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Medienschau : Schuldenkompromiss nimmt Hürde im Kongress

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Der oberste Bankenaufseher der Finanzaufsicht Bafin, Raimund Röseler, hat sich vor dem Hintergrund der Schuldenkrise besorgt gezeigt. „Ich halte den deutschen Bankenmarkt nach wie vor für verwundbar“, sagte der neue Exekutivdirektor in einem Gespräch mit dem „Handelsblatt“ (Dienstag). Die Tatsache, dass die zwölf größten deutschen Banken den jüngsten Stresstest der europäischen Bankenaufsicht bestanden hätten, sei kein Anlass, sich beruhigt zurückzulehnen. „Womöglich wird die nächste Krise nicht in einem Geschäftsfeld ausgelöst, das wir gerade unter die Lupe genommen haben.“ Die derzeit größten Sorgen bereiten dem Bankenaufseher die sogenannten Länderrisiken. Auch nach dem neuen Rettungspaket für Griechenland bestehe die Ansteckungsgefahr für andere hoch verschuldete Staaten der Eurozone. Würde nur ein einzelnes Land der Peripheriestaaten zahlungsunfähig werden, wären die direkten Belastungen für die deutschen Banken verkraftbar, sagte Röseler. Nicht kalkulierbar wären aber die „potenziellen Ansteckungsketten“. Zum Beispiel könnten andere europäische Banken Probleme bekommen und sie auf deutsche Institute übertragen. In der Schuldenkrise sieht Röseler die Bankenaufsicht als „weitgehend machtlos“ an. „Wir können an der Krise nichts ändern, wir können nur dazu beitragen, dass die Folgen der Krise beherrschbar sind“, sagt der Exekutivdirektor. Sehr aufmerksam verfolge die Aufsicht aber die Refinanzierungssituation der Institute. „Wir sehen, dass Banken in relativ kurzer Zeit sehr viel Kapital benötigen, etwa weil sie ausstehende Anleihen haben, die fällig werden und verlängert werden müssen.“ Gleichzeitig gebe es Signale aus der Versicherungswirtschaft, dass dort manche Unternehmen ihre hohen Engagements bei Banken verringern wollen. „Banken, die bonitätsmäßig nicht zur ersten Garde gehören, könnten dabei ins Hintertreffen geraten“, befürchtet der Experte. (dpa-AFX)

Wirtschaftsnachrichten

Schuldenkompromiss nimmt Hürde im amerikanischen Kongress

Der nach wochenlangem Ringen ausgehandelte Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten zur Lösung des amerikanische Schuldenstreits hat die schwierigste Hürde im Kongress genommen. Im Repräsentantenhaus stimmten am Montagabend in Washington 269 Abgeordnete für den von den Parteispitzen ausgehandelten Plan, der eine Anhebung der Schuldenobergrenze und Ausgabenkürzungen in den kommenden zehn Jahren von mehr als zwei Billionen Dollar vorsieht. 161 Abgeordnete lehnten das Paket ab. Voraussichtlich am Dienstag (Ortszeit) steht nun das Votum im Senat an. Dann läuft auch die Frist zur Erhöhung des Schuldenlimits von derzeit 14,3 Billionen Dollar ab. Sollte der Kompromiss im Senat wider Erwarten doch noch durchfallen, droht der weltgrößten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit. Aber auch im Falle einer Zustimmung ist eine mögliche Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten noch nicht vom Tisch. Deswegen wird mit Spannung auf die Reaktion der Ratingagenturen gewartet, die wegen der hohen Schulden den Vereinigten Staaten damit gedroht haben, ihnen die AAA-Einstufung als Spitzenschuldner zu entziehen. (Reuters)

Australiens Zentralbank hält an Leitzins von 4,75 Prozent fest

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