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Medienschau : Kongress nimmt neuen Anlauf zur Rettung von taumelndem Finanzsektor

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Auch wenn der Kongress einen neuen Anlauf zur Rettung des Finanzsektors unternimmt, so hegen nicht alle Zentralbanker große Erwartungen. Brüssel will derweil die Eigenkapitalregeln für Banken verschärfen, der IWF warnt vor einer Ausweitung der Bankenkrise in Europa, das Lehman-Anleihengeschäft dort wird mangels Käufer abgewickelt.Schlechte Nachrichten von der Konjunkturseite: Der neue Continental-Chef schließt Werksschließungen und Stellenabbau nicht aus, Nissan erwartet eine sinkende Nachfrage in Europa, die Deutsche Bank rechnet mit einer Rezession, der Umsatz des Handwerks geht wegen der Finanzkrise zurück und die Stimmungseintrübung in der japanschen Wirtschaft ist stärker als erwartet. Die DIHK sieht indes keine Rezession.Schott Solar verlängert die Zeichnungsfrist bis zum 8. Oktober, Apollo muss Huntsman wie geplant übernehmen und der Verkauf der ABN-Amro-Anteile von Fortis an die Deutsche Bank wackelt.

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          Unternehmen

          Brüssel will Eigenkapitalregeln für Banken verschärfen

          Angesichts der Turbulenzen auf den Finanzmärkten legt die Europäische Kommission am heutigen Mittwoch Vorschläge für eine stärkere Regulierung des Sektors vor. Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy will, dass sich Banken stärker gegen Risiken absichern und die Vorschriften für die Weitergabe von Kreditrisiken verschärfen. So sollen die Finanzinstitute beispielsweise einen bestimmten Prozentsatz eines Kredits, den sie vergeben haben, aber weiterverkaufen wollen, künftig weiter in ihren Bilanzen ausweisen. Mit der Überarbeitung der EU-Eigenkapitalrichtlinie will Brüssel auch für mehr Transparenz sorgen. Mit der Direktive hatte die EU 2006 internationale Vereinbarungen über schärfere Eigenkapital-Vorgaben für Banken umgesetzt, die unter dem Stichwort „Basel II“ zusammengefasst sind. (dpa-AFX)

          Schott Solar verlängert Zeichnungsfrist bis zum 8. Oktober

          Die Solarfirma Schott Solar verlängert die Zeichnungsfrist für ihren geplanten Börsengang um eine Woche. Bis zum 8. Oktober können Anleger nun Aktien des Unternehmens ordern, wie Schott Solar am Dienstagabend in Mainz mitteilte. Als Grund führte die Firma die neuesten Entwicklungen an den internationalen Kapitalmärkten an, insbesondere die am Montag erfolgte Ablehnung des Rettungsplans für die amerikanische Finanzbranche. Die Erstnotiz verschiebt sich entsprechend auf den 9. Oktober. (dpa-AFX)

          Unicredit-Chef gibt sich zugeknöpft bei Jahresprognose

          Der Chef der italienischen Großbank Unicredit gibt sich angesichts der Zuspitzung der Finanzkrise zugeknöpft bei der Jahresprognose. Auf die Frage, ob der Ausblick geändert werde, antwortete Alessandro Profumo am Dienstag am Rande einer Konferenz: „Ich kann nicht sagen, wo der Markt hingeht.“

          Noch steht offiziell die Aussage, dass der Gewinn je Aktie bei 0,52 bis 0,56 Euro ausfallen soll. Alleine beim angeschlagenen deutschen Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) drohen der Unicredit nach eigener Aussage jedoch Ausfälle von bis zu 300 Millionen Euro. Allerdings, so betonte Profumo, sei im August das Geschäft in Zentral- und Osteuropa „signifikant besser“ gelaufen. (dpa-AFX)

          Continental-Chef schließt Werksschließungen und Stellenabbau nicht aus

          Der neue Vorstandschef des Autozulieferers Continental, Karl-Thomas Neumann, schließt Werksschließungen für sein Unternehmen in Deutschland nicht aus. „Wir werden innerhalb der nächsten fünf Jahre 20 Prozent an Elektronik-Kapazität zu viel haben. Dafür suchen wir Lösungen mit den Werken“, sagte der Manager der „Bild-Zeitung“ (Mittwoch). „Bei Continental stehen ständig alle Standorte auf dem Prüfstand.“

          Auch einen weiteren Stellenabbau hält Neumann für möglich. „Garantien können wir nicht geben. In der Auto-Industrie bekommt man nichts geschenkt“, sagte er der Zeitung. Für den harten Durchgriff, für den sein Vorgänger Manfred Wennemer gestanden habe, stehe auch der gesamte Vorstand. Bei Conti bereite man sich darauf vor, dass die Automobil-Konjunktur erhebliche Schwierigkeiten bereite, betonte Neumann.

          Der 47-Jährige hatte den Posten Anfang September angetreten. Wennemer war nach der verlorenen Übernahmeschlacht mit der Schaeffler-Gruppe zurückgetreten. Schaeffler will für die nächsten vier Jahre bis zu 49,99 Prozent der Conti-Aktien halten. (dpa-AFX)

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