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Medienschau : Merkel sieht weiter Risiken bei Opel-Rettung

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Bis zur endgültigen Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel sind nach Ansicht von Bundeskanzlerin Merkel noch eine Reihe von Risiken zu bestehen. Derweil werden mehrere große amerikanischen Banken einem Bericht zufolge am Mittwoch kommender Woche mit der Rückzahlung von Staatshilfen an die Regierung beginnen.

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          Merkel sieht weiter Risiken bei Opel-Rettung

          Bis zur endgültigen Rettung des angeschlagenen Autobauers Opel sind nach Ansicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel noch eine Reihe von Risiken zu bestehen. „Opel hat eine Chance bekommen, nicht mehr und nicht weniger“, sagte sie am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. „Es stimmt, dass es da Unbestimmtheiten gibt“, fügte sie mit Blick auf die kritische Haltung von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zu dem Rettungskonzept hinzu. Es stünden jetzt harte Verhandlungen des kanadischen Zulieferers Magna mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors an. Der Anspruch sei aber, dass spätestens nach sechs Monaten ein Vertrag fertig sei. Zu Äußerungen Guttenbergs, wonach es weitere Interessenten für Opel gebe, sagte die Kanzlerin: „Es gibt zum Beispiel einen chinesischen Interessenten.“ Dieser sei bereits über die Medien bekannt geworden. Merkel verteidigte zugleich die Entscheidung für eine Staatsbürgschaft für Opel von Bund und Ländern. Wäre Opel in die Insolvenz geschickt worden, wären die rechtlichen Konsequenzen durch die Vermischung des amerikanischen und des europäischen Insolvenzrechts unüberschaubar geworden und hohe Kosten auf den Steuerzahler zugekommen. Merkel betonte, die Bundesregierung habe versucht, so viele Details wie möglich vorab mit Magna abzuklären, damit es hinterher kein böses Erwachen gebe. Es sei nicht klar, ob die Steuerzahler überhaupt finanziell zu Rate gezogen würden. Opel sei ein zukunftsfähiges Unternehmen, das gute Autos baue. Guttenberg hatte mitgeteilt, die Regierung stehe trotz der exklusiven Verhandlungen mit Magna in Kontakt mit anderen potenziellen Käufern, ohne deren Identität preiszugeben. „Es gibt immer welche, die bei uns Interesse zeigen“, sagte er. Als weitere Interessenten sind bislang der italienische Autohersteller Fiat und der chinesische Konkurrent BAIC bekannt. (Reuters)

          Airbus hält Geschwindigkeit nicht für Absturzursache

          Der Flugzeugbauer Airbus und die Fluggesellschaft Air France halten fehlerhafte Geschwindigkeitsmesser nicht für den Grund für den Airbus-Absturz über dem Atlantik. „Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen falschen Geschwindigkeitsmessungen und dem Unfall“, sagte Airbus-Chef Tom Enders am Donnerstagabend in der ARD. Air France-Chef Pierre-Henri Gourgeon sieht das ähnlich. „Ich bin nicht davon überzeugt, dass die Geschwindigkeitssensoren die Absturzursache waren“, sagte er. Die seit 2008 bekannten Fälle von Eisbildung in den Messgeräten seien nicht als schwerwiegend eingestuft worden. Die Sensoren würden nun trotzdem als Vorsichtsmaßnahme ausgetauscht. Eine französische Anwältin, die einige der Familienangehörigen der Opfer vertrat, erklärte indes, mehrere Hinterbliebene seien der Auffassung, Informationen seien zurückgehalten worden. Sie hätten vor, rechtliche Schritte einzuleiten, um Zugang zu den Untersuchungsakten zu bekommen. Beim Absturz einer A330 waren vor knapp zwei Wochen 228 Menschen ums Leben gekommen, darunter 28 Deutsche. Die Maschine der Air France war an Pfingstmontag auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris, als sie in ein schweres Unwetter geriet und vom Radar verschwand. Als Ursache für den Absturz werden unter anderem Probleme bei den Geschwindigkeitsmessern vermutet. Airbus dementierte einen Zeitungsbericht, wonach das Unternehmen alle Maschinen der Flugzeugfamilie A330/A340 vorerst am Boden behalten lassen wolle. „Das ist kompletter Blödsinn“, sagte Enders. Der Bericht habe keinerlei Substanz. Ein Airbus-Sprecher betonte, die Maschinen seien sicher und blieben im Einsatz. Die französische Zeitung „Le Figaro“ hatte berichtet, Airbus erwäge seine Langstreckenreihe A330/A340 vorerst nicht mehr starten zu lassen. (Reuters)

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