https://www.faz.net/-gv6-6ojag

Medienschau : Moody's erwägt Herabstufung von GE-Rating

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

SAP rechnet mit einem schwachem Geschäft und baut 3300 Stellen ab, derweil Novartis nach einem neuerlichen Rekordgewinn die Dividende anhebt. Canon verzeichnet einen Gewinneinbruch und gibt für 2009 eine düstere Prognose ab. Die Siemens-Aktionäre ebnen den Weg für eine Kapitalerhöhung, Sun Micro verbucht weniger Verlust als erwartet, Yahoo! stürzt durch den Umbau ins Minus und auch STMicroelectronics überrascht im vierten Quartal mit einem Verlust. Wacker Chemie fährt nach einem schwachem Schlussquartal Kurzarbeit. Auch Panasonic steht angeblich vor roten Zahlen und selbst die Dekabank verbucht einen Quartalsverlust. Der Widerstand gegen Staatshilfen für Schaeffler nimmt zu, Obama erwägt den Aufbau einer „Bad Bank“ und Firmenchefs sehen weltweit drei magere Jahre vor sich.

          10 Min.

          Unternehmen

          SAP baut 3300 Stellen ab und rechnet mit schwachem Geschäft 2009

          Der Softwarekonzern SAP will mit dem Abbau von 3300 Stellen auf die jüngste Absatzkrise reagieren. Das Walldorfer Unternehmen teilte am Mittwoch mit, weltweit solle die Stellenzahl bis Jahresende auf 48.500 von zuletzt 51.800 sinken. Dadurch ergäben sich ab 2010 Einsparungen von 300 bis 350 Millionen Euro.

          Eine detaillierte Prognose für die wichtigen Erlöse aus dem Verkauf von Software-Lizenzen und -Wartung im laufenden Jahr wollte SAP wegen der unsicheren Geschäftslage nicht abgeben. Diese könnte 2009 ohne Berücksichtigung von Sondereffekten aus dem Zukauf von Business Objects um bis zu ein Prozent unter den Wert des Jahres 2008 in Höhe von 8,623 Milliarden Euro sinken, stellte SAP in Aussicht. Bei der um Sondereffekte bereinigten operativen Marge rechnet SAP 2009 mit einem Rückgang auf 24,5 bis 25,5 Prozent von 28,4 Prozent im Jahr 2008. (Reuters)

          Moody's erwägt Herabstufung von GE-Rating

          Moody's prüft die Herabstufung der Ratings des amerikanischen Mischkonzerns General Electric (GE) sowie von dessen Finanzsparte. Als Gründe für die Überprüfung verwiesen die Kreditanalysten am Dienstag auf die Probleme des Unternehmens im vierten Quartal sowie die Aussicht auf ein nicht minder schwieriges Jahr 2009. Aktuell stuft Moody's GE mit „AAA“ ein.

          GE reagierte auf diese Ankündigung der Ratingagentur und teilte am Abend mit, die aktuelle Bonitätseinstufung behalten zu wollen. Sollte das Rating aber zurückgenommen werden, hätte dies keine „großen operativen Auswirkungen“, erwartet der Konzern.

          Die GE-Aktie verlor nach Bekanntwerden der möglichen Abstufung durch Moody's im nachbörslichen amerikanischen Handel 4,4 Prozent auf 12,48 Dollar.

          Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte bereits am Montag nach Veröffentlichung des GE-Quartalsergebnisses mitgeteilt, die Bonitätseinstufung unverändert zu lassen, obwohl sich auch die S&P-Kreditanalysten auf eine schwierige Zukunft für das Unternehmen einstellen. Die Ratingagentur begründete ihre Entscheidung mit der weiter starken Entwicklung des Industriegeschäfts. Im vergangenen Monat hatte S&P den Ausblick für das GE- und GE-Capital-Rating auf „negativ“ gesenkt. (Dow Jones)

          Wacker Chemie fährt nach schwachem Schlussquartal Kurzarbeit

          Der bayerische Spezialchemiekonzern Wacker Chemie fährt nach einem Ergebniseinbruch im vierten Quartal Kurzarbeit. Wie Wacker Chemie am Mittwoch mitteilte, ging der operative Gewinn im Schlussquartal 2008 auf 120 Millionen Euro von 205 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum zurück. Der Abschwung der Weltwirtschaft habe sich spürbar auf das eigene Geschäft niedergeschlagen, hieß es zur Begründung. Vor allem die Nachfrage nach Produkten für die Bauwirtschaft und die Automobilindustrie sei zurückgegangen. Diese Trends setzen sich nach Konzernangaben auch aktuell fort. Um die Kosten in den Griff zu bekommen, senkt das Management deshalb die Produktion und führt an seinen inländischen Standorten wie angekündigt Kurzarbeit ein.

          Im Gesamtjahr 2008 kletterte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) leicht auf 1,05 (2007: 1,00) Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich nach vorläufigen Angaben um 14 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro. Eine Prognose für 2009 wagte der Konzern am Mittwoch noch nicht. Vorstandschef Rudolf Staudigl erklärte lediglich, die Bilanz sei solide. „Damit sehen wir uns gut gerüstet, um die Herausforderungen des laufenden Jahres zu meistern.“ (Reuters)

          Weitere Themen

          Weltgrößter Börsengang erfolgreich Video-Seite öffnen

          Aramco-Aktie im Plus : Weltgrößter Börsengang erfolgreich

          Der weltgrößte Börsengang des Ölkonzerns Saudi Aramco ist ein Erfolg: Die Aktien der saudiarabischen Staatsfirma debütierten am Mittwoch mit 35,2 Riyal an der Börse in Riad. Das ist ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

          Topmeldungen

          Bewegung in Italien : Sardinen wollen es mit Salvini aufnehmen

          Eine Großkundgebung in Rom ist der vorläufige Höhepunkt der Sardinen-Bewegung. Die italienischen Linken wollen den öffentlichen Raum und politischen Diskurs zurück. Lega-Chef Salvini hat die Herausforderung angenommen.
          Die Ziele der EZB sind umstritten.

          Debatte um Inflationsziel : Was die EZB wirklich antreibt

          Ist die Inflationsbekämpfung das einzig wahre Ziel der EZB oder gibt es noch andere implizite Absichten, die in Entscheidungen einfließen? Eine neue Studie stellt ein interessantes Experiment an.
          Die Eröffnung der Vogelfluglinie: Der dänische König Frederik IX. (links) und Bundespräsident Heinrich Lübke gehen im Mai 1963 im dänischen Hafen Rodbyhavn an Bord der Fähre.

          Von Hamburg nach Kopenhagen : Abschied von der Vogelfluglinie

          Die Zugfahrt von Hamburg nach Kopenhagen führte jahrzehntelang mit der Fähre über die Ostsee. Das war mal ein Verkehrsprojekt der Superlative. Nun ist die Verbindung über das Schiff Geschichte. Eine letzte Fahrt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.