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Medienschau : Plant Conti einen Milliardenkauf zur Schaeffler-Abwehr?

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Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

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          Unternehmen

          Medien- Conti plant Milliardenkauf zur Schaeffler-Abwehr

          Der Autozulieferer Continental plant Zeitungsberichten zufolge den Kauf eines Konkurrenten, um sich gegen die drohende Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe zu wehren. Conti erwäge den Kauf eines Autozulieferers und sei dazu in konkreten Gesprächen mit mehreren internationalen Rivalen, berichtete die Zeitung „Financial Times“ am Samstag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Die „Hannoversche Allgemeine“ berichtete, Vorstandschef Manfred Wennemer wolle dem Aufsichtsrat am Mittwoch die mehr als drei Milliarden Euro teure Übernahme eines Zulieferers vorschlagen. Ein Continental-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Im Umfeld des Konzerns wurden die Berichte am Samstag aber ausdrücklich nicht bestätigt. Finanziert würde eine solche Milliardenübernahme wohl durch eine Kapitalerhöhung, berichtete die britische Zeitung. Das hätte für Conti den Vorteil, dass sich der bereits erworbene Anteil von Schaeffler wieder verwässern würde. Schaeffler hält acht Prozent und kann sich über Derivategeschäfte weitere 28 Prozent beschaffen- und hätte damit bei Hauptversammlungen wohl faktisch die Mehrheit. Die „Hannoversche Allgemeine“ berichtete dagegen, mit der geplanten Übernahme wolle Conti als Übernahmeziel unattraktiver werden und seinen Schuldenberg anwachsen lassen. Ob eine solche „Giftpillen“-Strategie im Aufsichtsrat eine Mehrheit finde, sei aber unsicher.

          Erwin Wörle, Arbeitnehmervertreter im Conti-Aufsichtsrat, sieht eine Übernahme durch Schaeffler weniger kritisch als das Conti-Management um Vorstandschef Wennemer: „Im Umgang mit Gewerkschaften sind Wennemer und (Schaeffler-Chef Jürgen) Geißinger wie Zwillinge“, sagte Wörle der „Automobilwoche“. „Mehr Sicherheit gibt es für die Arbeitnehmer auch bei Herrn Wennemer nicht“. Dem „Tagesspiegel am Sonntag“ sagte der Arbeitnehmervertreter, Aufsichtsratschef Hubertus von Grünberg sehe den Schaeffler-Plan offenbar auch nicht negativ: „Wenn er dagegen wäre, dann hätte er sich schon geäußert.“ Am Ende werde der AR-Chef wohl den Ausschlag geben. Niedersachsens IG-Metall-Chef Hartmut Meine, der ebenfalls zum Conti-Aufsichtsrat gehört, forderte am Sonntag für den Fall einer Übernahme einklagbare Garantien zu Unternehmensstruktur, Arbeitsplätzen und Tarifverträgen. Den Einstieg eines Finanzinvestors lehne er ab.

          Im Abwehrkampf gegen das über elf Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot des fränkischen Wälzlagerherstellers Schaeffler hat Conti zuletzt finanzstarke Banken als Berater auf seine Seite gezogen, um Schaefflers Finanzierungsmöglichkeiten einzuengen. Zwar hat sich die nicht börsennotierte Schaeffler-Gruppe die Finanzierung des Kaufangebots und die Übernahme von Conti-Schulden bereits gesichert. Conti will es Schaeffler allerdings schwermachen, zusätzliche Kredite zu erhalten - etwa für eine Aufstockung der Offerte. Schaeffler könnte Probleme bei der Suche nach Banken bekommen, die Teile des 16 Milliarden Euro schweren Kredits übernehmen. Wenn aber der Weiterverkauf - die Syndizierung - nicht klappt, müssten die finanzierenden Banken die Risiken in ihre eigenen Bücher nehmen. Dann wären sie wohl kaum zu weiteren Krediten bereit.

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