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Medienschau : Merck, Arcandor und Vivacon im Blick

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Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck ist bei der Entwicklung von Cilengitide gegen bösartige Hirntumore vorangekommen, bei Arcandor geht der Streit um Staatshilfe weiter, während der Immobilien-Finanzdienstleister Vivacon in einer akuten Liquiditätskris steckt. Chinas Wirtschaftsproduktion expandierte im Mai den dritten Monat in Folge.

          Unternehmen

          Merck: Fortschritte mit Cilengitide gegen bösartige Hirntumore

          Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck ist bei der Entwicklung eines Medikaments zur Behandlung bösartiger Hirntumore (Glioblastom) einen Schritt vorangekommen. In einer klinischen Phase-II-Studie habe das Mittel Cilengitide in Kombination mit einer Radiochemotherapie das Überleben der Patienten verlängert, teilte der Dax-Konzern Merck KGaA am Sonntag anlässlich der weltgrößten Krebsforscher-Tagung „American Society of Clinical Oncology“ (ASCO) in Orlando (Florida) mit. „Diese Ergebnisse machen uns Hoffnung. Das Glioblastom ist eine sehr aggressive und schwer zu behandelnde Krebsart mit einer sehr schlechten Prognose“, sagte Studienleiter Burt Nabors, Professor der Neurologie an der Universität Alabama, Vereinigten Staaten . Bei den 94 Studienteilnehmern habe sich ein Trend zu einem verlängerten Gesamtüberleben in der Gruppe gezeigt, die eine höhere Dosierung von Cilengitide erhielt, gegenüber der Gruppe, in der das Mittel in einer niedrigeren Dosierung verabreicht wurde. Beide Gruppen zusammen hätten bei der durchschnittlichen Überlebenszeit knapp 19 Monate erreicht. Nach einem Jahr lebten laut Merck noch 79,5 Prozent der Patienten. Merck KGaA bewertete die Ergebnisse in der Mitteilung positiv. In historischen Kontrollen bei bösartigen Hirntumoren habe die durchschnittliche Überlebenszeit von 14,6 Monaten erreicht. Die Überlebensrate nach einem Jahr lag bei 61,1 Prozent. In der Krebstherapie wird es bereits als Erfolg gewertet, wenn die Mittel das Leben der Patienten um Monate verlängern. Die Resultate untermauern frühere Studien mit dem Mittel bei bösartigen Hirntumoren. Cilengitide gehört zur Klasse so genannter Integrininhibitoren. Diese wirken zielgerichtet auf Krebszellen und die Blutgefäße, die den Tumor versorgen und das Wachstum der Krebszelle fördern. Merck untersucht das Mittel auch zur Behandlung von Lungenkrebs sowie von Kopf- und Halskrebs. (dpa-AFX)

          Arcandor im Blick - Streit um Staatshilfe

          Die Aktien von Arcandor sollten am Montag weiter im Auge behalten werden. Um die Staatshilfe für den angeschlagenen Kaufhauskonzern gibt es weiter Streit. Am Wochenende sprach sich der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering für staatliche Hilfe zur Rettung aus. Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung in der Unionsfraktion, Michael Fuchs (CDU), stellte sich strikt dagegen. Im späten Xetra-Handel am Freitag hatte Arcandor einen Bericht dementiert, wonach von der Bundesregierung beauftragte Wirtschaftsprüfer Arcandor abgesprochen hätten, über die nötige Substanz für eine Staatsbürgschaft zu verfügen. „Insgesamt könnten sich die Arcandor-Aktien etwas von ihrem Kursrutsch vom Freitag erholen“, sagte ein Börsianer. Auf Xetra waren die Papiere um 10,75 Prozent abgesackt. Auf dem Frankfurter Parkett reduzierten sie ihre Verluste um 2,62 Prozent und schlossen bei 1,96 Euro. (dpa-AFX)

          Vivacon in Liquiditätskrise

          Der Immobilien-Finanzdienstleister Vivacon AG steckt in einer akuten Liquiditätskrise. Das Unternehmen begründete dies am Freitag in Köln mit der anhaltenden Kapitalmarktkrise. Die Gesellschaft verhandele aktuell mit den Gläubigerbanken über Stundungsvereinbarungen und die Möglichkeit eines außergerichtlichen Sanierungskonzeptes. Dieses Konzept sehe unter anderem eine kurzfristige Geldbeschaffung durch den Verkauf von Immobilien vor. Vivacon war 2008 in die roten Zahlen abgerutscht. Der Verlust betrug zwischen 160 und 170 Millionen Euro. Sondereffekte wie Abschreibungen auf Wohnimmobilien und geplatzte Geschäfte hätten das Ergebnis belastet, hieß es. (dpa)

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