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Medienschau : Japan bei Devisenmarktintervention zu Alleingang bereit

  • Aktualisiert am

Die Automobilindustrie fürchtet keine dramatischen Einbrüche, SAP sieht keine Krise und der Börsencrash beschert der Comdirect sogar Rekorde. Ex-Commerzbank-Risikovorstand Hartmann kritisiert Insidergeschäfte und Thailands Wirtschaft schrumpft unerwartet.

          Unternehmensnachrichten

          Automobilindustrie fürchtet keine dramatischen Einbrüche

          Trotz der sich abschwächenden Konjunktur befürchtet die Automobilindustrie keine dramatischen Absatzeinbrüche. „Wir werden im zweiten Halbjahr eine gewisse Verlangsamung des Wachstums haben“, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, der „Passauer Neuen Presse“ (Montag). Mittel- und langfristig zeige der Weltautomobilmarkt aber nach oben. In den vergangenen Monaten hätten die deutschen Autobauer erfreuliche Wachstumszahlen gemeldet. (dpa-AFX)

          SAP sieht keine Krise

          Die Geschäfte des Walldorfer Softwarekonzerns SAP laufen gut. „Was ich im Radio höre, passt so gar nicht zusammen mit unseren realen Erfahrungen“, sagte SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Die Auftragsbücher seien voll. Er glaube nicht, dass der Aufschwung vorbei sei, betonte Snabe. Es gebe keinen Grund, die Gewinnaussichten infrage zu stellen: „Wir wollen am oberen Ende unserer Jahresprognose landen, darauf deuten alle Zahlen hin.“ SAP strebt für 2011 ein Betriebsergebnis von 4,45 bis 4,65 Milliarden Euro an, im vergangenen Jahr lag es bei 4,01 Milliarden Euro. (dpa-AFX)

          Börsencrash beschert Comdirect Rekorde

          Der Kurssturz an den Börsen sorgt beim Online-Broker Comdirect für Rekorde. „Die vergangenen Wochen waren einige der besten seit der Gründung unseres Unternehmens“, sagte Finanzvorstand Christian Diekmann der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. „An manchen Tagen wurde dreimal so viel gehandelt wie an durchschnittlichen Handelstagen.“

          Die Tochtergesellschaft der Commerzbank mit Sitz im schleswig-holsteinischen Quickborn rechnet nun mit einem Rekordergebnis für das laufende Geschäftsjahr. „Der bisherige Rekord liegt bei 90,5 Millionen Euro aus dem Jahre 2007. Wir sind zuversichtlich, dass wir das übertreffen“, sagte Diekmann. (dpa-AFX)

          Ex-Commerzbank-Risikovorstand kritisiert Insidergeschäfte

          Der ehemalige Risikovorstand der Commerzbank, Wolfgang Hartmann, hat heftige Kritik an Insidergeschäften geäußert. Das eigentliche Problem an den internationalen Börsen seien die Insidergeschäfte, sagte Hartmann der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe). „Es gibt da ein Netzwerk aus starken Marktpartnern, die gezielt Gerüchte streuen, um damit Geld zu verdienen.“ Sie spielen laut Hartmann mit dem Wohlstand von Milliarden Menschen.

          Im Prinzip lebe der ganze Markt nur von Insidergeschäften, „die Profis werden über die Analysten vor Quartalsberichten eines Unternehmens informiert, wie die Lage ist. Sie erhalten nicht die genauen Zahlen, aber sie erhalten ein gutes Bild davon, wie es läuft. Und mit dieser Information kann man Geld verdienen. Die Privatanleger sind da immer die Dummen, weil sie es zuletzt erfahren.“ (dapd)

          Wirtschaftsnachrichten

          Japan bei Devisenmarktintervention zu Alleingang bereit

          Die japanische Regierung ist einem Medienbericht zufolge angesichts der Yen-Stärke zu einem Alleingang bei einer Intervention am Devisenmarkt bereit. Wie die Zeitung „Nikkei“ in ihrer Montagausgabe berichtete, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Finanzministeriums, die Behörde werde am Montag nach der Marktöffnung eine Entscheidung treffen. Am Freitag hatte der Yen mit 75,95 Yen zum Dollar ein Rekordhoch markiert. Am 4. August hatte das Finanzministerium zuletzt in den Markt eingegriffen, doch der Yen schwächte sich nur kurzzeitig ab.

          Japans Finanzminister Yoshihiko Noda erneuerte am Montag indessen seinen Warnungen vor einem weiteren Anstieg des Yen. „Ich bin besorgt, dass sich die jüngsten einseitigen Kursbewegungen des Yen verstärkt haben“, sagte der Minister zu Journalisten. „Wir schließen keinen Schritt aus und werden, falls nötig, entschiedene Schritte unternehmen.“ In Japan entscheidet das Finanzministerium in letzter Instanz über eine Devisenmarktintervention, die dann von der Bank of Japan ausgeführt wird. (Dow Jones)

          China hält an straffer Geldpolitik fest

          China bleibt jüngsten Äußerungen der Pekinger Regierung zufolge bei seiner straffen Geldpolitik. „In der extrem komplizierten und ungewissen Lage der Weltwirtschaft liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, unsere Arbeit gut zu machen“, sagte Vize-Ministerpräsident Wang Qishan laut dem staatlichen „Securities Journal“ vom Montag. „Wir müssen sorgsam unsere straffe Geldpolitik umsetzen.“ Es gelte, verschiedenste Anforderungen in Einklang zu bringen: ein schnelles und dauerhaftes Wirtschaftswachstum, Strukturreformen sowie den Inflationsdruck einzudämmen. Die chinesische Notenbank hat die Zinsen in diesem Jahr bereits drei Mal erhöht - zuletzt Anfang Juli. In der ersten Jahreshälfte hatte die Zentralbank zudem monatlich die Mindestreserve-Anforderungen der Banken angehoben. (Reuters)

          Thailands Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal unerwartet

          Die thailändische Wirtschaft ist im zweiten Quartal wegen Lieferunterbrechungen in der Autoindustrie im Gefolge der Katastrophe in Japan überraschend geschrumpft. Wie die nationale Statistikbehörde am Montag berichtete, sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten dagegen einen Zuwachs um 0,4 Prozent erwartet. Binnen Jahresfrist wuchs das BIP um 2,6 Prozent, während die Durchschnittsprognose auf ein Plus von 3,6 Prozent gelautet hatte. Im ersten Quartal war die thailändische Wirtschaft um 2,0 Prozent auf Quartal- und um 3,2 Prozent auf Jahressicht gewachsen. (Dow Jones)

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