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Medienschau : Rating-Agenturen stufen AIG herab

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Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die befürchtete Abstufung von AIG wird zur Tatsache, Merrill und Bank of America droht wegen der Übernahme ein Prozess. Lehman Brothers führen angeblich noch Gespräche mit Barclays, die Zentralbanken in Asien pumpen Milliarden in den Geldmarkt, Bundesbank-Präsident Weber hat keine Sorge um das deutsche Finanzsystem.Hewlett-Packard streicht nach der EDS-Übernahme fast 25.000 Stellen, Adecco will zum jetzigen Zeitpunkt nicht für Michael Page bieten und der Pkw-Absatz in Europa sank im August um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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          Unternehmen

          Drei Rating-Agenturen stufen AIG herab

          Die drei wichtigsten Rating- Agenturen der Welt haben in der Nacht zum Dienstag den angeschlagenen amerikanischen Versicherungsriesen AIG herabgestuft. Moody's senkte ihre Bewertung auf A2 von Aa3, Standard & Poor's auf A-Minus von AA-Minus und Fitch auf A von AA-Minus. Alle drei Institute erklärten, weitere Herabstufungen könnten folgen.

          AIG hat infolge der Kreditkrise deutliche Kursverluste erlitten. Sollten Rating-Agenturen die Bonität der weltweit zweitgrößten Versicherung über einen gewissen Punkt hinaus herabstufen, könnten Geschäftspartner ihr Kapital abziehen. Dies könnte Medien zufolge die Überlebensfähigkeit des Konzerns gefährden.

          Unterstützung erfährt AIG von staatlichen Stellen. Der Konzern dürfe ab sofort Vermögenswerte seiner Töchter in Höhe von 20 Milliarden Dollar als Sicherheiten bei der Aufnahme neuer Darlehen verwenden, sagte der für die behördliche Aufsicht zuständige Gouverneur des Bundesstaates New York, David Paterson, am Montag. Auf diese Weise könne sich AIG kurzfristig Überbrückungskredite in dieser Höhe verschaffen. Angesichts eines dramatischen Kursverfalls von AIG forderte Paterson zudem die Regierung in Washington zu zusätzlicher Unterstützung des Konzerns auf.

          Die amerikanischen Notenbank Fed soll die Großbanken JPMorgan Chase und Goldman Sachs um Kredite in Höhe von bis zu 75 Milliarden Dollar für den angeschlagenen Versicherer gebeten haben. Bei Gesprächen mit den beiden Instituten habe die Fed auch eine Reihe weiterer Möglichkeiten angesprochen worden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Fed hat beiden Instituten mittlerweile Unterstützung bei ihren Hilfsbemühungen für AIG zugesagt. JPMorgan und Goldman, die Finanzberater von AIG, waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. (Reuters, dpa-AFX)

          Barclays bestätigt Gespräche mit Lehman Brothers

          Die britische Großbank Barclays führt Gespräche mit der insolventen amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers. Man spreche mit Lehman Brothers über den Kauf von Vermögenswerten, die attraktiv für Barclays-Aktionäre sein könnten, teilte die Bank am Dienstag mit. Es sei aber nicht klar, ob die Gespräche auch zu einem Abschluss führen werden.

          Barclays reagierte damit auf entsprechende Spekulationen in der Presse. So hatte beispielsweise das „Wall Street Journal“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, die Briten hätten ein Auge auf die amerikanischen und kanadischen Aktivitäten Lehmans geworfen. Bei einer Einigung dürften mindestens 10.000 Lehman-Angestellte zu Barclays wechseln. (dpa-AFX)

          Ratingagenturen sehen Bank of America nach Merrill-Kauf skeptisch

          Die Ratingagenturen Standard & Poor's (S&P) und Moody's sehen die Zukunft der Bank of America nach der Übernahme der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch vorsichtig skeptisch. Nach der 50 Milliarden Dollar schweren Transaktion sei eine Abstufung der Bank-of-America-Ratings wahrscheinlich, erklärten beide Agenturen am späten Montagabend.

          Die S&P-Analysten haben vor diesem Hintergrund bereits das langfristige Counterparty-Kreditrating der Bank of America auf „AA-“ heruntergenommen. Diese Abstufung trage dem Risiko der Übernahme von Merrill Lynch Rechnung, besonders vor dem Hintergrund
          der turbulente Marktentwicklung, hieß es zur Begründung. Die kurz- und mittelfristigen Risiken überwiegen nach Einschätzung der Ratingentur die langfristigen Ertragschancen.

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