bereits den zweiten Monat in Folge ein Rückgang verzeichnet. Volkswirte hatten im Mittel mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die Auftragseingänge um 32,8 Prozent niedriger.

          Der Ordereingang im Maschinenbau wird von Volkswirten als vorlaufender Indikator für die Entwicklung der Ausgaben der Unternehmen für langfristige Sachanlagen gewertet. Die Daten legen nach Ansicht von Beobachtern nahe, dass die Nachfrage nach Ausrüstungsgütern noch eine Weile schleppend bleiben dürfte.

          Die Großhandelspreise sind im Mai auf Jahressicht um 5,4 Prozent gesunken. Binnen Monatsfrist wurde ein Rückgang um 0,4 Prozent registriert, wie die Bank of Japan (BoJ) am Mittwoch mitteilte. Auf Jahressicht wurde damit der stärkste Rückgang seit März 1987 verzeichnet. Die Sorgen, dass Japan in eine Deflation zurückfallen könnte, dürften damit nach Ansicht von Beobachtern zunehmen. (Dow Jones)


          DJ Chinas Verbraucherpreise auch im Mai gefallen=
          PEKING (Dow Jones)--Die chinesischen Verbraucherpreise sind auch im Mai binnen Jahresfrist gefallen, doch angesichts der stabileren Konjunktur halten Experten die Gefahr einer Deflation für gering. Wie die nationale Statistikbehörde am Mittwoch
          berichtete, sanken die Lebenshaltungskosten für die chinesischen Verbraucher um 1,4 Prozent zum Vorjahr, womit sich den vierten Monat in Folge ein Rückgang ergab. Volkswirte hatten ein Minus von 1,3 Prozent erwartet. Im April waren die Verbraucherpreise um 1,5 Prozent
          zurückgegangen.




          Die Lebensmittelpreise, ein wichtiger Bestandteil des Verbraucherpreisindex, sanken im Mai um 0,6 Prozent auf Jahressicht. Die Preise ohne den Lebensmittelsektor fielen um 1,7 Prozent. Ökonom Ben Simpfendorfer von der Royal Bank of Scotland sagte, die
          Verbraucherpreise dürften auch im größten Teil des restlichen Jahres sinken, bevor es im nächsten Jahr vor dem Hintergrund einer Stabilisierung des Immobilienmarkts und wieder steigender Lebensmittelpreise zu einem Anstieg kommen sollte.

          Wie die Statistikbehörde weiter mitteilte, fielen die Erzeugerpreise um 7,2 Prozent im Jahresvergleich. Damit sind die Produzentenpreise den sechsten Monat in Serie gesunken. Ökonomen hatten nur ein Minus von 6,8 Prozent prognostiziert. Im April waren die
          Erzeugerpreise um 6,6 Prozent zurückgegangen.

          Kongress will Rolle der Notenbank bei Merrill-Lynch-Übernahme klären

          Die amerikanische Notenbank hat eine Vorladung von einem Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses bekommen. Die Abgeordnete wollen untersuchen, welche Rolle die Fed im vergangenen Jahr bei der Übernahme der die ins Strudeln geratenen Investmentbank Merrill Lynch durch die Bank of America gespielt hat. Die Frage dabei ist, ob die Fed zusammen mit dem Finanzministerium die Bank of America zur Übernahme von Merrill Lynch gedrängt hat. Die Notenbank und der damalige Finanzminister Henry Paulson haben das bestritten. (AP)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Suzanna Randall: Eine von zwei Kandidatinnen für den Flug zur Internationalen Raumstation ISS

          Nach erstem Frauenduo auf ISS : Wie männlich ist der Weltraum?

          Die Nasa fremdelte lange mit der weiblichen Biologie. So vermuteten Ingenieure, weiblicher Urin sei schleimbasiert und könne im All Leitungen verstopfen. Raumanzüge in der richtigen Größe sind heute noch ein Problem.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.