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Medienschau : Microsoft schockt mit massivem Gewinneinbruch

  • Aktualisiert am

Dem weltgrößten Softwarekonzern Microsoft macht die Wirtschaftskrise weit drastischer zu schaffen als erwartet. Air France-KLM hat einen Umsatzeinbruch von 20 Prozent erlitten. Amazon verdient im 2. Quartal weniger. Und Merck hat im zweiten Quartal einen unerwartet kräftigen Gewinnrückgang verbucht.

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          Unternehmen

          Microsoft-Gewinn bricht im vierten Quartal ein

          Die schwache Nachfrage nach Computern und die Rezession haben dem Softwarekonzern Microsoft das vierte Geschäftsquartal verhagelt. Das Nettoergebnis brach um knapp 30 Prozent auf 3,05 (4,3) Milliarden Dollar ein, wie die Microsoft Corp, Redmond, am späten Donnerstag mitteilte. Der Umsatz gab um 17 Prozent auf 13,1 Milliarden Dollar nach. Mit dem Ergebnis erreichte der Softwarekonzern die Erwartungen an Wall Street. Vor Sonderposten verdiente Microsoft 0,36 Dollar je Aktie und damit exakt den von Analysten erwarteten Wert. An der Börse kamen die Quartalszahlen dennoch nicht gut an. Im nachbörslichen amerikanischen Handel verloren die Titel des Softwarekonzerns 7 Prozent auf 23,77 Dollar. Zur Begründung führten Marktteilnehmer an, Microsoft habe zwar mit dem Gewinn die Erwartungen erreicht, der Umsatz sei jedoch deutlich schwächer ausgefallen. Alle fünf Konzernsparten verzeichneten Gewinnrückgänge im vierten Quartal, das bei Microsoft im Juni endet. Nach dem Vorquartal war es erst das zweite Mal in der Unternehmensgeschichte, dass der Konzern Umsatzrückgänge hinnehmen musste. Die Zurückhaltung von Unternehmen und Verbrauchern bei Neuanschaffungen machten Microsoft zu schaffen. (DowJones)

          Ericsson leidet unter Handys und Chips - Servicegeschäft läuft

          Das schleppende Geschäft mit Handys und Mobilfunkchips hat den schwedischen Netzwerkausrüster LM Ericsson auch im zweiten Quartal belastet. Mit 800 Millionen schwedischen Kronen (75 Millionen Euro) verdienten die Schweden nicht mal halb so viel wie im Vorjahreszeitraum mit 2,0 Milliarden Kronen. Der Umsatz wuchs dagegen dank des gut laufenden Servicegeschäfts um 11 Prozent auf 52,1 Milliarden Kronen, wie das Unternehmen am Freitag in Stockholm mitteilte. Das Handy-Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson kommt immer noch nicht aus den roten Zahlen. Das neu gegründete Chip-Gemeinschaftsunternehmen ST-Ericsson weitete sein Minus ebenfalls aus. Das Stammgeschäft mit Netzwerken lief für Ericsson in den vergangenen Monaten dagegen gut. Hier steigerte der Konzern sein operatives Ergebnis von 4,7 auf 6,9 Milliarden Kronen, was mehr war als von Analysten erwartet. Immer mehr Telekomunternehmen lassen ihre Netze von den Schweden managen. Auch aus China erhielt Ericsson jüngst große Aufträge. (dpa-AFX)

          Amazon verdient im 2. Quartal weniger

          Der amerikanische Onlinehändler Amazon hat im zweiten Quartal bei einem gestiegenen Umsatz weniger verdient. Der Markt reagierte enttäuscht auf die am Donnerstag nach Börsenschluss vorgelegten Zahlen. Die Aktie ging auf Talfahrt. Der Umsatz des Onlinehändlers aus Seattle stieg um 14 Prozent auf 4,65 Milliarden Dollar. Doch der Nettogewinn fiel um 10 Prozent auf 142 Millionen Dollar oder 0,32 Dollar je Aktie. Der Gewinnrückgang war unter anderem auf die Kosten aus einem gerichtlichen Vergleich mit Toys R Us, der Amazon 52 Millionen Dollar kostete, sowie die schwächere Nachfrage nach margenstarken Produkten wie Videospielen in Nordamerika zurückzuführen. Für das laufende dritte Quartal erwartet Amazon einen Umsatz von 4,75 Milliarden bis 4,92 Milliarden Dollar. Der Gewinn soll zwischen 120 Millionen Dollar und 210 Millionen Dollar liegen. Damit reicht die Spannbreite für die Gewinnprognose von minus 22 Prozent bis plus 36 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2008. (DowJones)

          Air France-KLM mit Umsatzeinbruch von über 20 Prozent

          Europas größte Luftfahrtgesellschaft Air France-KLM hat im ersten Quartal des laufenden Finanzjahres einen Umsatzeinbruch von 20,5 Prozent erlitten. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Tickets und Frachtraum seien wegen der Wirtschaftskrise auf 5,19 Milliarden Euro zurückgegangen, teilte die Airline am Donnerstag mit. Im Passagiergeschäft sei der Verkauf um 18,7 Prozent auf rund vier Milliarden Euro gefallen. Bei der Luftfracht gab es sogar einen drastischen Rückgang um 41,5 Prozent auf 544 Millionen Euro. Im laufenden Quartal rechne die Firma mit einer weiteren leichten Verschlechterung des Geschäfts, teilte Air France weiter mit. In den beiden letzten Quartalen des im März 2010 endenden Finanzjahres sei mit einer Stabilisierung und einer leichten Verbesserung zu rechnen. (Reuters)

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