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Medienschau : Regierung befürchtet deutlich steigende Zinskosten

  • Aktualisiert am

RWE prüft den Verkauf seiner britischen Tochter Npower, die Allianz hilft Griechenland mit 300 Millionen Euro. Die Fusion von Chi-X Europe und Bats steht infrage und Eons Gespräche mit Gazprom über die Gaspreise sind gescheitert.

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          Unternehmensnachrichten

          Fusion von Chi-X Europe und Bats steht infrage

          Der Zusammenschluss der Handelsplattformen Bats und Chi-X Europe könnte einem Zeitungsbericht zufolge gekippt werden. Die Aktionäre von Chi-X könnten sich andere Möglichkeiten vorstellen als vom Rivalen Bats Global Markets gekauft zu werden, berichtete die „Financial Times“ (Montagausgabe). Die Aktionäre überlegten derzeit, ihre Plattform an neue Interessenten zu verkaufen, nachdem sich die britische Wettbewerbsaufsicht den geplanten Zusammenschluss mit Bats genauer ansehen wolle. Das Blatt berief sich auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise. Sowohl eine Eigenständigkeit als auch ein Verkauf an Konkurrenten zähle zu den Optionen, zitierte das Blatt eine Person. (Reuters)

          RWE prüft Verkauf von britischer Tochter Npower

          Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern RWE prüft einem Pressebericht zufolge den Verkauf seiner britischen Tochter Npower. RWE habe bereits die Investmentbank Goldman Sachs damit beauftragt, die Zukunftsaussichten von Npower zu prüfen, schrieb die britische Zeitung „Sunday Times“. Als möglichen Käufer nannte die Zeitung den spanischen Versorger Iberdrola, der in Großbritannien bereits mit seiner Tochter Scottish Power aktiv ist. Npower gehört zu den sechs größten Versorgern in Großbritannien und könnte dem Bericht nach rund 5 Milliarden Pfund (5,5 Milliarden Euro) kosten.

          RWE erwägt laut Zeitung den Verkauf, um die eigene Schuldenlast zu senken und Kapazitäten für neue Investitionen angesichts der Energiewende zu schaffen. Zudem sei der Konzern enttäuscht über die britische Energiepolitik. Bereits in den vergangenen Jahren hatte RWE bei Npower mit einer schwachen Ertragslage zu kämpfen. Ein RWE-Sprecher betonte auf Anfrage, dass Großbritannien weiterhin zu den Kernmärkten von des Konzerns gehöre. „Ansonsten gilt, dass wir Marktspekulationen, und darum handelt es, nicht weiter kommentieren.“ (dpa-AFX)

          Allianz hilft Griechenland mit 300 Millionen Euro

          Europas größter Versicherungskonzern Allianz will sich mit rund 300 Millionen Euro am neuen Hilfsprogramm für Griechenland beteiligen. Zu der Unterstützung Griechenlands gebe es für die Europäer keine Alternative, sagte Allianz-Chef Michael Diekmann dem Magazin „Spiegel“. Eine Insolvenz Griechenlands hätte größere Auswirkungen als die Pleite der amerikanischen Bank Lehman, warnte er.

          Damit sich Griechenland in Zukunft wieder Geld am Kapitalmarkt besorgen könne, brauchen die Gläubiger nach Ansicht von Diekmann aber ein gewisses Sicherheitsnetz, da sonst momentan kein privater institutioneller Anleger Geld in Griechenland investieren würde. Nach seinen Vorstellungen sollte ein Teil des Geldes aus dem Euro-Rettungsmechanismus verwendet werden, um einen Anleiheversicherer einzurichten. Dieser könne dann die Anleihen bis zu einem Nennwert von beispielsweise 90 Prozent absichern. Der maximal mögliche Verlust für die Investoren läge dann bei zehn Prozent. (dpa-AFX)

          Eon-Gespräche mit Gazprom über Gaspreise gescheitert

          Die Verhandlungen zwischen Eon und Gazprom über niedrigere Gaspreise sind einem Pressebericht zufolge vorerst gescheitert. Das berichtet die „Berliner Morgenpost“ am Sonntag auf ihrer Webseite ohne Nennung von Quellen. Vor dem Wochenende war eine Frist abgelaufen, innerhalb derer der russische Konzern mit seinem Hauptkunden eine Abänderung der Lieferverträge vereinbaren konnte. Damit steht den Deutschen jetzt der Gang vor ein Internationales Schiedsgericht als letzte Instanz offen. (Dow Jones)

          Wirtschaftsnachrichten

          Regierung befürchtet deutlich steigende Zinskosten

          Die Bundesregierung rechnet in den kommenden Jahren mit kräftig steigenden Zinskosten. „Für Zinsausgaben müssen 2012 und 2013 bis zu zwei Milliarden Euro mehr veranschlagt werden“, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag aus Kreisen des Bundesfinanzministeriums. „Ein Grund dafür ist, dass die Gesamtverschuldung weiter steigt“, sagte eine mit dem Haushaltsentwurf 2012 vertraute Person. Dieser soll am Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden. „Außerdem hat die Europäische Zentralbank Zinserhöhungen angekündigt. Wir werden uns deshalb nicht mehr so günstig refinanzieren können.“

          Nach den Planungen des Finanzministeriums werden 2012 rund 12,6 Prozent der vom Bund geplanten Ausgaben von 306 Milliarden Euro für Zinsen fällig. In diesem Jahr sollen es nur 11,6 Prozent sein. Bis 2015 soll die Zinsausgabenquote sogar auf 15,6 Prozent steigen. Die Europäische Zentralbank (EZB) erhöht am Donnerstag voraussichtlich zum zweiten Mal in diesem Jahr ihren Leitzins, um mit teurerem Geld die Inflation zu bekämpfen. Erwartet wird eine Anhebung von 1,25 auf 1,5 Prozent. Im Herbst wird an den Märkten mit einem weiteren Zinsschritt auf dann 1,75 Prozent gerechnet.

          Trotz steigender Zinskosten will die Bundesregierung sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr jeweils weniger als 30 Milliarden Euro neue Schulden machen. Wegen stark steigender Steuereinnahmen infolge der guten Konjunktur dürfte die Nettokreditaufnahme in diesem Jahr unter dieser Marke bleiben, hieß es in den Kreisen. 2012 soll die Nettokreditaufnahme auf 27,2 Milliarden Euro sinken, was aber immer noch mehr als doppelt so viel wäre wie 2008. Zum Rückgang sollen höhere Privatisierungserlöse beitragen. (Reuters)

          Weitere Themen

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