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Medienschau : Japan manipuliert wieder den Devisenmarkt

  • Aktualisiert am

Lanxess setzt voll auf Wachstum, Cisco will erstmals Dividende zahlen, Intel stellt neue Chip-Reihe vor, Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands sinkt, IWF mahnt Griechenland - plädiert für strengere EU-Haushaltsregeln, EU will höhere Zölle auf Autoräder aus China

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          Unternehmensnachrichten

          Lanxess setzt voll auf Wachstum

          Der Spezialchemie-Konzern Lanxess will seine wichtigste Ergebnisgröße in den kommenden fünf Jahren um rund 80 Prozent steigern. Damit wird im Jahr 2015 ein Ebitda vor Sondereinflüssen von rund 1,4 Milliarden Euro anvisiert. Gleichzeitig bestätigt der Konzern seine Ergebnisprognose von rund 800 Millionen Euro Ebitda vor Sondereinflüssen für das laufende Geschäftsjahr. Um das neue mittelfristige Ergebnisziel zu erreichen, setzt Lanxess auf eine zweigleisige Strategie mit organischem und externem Wachstum. Der Schwerpunkt liegt dabei auf organischem Wachstum. (Ad-hoc)

          Netzwerkausrüster Cisco will erstmals Dividende zahlen

          Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco Systems will erstmals eine Dividende zahlen. Für das neue Geschäftsjahr, das im Juli endet, wolle Cisco einen Teil des Gewinns an die Aktionäre ausschütten, kündigte der amerikanische Konzern am Dienstag an. Zur Höhe äußerte sich das Unternehmen nicht, stellte aber eine Dividendenrendite von ein bis zwei Prozent in Aussicht. Cisco erwägt schon seit längeren, eine Dividende zu zahlen. Bislang hatte das Unternehmen aber stattdessen auf Aktienrückkäufe, Übernahmen und Investitionen in Produktentwicklungen gesetzt. (Reuters)

          Intel stellt neue Chip-Reihe für Internet-TV vor

          Der amerikanische Chipriese Intel will mit einer neuen Version seiner kleinsten Prozessor-Baureihe im wachsenden Geschäft mit internetfähigen Fernsehern angreifen. Der neue Atom-Chip mit dem Namen „Groveland“ sei für TV-Geräte mit integriertem Internet-Zugang entwickelt worden, teilte der amerikanische Konzern am Dienstag mit. Ein weiterer neuer Mikroprozessor mit dem Namen „Tunnel Creek“ soll internetfähige Unterhaltungs- oder Navigationsgeräte im Auto unterstützen. Zudem startetet das Unternehmen offiziell einen Online-Shop mit Anwendungen für Notebooks mit „Atom“-Prozessoren. Intel konnte den Stromverbrauch bei seiner günstigeren Atom-Chipreihe zuletzt senken und die Modelle damit attraktiver für den Einbau in mobile Endgeräte wie Internet-Handys und Tablet-PCs machen. Branchenkenner erwarten aber dennoch einen harten Konkurrenzkampf mit Rivalen wie Nvidia, Marvell und Qualcomm, die sparsame Chips des britischen Halbleiterentwicklers ARM bauen. (Reuters)

          Springer will eigene Aktien noch in diesem Jahr platzieren - BöZ

          Der Medienkonzern Axel Springer hält an dem Vorhaben fest, 2,93 Millionen eigene Aktien zu platzieren. „Wir haben fest vor, die Aktien noch in diesem Jahr zu platzieren“, sagte Finanzvorstand Lothar Lanz im Interview mit der Börsen-Zeitung (BöZ - Mittwochsausgabe). Ursprünglich war die Transaktion für das zweite Quartal geplant, scheiterte jedoch an den „extrem volatilen“ Märkten. Zeitgleich soll auch ein 2,75 Millionen Aktien umfassendes Paket aus dem Bestand der Deutschen Bank verkauft werden. Die Roadshow solle in Frankfurt, London, New York und Boston stattfinden. Neben Pensionsfonds zählten auch Hedgefonds zu den Ansprechpartnern, sagte Lanz weiter. Bei vollständiger Platzierung der beiden Aktienpakete könnte sich der Free Float auf über 40 Prozent von derzeit rund 23 Prozent erhöhen. Lanz zeigte sich davon überzeugt, dass die Aktie von der Kombination aus annähernder Verdoppelung des Free Float und der Aufnahme der Axel Springer AG zum 20. September in den MDax profitieren werde. Mit Blick auf die geplante Übernahme des französischen Online-Immobilienportals SeLoger bezeichnete der Manager das abgegebene Angebot von 34 Euro je Aktie als „faire Bewertung des Unternehmens“. Daher gebe es keinerlei Anlass, beim Preis nachzubessern, fügte Lanz hinzu. (Dow Jones Newswires)



          Wirtschaftsnachrichten

          Japan bestätigt Intervention am Devisenmarkt gegen Yen-Höhenflug

          Im Kampf gegen den Höhenflug des Yen hat sich Japan erstmals seit sechs Jahren wieder zu einer Intervention am Devisenmarkt entschlossen. Das Land kaufte am Mittwoch Dollar, um den Yen-Anstieg zu stoppen. Es sei ein Alleingang Japans gewesen, bestätigte Finanzminister Yoshihiko Noda auf einer kurzfristig einberaumten Pressekonferenz in Tokio. Die internationalen Partner seien aber informiert gewesen. Zu Einzelheiten äußerte er sich nicht. Er bekräftigte aber, dass die Regierung zu allen nötigen Maßnahmen gegen einen zu hohen Yen-Kurs entschlossen sei, dazu zähle auch ein Eingreifen am Devisenmarkt. Ein Regierungssprecher sagte, Japan habe versucht, die Vereinigten Staaten und die Europäer von der Notwendigkeit der Intervention zu überzeugen. Händlern zufolge kaufte die japanische Notenbank Dollar bei einem Kurs von rund 83 Yen. Der Yen war zuletzt zum Dollar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen. Der starke Yen belastet vor allem die japanische Exportwirtschaft schwer. (Reuters)

          Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands sinkt

          Die Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe Deutschlands ist im Juli auf Jahressicht gesunken. Ende Juli 2010 waren in den Betrieben des verarbeitenden Gewerbes mit 50 und mehr Beschäftigten nach vorläufigen Ergebnissen gut 4,9 Millionen Personen tätig. Das waren rund 96.300 Personen oder 1,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte. Die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden nahm im Vergleich zum Juli 2009 um 0,4 Prozent auf 635 Millionen zu, wobei zu berücksichtigen ist, dass es im Berichtsmonat 22 Arbeitstage gab und somit einen Tag weniger als im Vorjahresmonat. Die Entgelte lagen bei 17,0 Milliarden Euro und damit um 2,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Überdurchschnittlich verringerte sich die Beschäftigtenzahl nach Angaben der Statistiker unter anderem in den Bereichen Maschinenbau und Herstellung von elektrischen Ausrüstungen mit jeweils minus 2,8 Prozent, in der Herstellung von Metallerzeugnissen (minus 3,4 Prozent) sowie in der Metallerzeugung und -bearbeitung (minus 4,1 Prozent). Dagegen stieg die Beschäftigtenzahl in den Bereichen: Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln um 1,5 Prozent und Herstellung von chemischen Erzeugnissen um 0,4 Prozent. Einen geringen Rückgang (minus 0,3 Prozent) gab es im Bereich Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren. (Dow Jones Newswires)

          IWF mahnt Griechenland zu weiteren Schritten gegen Schuldenkrise

          Der International Währungsfonds hat Griechenland zu weiteren Anstrengungen beim Schuldenabbau aufgefordert. Zwar liege das hoch verschuldete Euro-Land bei der Senkung des Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf Kurs, teilte der IWF am Dienstag mit. Vor allem der Kampf gegen Steuerhinterziehung müsse aber verschärft und die öffentlichen Ausgaben weiter gesenkt werden, um die Staatsfinanzen dauerhaft zu stabilisieren. Auch mehr Privatisierungen sollten ins Auge gefasst werden. In diesem Jahr werde die Regierung in Athen allerdings vier Milliarden Euro mehr einsparen als ursprünglich geplant. Damit könnten Haushaltslöcher unter anderem durch geringere Steuereinnahmen gestopft werden. Die griechische Regierung ist im Zuge der 110 Milliarden Euro schweren EU- und IWF-Hilfen zum Sparen verpflichtet. Steuererhöhungen sowie Lohn- und Pensionskürzungen sollen dabei helfen, das Haushaltsdefizit des Landes abzubauen. In diesem Jahr soll es auf 8,1 Prozent von 13,6 Prozent im vergangenen Jahr sinken. Allerdings hat das drakonische Sparprogramm die Wirtschaft tief in die Rezession gedrückt und die Steuereinnahmen geschmälert. Am Montag hatte Griechenland eine zweite Rate der IWF-Hilfen erhalten. (Reuters)

          EU will Zölle auf Autoräder aus China erhöhen

          Im Handelsstreit mit China will die Europäische Union (EU) ihre Zähne zeigen. Die Mehrheit der EU-Staaten stimmte am Dienstag einer Erhöhung von Einfuhrzöllen auf Autoräder aus China zu, wie Diplomaten am Rande des Treffens in Brüssel berichteten. In Europa produzierende Autohersteller wie BMW und Ford befürchten dadurch höhere Produktionskosten. Die EU will mit dem Schritt ein Zeichen setzen gegen die aus ihrer Sicht aggressive Industriepolitik Chinas, wie ein mit der Situation vertraute Person aus der Branche sagte. Die Europäische Kommission wirft Exporteuren aus der Volksrepublik vor, mit illegalen Rabatten in die europäischen Hochtechnologie-Märkte einzudringen. Zum Ausgleich sollen daher die Zölle auf Aluminiumräder aus China erhöht werden, und zwar für fünf Jahre auf 22,3 von bislang 20,6 Prozent. Die zuständigen Minister der EU-Mitgliedsländer sollen dies in einem Monat unterzeichnen. Branchenschätzungen zufolge wird dies dazu führen, dass in der EU 300 Millionen Euro mehr im Jahr für Autoräder ausgegeben werden müssen. Vergangenes Jahr kauften die Autohersteller in der EU 35 Millionen Aluminiumräder für rund 1,4 Milliarden Euro. Etwa eine Million Räder kamen aus China. „Ford wird womöglich versuchen, die Sache auf höchster politischer Ebene anzusprechen“, sagte ein EU-Diplomat. „Aber derzeit gibt es nichts, was die Kommission davon überzeugen kann, ihre Ansicht zu den Zöllen zu ändern.“ (Reuters)

          IWF plädiert für strengere EU-Haushaltsregeln

          Der geschäftsführende Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hat die Staaten des Euroraums zu einer engeren Abstimmung ihrer Wirtschaftspolitiken gedrängt und eine Verschärfung der EU-Haushaltsregeln befürwortet. Wenn keine grundlegenden Änderungen vorgenommen würden, drohe der Verlust der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, warnte Strauss-Kahn am Dienstag bei einer Konferenz in Belgien. Die gegenwärtigen Haushaltsregeln in der EU hätten die nicht tragbaren Defizite in einigen Mitgliedstaaten nicht verhindert, was zu einer schweren Krise geführt habe. Darum müssten die Haushaltsregeln verschärft werden, forderte der IWF-Chef. Die Regierungen sollte zur Rechenschaft gezogen werden, wenn die Schuldenregeln gebrochen werden. „Der Euroraum muss die Gelegenheit nutzen und die Koordination der Wirtschaftspolitiken und seine Institutionen stärken“, forderte Strauss-Kahn. (Dow Jones Newswires)

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