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Medienschau : Merck-Gewinn sinkt deutlich

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Der Rückgang im Chemiegeschäft hat den Gewinn des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck im ersten Quartal deutlich geschmälert. GM hat angeblich einen neuen Sanierungsplan. Und die japanische Wirtschaft wird nach Einschätzung der Regierung um 3,3 Prozent schrumpfen.

          11 Min.

          Unternehmen

          Nachfrageeinbruch im Chemiegeschäft lässt Merck-Gewinn sinken

          Der Nachfrageeinbruch im Chemiegeschäft hat den Gewinn des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck im ersten Quartal deutlich geschmälert. Das Ergebnis nach Fremdanteilen sei um 76,3 Prozent auf 56,7 Millionen Euro eingebrochen, teilte die im Dax notierte Merck KGaA am Montag am Firmensitz in Darmstadt mit. Das operative Ergebnis sank auf 198,1 Millionen Euro, nachdem Merck im Vorjahreszeitraum 359,6 Millionen Euro ausgewiesen hatte. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Analysten hatten im Schnitt mit 208,01 Millionen Euro gerechnet. Beim Umsatz profitierte Merck von der Entwicklung im größeren Pharmageschäft, während die Erlöse im Chemiegeschäft um 22 Prozent nachgaben. 2009 erwartet Unternehmenschefs Karl-Ludwig Kley wegen der konjunkturellen Unsicherheiten für die Gruppe ein Wachstum der Gesamterlöse von 0 bis 5 Prozent. (dpa-AFX)

          Kuka: Auftragseinbruch im Quartal

          Nach einem massiven Auftragseinbruch spart der Roboter- und Anlagenbauer Kuka noch stärker und schließt auch betriebsbedingte Kündigungen nicht aus. Über die bereits angekündigten Kostensenkungen von 50 Millionen Euro im laufenden Jahr sollen weitere Sparpotentiale umgesetzt werden, kündigte der Konzern am Montag in Augsburg an. Das Programm soll laut Vorstandschef Horst J. Kayser die Beschäftigten „so lange wie möglich“ vor betriebsbedingten Kündigungen schützen. Mit den Arbeitnehmervertretern laufen den Angaben zufolge Gespräche über weitere Kostensenkungen. Dazu zählten die Einführung von Kurzarbeit, die Verschiebung von Tariferhöhungen, die Überprüfung von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie Kapazitätsanpassungen. Im ersten Quartal sackte der Auftragseingang nach vorläufigen Zahlen auf rund 214 (Vorjahreszeitraum: 404,3) Millionen Euro ab. Die Nachfrage sei sowohl in der Autoindustrie, mit der Kuka den Großteil seines Geschäfts macht, als auch in anderen Branchen zurückgegangen. Der Umsatz fiel auf 227 (280,2) Millionen Euro. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel demnach ausgeglichen aus, nach 15,8 Millionen Euro im Startquartal 2008. Für 2009 peilt Kuka nach der Restrukturierung „ein ausgeglichenes bis leicht positives Betriebsergebnis“ an. (Reuters)

          Krones befürchtet nach Auftragseinbruch Jahresverlust

          Der Oberpfälzer Getränkeabfüllmaschinenbauer Krones befürchtet nach einem herben Auftragseinbruch im Auftaktquartal einen Verlust im Gesamtjahr. In den ersten drei Monaten 2009 sei ein Fehlbetrag vor Steuern von vier Millionen Euro angefallen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Im Vorjahresquartal hatte noch ein Vorsteuergewinn von 45,6 Millionen Euro in den Büchern gestanden. Der Umsatz brach um ein Fünftel auf 482,3 Millionen Euro ein, der Auftragseingang reduzierte sich von Januar bis März um knapp ein Drittel auf 414,5 Millionen Euro. „Das Unternehmen muss davon ausgehen dass sich die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise im weiteren Jahresverlauf deutlich auf Umsatz und Ergebnis auswirkt“, teilte Krones mit. Sollte die Investitionsscheu der Kunden weiter anhalten, sei auch ein Verlust für das Jahr 2009 nicht auszuschließen. Als Konsequenz stutzt das Unternehmen seine Dividende für 2008 um zehn Cent auf 60 Cent je Aktie. Im vergangenen Jahr hatte Krones seinen Nettogewinn noch um knapp fünf Prozent auf 106,5 Millionen Euro gesteigert. (Reuters)

          Sharp verbucht erstmals operativen Gesamtjahresverlust

          Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte ein Geschäftsjahr mit tiefroten Zahlen abgeschlossen. Der operative Verlust des im März abgelaufenen Geschäftsjahrs 2008/09 betrage umgerechnet 437 Millionen Euro (55,48 Milliarden Yen), teilte der Konzern am Montag mit. Im Vorjahr war noch ein Gewinn von rund 1,5 Milliarden Euro angefallen. Ursache seien die schlechte Nachfrage nach Fernsehern, Preisrückgänge und Kosten für die Umstrukturierung des Unternehmens. Sharp ist nach Samsung und Sony der weltweit drittgrößte Hersteller von Flachbildschirm-Fernsehern. Für das gerade begonnene Geschäftsjahr 2009/10 peilt Sharp wieder einen operativen Gewinn von 393 Millionen Euro an. (Reuters)

          GM hat angeblich neuen Sanierungsplan

          Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) will der amerikanischen Regierung angeblich rasch einen neuen Sanierungsplan mit neuen, noch härteren Einschnitten vorlegen. Das bereits dritte Konzept könnte schon am Montag vorgestellt werden, berichtete die „New York Times“ am Wochenende unter Berufung auf informierte Personen. Der Plan werde wahrscheinlich weitere Werkschließungen und Stellenabbau vorsehen sowie eine neue Absatzprognose enthalten. Laut weiteren Medienberichten könnte GM auch die mehr als 80 Jahre alte Marke Pontiac sterben lassen. Keine Informationen gab es dazu, ob die neuen Einschnitte nur den amerikanischen Markt oder auch das Europa-Geschäft unter anderem mit Opel treffen sollen. General Motors (GM) hat von der amerikanischen Regierung Zeit bis zum 1. Juni bekommen, ein tragfähiges Zukunftskonzept vorzulegen. Die vorherigen zwei Sanierungspläne schmetterte Washington als realitätsfern ab. Die Opel-Mutter hat bisher insgesamt 15,4 Milliarden Dollar staatliche Unterstützung erhalten und will weitere 14,6 Milliarden. Das Weiße Haus will vor weitere Hilfen jedoch sicher sein, dass GM überhaupt überleben kann. (dpa-AFX)

          Zeitung: Deutsche Bank erreicht in Q1 vorraussichtlich Rendite-Ziel

          Die Deutsche Bank hat einem Zeitungsbericht zufolge ihr langfristiges Ziel für die Eigenkapitalrendite im ersten Quartal voraussichtlich wieder erreicht. Wie das „Handelsblatt“ (Montag) unter Berufung auf Finanzkreise berichtet, dürfte die Rendite vor Steuern im abgelaufenen Jahresviertel wieder bei 25 Prozent gelegen haben. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte zuletzt bereits von möglichen Renditen von mindestens 20 Prozent gepsprochen. Dem „Handelsblatt“ sagte Ackermann nun: „25 Prozent Eigenkapitalrendite ist lange Zeit das gewesen, was die Besten der Welt erreicht haben. In der Krise ist das natürlich schwerer geworden. Aber einige Banken haben diese Richtgröße im ersten Quartal dieses Jahres wieder erreicht oder sind ihr zumindest sehr nahe gekommen.“ Mit Blick auf die für Dienstag vorgesehenen eigenen Zahlen fügte er hinzu: „Man kann es im Geschäftsleben nicht mit Absicht gemächlicher angehen lassen, nur damit alle mitkommen.“ Für diese Zielsetzung wurde Ackermann zuletzt von zahlreichen Politikern hart kritisiert. „Ackermann trägt eine Mitverantwortung für die Verfolgung überzogener Renditeziele“, sagt der SPD-Fraktionsvize Joachim Poß gegenüber dem „Handesblatt“. Das habe zusammen mit Fehlanreizen in der Managervergütung in diese Krise geführt. „Wenn Ackermann jetzt einfach bei dieser Sichtweise bleibt, zeigt dies, dass er aus dieser schweren Krise zu wenig gelernt hat. Als wichtiger Repräsentant der deutschen Kreditwirtschaft ist er damit nicht länger geeignet„, sagte Poß und forderte den Rücktritt des Bankchefs. Auch Otto Bernhardt, finanzpolitischer Sprecher der Union, bezeichnete das Ziel als „falsches Signal“. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte den Bericht am Sonntag nicht kommentieren. Das Geldinstitut lege am Dienstag seine Zahlen vor und werde dazu vorher nichts sagen. (dpa-AFX)

          Kontron-Quartalsgewinn schrumpft trotz steigender Umsätze

          Der Gewinn des Kleincomputerherstellers Kontron ist im ersten Quartal trotz eines leicht steigenden Umsatzes zurückgegangen. Der Überschuss schrumpfte auf 4,9 Millionen Euro von 6,8 Millionen Euro, wie das Unternehmen aus Eching bei München am Montag mitteilte. Kontron führte die Entwicklung auf höhere Kosten durch die Verlagerung der Produktion in das billigere Malaysia zurück, womit die Firma ihren Gewinn langfristig steigern will.
          Der Umsatz kletterte im Auftaktquartal auf 106,6 Millionen Euro von 105,9 Millionen Euro zuvor. Die Auftragsbücher sind trotz der Wirtschaftskrise noch gut gefüllt: Der Auftragsbestand sei seit dem Jahreswechsel auf 306,3 Millionen Euro von 291,4 Millionen Euro gestiegen. Firmenchef Ulrich Gehrmann sieht sich damit in seiner Einschätzung bestätigt, dass in der Flaute viele Unternehmen Produktion an Kontron auslagern.
          Die Zukunft schätzt Kontron allerdings dennoch durchwachsen ein. Der Vorstand gehe auch in den nächsten Monaten von einem anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Umfeld aus, hieß es. Insbesondere in den Kundensegmenten Infotainment und Automation wird mit einer schlechteren Auftragslage gerechnet. „Auf der anderen Seite erweisen sich die Bereiche Telekommunikation, Medizintechnik und insbesondere Infrastruktur-Projekte als sehr stabil mit möglichem Wachstumspotenzial.“ Der Vorstand sei aber optimistisch, dass Kontron profitabel bleiben und Marktanteile gewinnen werde. (Reuters)

          Presse: Northern Rock soll Ende 2009 wieder privat sein - Bad Bank geplant

          ie verstaatlichte britische Krisenbank Northern Rock soll einem Zeitungsbericht zufolge Ende des Jahres wieder privat sein. Die Regierung wolle die Hypothekenbank dabei so schnell wie möglich aufspalten, um dann den „gesunden“ Teil zu verkaufen, berichtete die Sonntagszeitung „Sunday Times“ ohne Angaben von Quellen. Die „Giftpapiere“ sollten in eine sogenannte „Bad Bank“ ausgelagert werden, um das Filialnetz und Kundengeschäft zu verkaufen. Das wäre der erste Ausstieg der Regierung aus einer Bank seit dem Zusammenbruch des Finanzsektors. Der Staat war neben Northern Rock auch bei der Royal Bank of Scotland (RBS), der Bankengruppe Lloyds Banking Group und bei Bradford & Bingley eingestiegen. Die Regierung hatte Northern Rock Anfang 2008 mit 26,9 Milliarden Pfund (knapp 30 Milliarden Euro) an Notkrediten vor dem Zusammenbruch gerettet und als erste britische Bank komplett verstaatlich. Derzeit schuldet Northern Rock der Regierung noch 9,8 Milliarden Pfund. (dpa-AFX)

          Flowers rüstet sich für mögliche Klage gegen Bund

          Der amerikanischen Großinvestor Christopher Flowers rüstet sich mit Rechtsgutachten für eine mögliche Klage gegen seine drohende Enteignung beim angeschlagenen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE). Das sagte ein Sprecher Flowers' am Sonntag und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht des „Handelsblatts“ (Montag). Diese Rechtsgutachten kämen in einigen Punkten zu dem Ergebnis, dass die gesetzlichen Grundlagen rechtlich angreifbar seien. Ob Flowers tatsächlich Klage einreicht, ist allerdings weiter offen. „Es wird weiter geprüft. Die Präferenz ist, an Bord zu bleiben“, betonte der Sprecher. Laut „Handelsblatt“ sind die Ergebnisse der beiden Gutachten eindeutig. Sowohl das Rettungsübernahmegesetz als auch das Finanzmarktstabilisierungsbeschl eunigungsgesetz des Bundes verstießen klar gegen das Grundgesetz. Hinzu kämen Verstöße gegen das Europarecht. Dies sei das Fazit der Jura-Professoren Matthias Rossi und Ivo Appel von der Universität Augsburg sowie Gregor Bachmann aus Trier. Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums sagte dem Blatt, er gehe davon aus, „dass die Regeln, die wir beschlossen haben, wasserdicht sind“. Die Regierung habe das Gesetz ebenfalls juristisch und verfassungsrechtlich prüfen lassen, betonte er. (dpa-AFX)

          Yahoo baut Führungsetage weiter um

          Das Stühlerücken im Management des kriselnden Internet-Konzerns Yahoo hat Medienberichten zufolge nun auch den Leiter der Kommunikationsabteilung getroffen. Wie das „Wall Street Journal“ am Freitag schrieb, verließ Brad Williams bereits das Unternehmen. Nach Informationen aus Firmenkreisen habe ihm die seit Januar amtierende Yahoo-Chefin Carol Bartz gekündigt. Eine Bestätigung von Yahoo gab es zunächst nicht. Bartz startete direkt nach ihrem Amtsantritt einen Umbau des Konzerns. Nach einem erneuten Gewinn- und Umsatzrückgang sollen weltweit nochmals rund fünf Prozent der zuletzt 13.500 Stellen gestrichen werden. Der Stellenabbau erfolge diesmal gezielt und nicht wie zuletzt nach der Rasenmäher-Methode, hatte Bartz angekündigt. Im vergangenen Jahr hatte Yahoo mit Sitz im kalifornischen Sunnyvale insgesamt 2.400 Jobs gestrichen. Das an das „Wall Street Journal“ angeschlossene Internet-Blog „BoomTown“ berichtete weiter, in der vergangenen Woche sei auch der Manager Scott Dietzen ausgetauscht worden, der bei Yahoo! unter anderem für Community-Produkte zuständig war. Seinen Posten fülle künftig Bryan Lamkin, ehemals Manager des Software- Konzerns Adobe. Dietzen solle sich künftig um die Strategie von Yahoo (dpa-AFX) kümmern.

          Steinmeier setzt sich für Opel-Magna-Ehe ein

          Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier hat sich in die Gespräche über einen Einstieg des Zulieferers Magna bei Opel eingeschaltet. Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, halte Steinmeier Magna für eine interessante Option für die General-Motors-Tochter. Er habe mit Bundeswirtschaftsminister Karl- Theodor zu Guttenberg gesprochen, um eine zu frühe Festlegung auf einen Investor zu verhindern. Guttenberg will diese Woche mit Magna sprechen. Fiat als möglicher Investor will laut „Spiegel“ alle deutschen Montagestandorte von Opel erhalten. (dpa-AFX)

          Wirtschaft

          GfK - Konsumenten lassen sich Kauflaune nicht verderben

          Die Verbraucher in Deutschland lassen sich die Kauflaune trotz düsterer Aussichten für die Konjunktur nicht verderben. Für Mai sagen die Marktforscher der Nürnberger GfK ein stabiles Konsumklima vorher. Das Barometer werde bei 2,5 Punkten liegen und damit auf dem Stand vom Frühjahrsbeginn, teilten die Experten am Montag zu ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern mit. Dabei sei das Klima weiterhin erstaunlich robust. Allerdings bleibe das Niveau insgesamt eher niedrig, betonte GfK-Experte Rolf Bürkl. „Deshalb wird die Binnennachfrage in diesem Jahr die schweren Einbrüche bei Export und Investitionen allenfalls etwas abfedern, jedoch bei weitem nicht kompensieren können.“ Die größte Gefahr sei ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit, sagte Bürkl. Zudem dürften die jüngsten düsteren Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute in den kommenden Monaten zu einer erheblichen Belastungsprobe für die Verbraucherstimmung führen. Derzeit aber stütze die niedrige Inflation sowie Anzeichen für eine wirtschaftliche Trendwende das Konsumklima. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartungen konnten im April zulegen, erklärten die Marktforscher. Der entsprechende Indexwert für die Konjunkturerwartung stieg auf minus 31,2 Punkte nach minus 32,8 Zählern im März. Das Barometer für die Einkommenserwartung legte auf minus acht von minus 11,4 Punkten zu. Neben der relativ niedrigen Teuerung helle auch die angekündigte Rentenerhöhung im Juli die Einkommensaussichten auf, sagte Bürkl. Allerdings beurteilten die Umfrageteilnehmer sowohl die Konjunktur als auch ihre Einkommen deutlich negativer als vor einem Jahr. (Reuters)

          Japan rechnet mit Schrumpfen der Wirtschaft um 3,3 Prozent

          Die japanische Wirtschaft wird nach Einschätzung der Regierung im laufenden Jahr um 3,3 Prozent schrumpfen, so stark wie nie zuvor seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Grund sei die anhaltend schlechte Nachfrage beim Export angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise, hieß es am Montag in Tokio. Beim Bruttoinlandsprodukt rechnet die Regierung für das im März abgelaufene vergangene Wirtschaftsjahr mit einem Minus von 3,1 Prozent - deutlich mehr als die zuvor geschätzten 0,8 Prozent. 1998 hatte Japan ein Minus von 1,5 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt verzeichnet. (AP)

          Fed: Die meisten amerikanischen Banken haben genügend Kapital

          Entwarnung für große amerikanischen Banken: Die meisten der 19 einem Belastungstest unterzogenen Institute haben die Prüfung bestanden. Allerdings forderte die Regierung laut Medienberichten mindestens eine bis drei Banken auf, die Kapitalreserven aufzustocken. Bei dem sogenannten „Stress-Test“ schätzte die amerikanischen Notenbank Federal Reserve mit Hilfe von Rechenmodellen, welche Verluste Banken verkraften können. Konkrete Ergebnisse sollen erst am 4. Mai veröffentlicht werden. Unterdessen schlossen die amerikanischen Behörden vier weitere eher kleine Regionalbanken. Damit erhöhte sich die Zahl der in diesem Jahr dichtgemachten Institute auf 29. Die Ergebnisse des „Stress-Tests“ wurden am Freitag lediglich den Banken selbst mitgeteilt - unter strenger Geheimhaltung. Zur Enttäuschung vieler Investoren äußerte sich die Fed mit keinem einzigen Wort dazu, welche der Institute die Belastungsprüfung bestanden haben und damit nicht zu einer zusätzlichen Kapitalaufnahme gezwungen werden. Diejenigen Banken, die als Ergebnis der Untersuchungen zur zusätzlichen Kapitalaufnahme aufgefordert würden, sollten nicht als insolvent oder nicht überlebensfähig betrachtet werden, betonte die Fed zugleich am Freitag. Dass zumindest eine Bank beim Test durchfiel, berichtete die „Washington Post“ unter Berufung auf eine „Quelle mit direkter Kenntnis“. Im „Wall Street Journal“ war von mindestens drei Banken die Rede. Die geprüften Banken haben nun zunächst Zeit bis Freitag, die Ergebnisse anzufechten. Wer zusätzliches Kapital benötigt, erhält mehrere Monate, um private Investoren zu finden, bevor er zur Annahme staatlicher Hilfe gezwungen wird - oder dazu, zur Kapitalstabilisierung bisherigen Vorzugsaktionären Stammaktien anzubieten. In einigen Fällen könnte Unternehmen auch kein anderer Weg bleiben als der Regierung bedeutende Anteile zu verkaufen. Dem „Belastungs-EKG“ hatten sich die 19 führenden amerikanischen Geldinstitute mit jeweils einer Bilanzsumme von mehr als 100 Milliarden Dollar unterziehen müssen. Beteiligt waren nach Medienberichten mehr als 150 Finanzaufsichtsbeamte. (dpa-AFX)

          IWF-Chefvolkswirt warnt vor übertriebenem Optimismus

          IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard hat davor gewarnt, vorzeitig das Ende der Krise auszurufen und dadurch extreme Enttäuschung bei den Menschen auszulösen. „Ich bin ziemlich überzeugt, dass wir eine Depression verhindert haben. Aber wir dürfen uns selbst nichts vormachen: Wir stecken immer noch in Schwierigkeiten“, sagte er der „Financial Times Deutschland“ (FTD - Montagausgabe) am Rande der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Die Weltwirtschaft werde noch „einige weitere Quartale mit negativen Wachstumsraten“ erleben, vor allem aber werde die Arbeitslosigkeit „das ganze Jahr 2009 zulegen und wahrscheinlich auch den Großteil des nächsten Jahres“. „Es gibt Gefahren, wenn den Leuten nun erzählt wird, dass die Krise fast vorbei ist, nur damit sie dann feststellen, dass die Arbeitslosigkeit Monat für Monat steigt“, sagte Blanchard. Politiker und Entscheidungsträger müssten daher vorsichtig sein. Er betonte, dass das Wachstum der Weltwirtschaft auch nach Überwinden der aktuellen Finanzkrise auf Jahre nicht wieder Raten wie zwischen 2004 und 2007 erreichen werde. (DowJones)

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