https://www.faz.net/-gv6-6oms6

Medienschau : Italiens Regierung gewinnt Abstimmung zum Sparpaket

  • Aktualisiert am

Umsatzwarnung von Aixtron, UBS - Handelsverlust von 2 Milliarden Dollar, Kingfisher legt im Ausland zu, H&M mit niedrigerem Umsatz, Esprit-Gewinn fällt 98 Prozent, BMW erwartet weiteres Wachstum, ElringKlinger - Auto-Produktion stagniert 2012, deutsche Exporte im ersten Halbjahr stark gestiegen, Umfrage - Stimmungsaufschwung in Japans Wirtschaft verlangsamt, Neuseelands Zentralbank lässt Leitzins unverändert, EU mit Portugal-Rettungsbond, China dämpft Hoffnungen

          13 Min.

          Unternehmensnachrichten

          Umsatzwarnung von Aixtron

          Die Aixtron SE veröffentlicht eine neue Umsatz- und Ebit-Prognose für das Geschäftsjahr 2011 mit Umsatzerlösen von Euro 600 Millionen bis Euro 650 Millionen bei einer Ebit-Marge von 25 bis 30 Prozent. Vorsorglich wird auch der Anlagen-Auftragsbestand um Euro 100 Millionen nach unten angepasst. Die neue Prognose und der angepasste Auftragsbestand resultieren aus erhöhten Abnahmerisiken, einer Verzögerung von Auftragseingängen und angefragten Verschiebungen von Auslieferungen in das Jahr 2012 seitens verschiedener Kunden, insbesondere in Asien. Während die mittel- bis langfristigen Aussichten des LED-Marktes nach Einschätzung des Vorstands sehr positiv bleiben, haben jüngste Gespräche mit asiatischen Kunden gezeigt, dass diese mit zunehmender Sorge auf die wirtschaftliche Entwicklung blicken und daher zu Investitionszurückhaltung tendieren. In Verbindung mit Margendruck, verursacht durch stark fallende Preise für LEDs, verzögern einige Kunden die Erteilung neuer Aufträge und verschieben Liefertermine in das Jahr 2012. (Ad-hoc)

          UBS - Handelsverlust von 2 Milliarden Dollar

          Das nicht autorisierte Vorgehen eines Händlers hat der Schweizer Großbank UBS nach eigenen Angaben einen Handelsverlust von schätzungsweise zwei Milliarden Dollar beschert. Nach Angaben der Bank vom Donnerstag ist es möglich, dass der Konzern das dritte Quartal deshalb mit einem Verlust abschließen wird. Die Untersuchung der Vorfälle dauere noch an. Kunden seien nicht betroffen. Die Aktien der Bank verloren mehr als acht Prozent. (Reuters

          Kingfisher legt im Ausland zu

          Der britische Baumarktkonzern Kingfisher hat die Schwäche im Heimatmarkt mit deutlichen Zuwächsen im Ausland mehr als ausgebügelt. Vor allem in Frankreich legte Europas größte Baumarktkette in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2011/12 deutlich zu - dort setzte das Unternehmen in den sechs Monaten bis Ende Juli mehr um als in Großbritannien. Konzernweit legten die Erlöse um 3,8 Prozent auf 5,6 Milliarden Pfund (rund 6,4 Milliarden Euro) zu, wie das Unternehmen am Donnerstag in London mitteilte. Der Gewinn legte um 29 Prozent auf 320 Millionen Pfund zu. Konzernchef Ian Cheshire sieht wegen der in Europa schwelenden Schuldenkrise zwar weiter ein schweres Umfeld für Einzelhändler, will sich davon aber nicht scheu machen lassen. Er setzt weiter darauf, dass sein Unternehmen sich besser als der Markt entwickelt und will sowohl im In- und Ausland weiter investieren. Kingfisher ist die Nummer Eins in Europa und betreibt rund 900 Märkte. Der Konzern besitzt auch eine 21 Prozent-Beteiligung an der deutschen Kette Hornbach. (dpa-AFX)

          Hennes & Mauritz mit niedrigerem Umsatz

          Die schwedische Textilkette Hennes & Mauritz (H&M) hat im dritten Geschäftsquartal weniger umgesetzt als im Vorjahreszeitraum. Auf vergleichbarer Ladenfläche gingen die Erlöse in dem von Juni bis August laufenden Quartal um drei Prozent zurück, wie das Unternehmen am Donnerstag in Stockholm mitteilte. Während das Unternehmen in den ersten beiden Monaten des Quartals Rückgänge verzeichnete, konnte es sich im August zumindest auf Vorjahresniveau halten. Rechnet man die im Vergleichszeitraum neu eröffneten Geschäfte sowie die Länder hinzu, in denen H&M seitdem den Internet- und Katalogverkauf aufgenommen hat, stieg der Umsatz um fünf Prozent. Insgesamt Betrieb H&M bis Ende August 2.325 Läden, ein Jahr zuvor waren es 2.078 Geschäfte. (dpa-AFX)

          Esprit-Gewinn fällt 98 Prozent

          Beim Bekleidungskonzern Esprit Holdings ist der Gewinn um 98 Prozent eingebrochen. Auschlaggebend waren Kosten für die Schließung von Verkaufsfilialen und der Verkauf des Geschäfts in den Vereinigten Staaten und Kanada. Für die Aktie von Esprit ging es an der Börse Hongkon bis zu 11,6 Prozent abwärts. Für das Geschäftsjahr bis Ende Juni berichtete Esprit am Donnerstag einen Gewinnsturz auf 79 Mill. Hongkong-Dollar, vo 4,23 Milliarden Hongkong-Dollar im Geschäftsjahr zuvor. Analysten hatten in einer Bloomberg-Umfrage im Mittel mit einem Gewinn 3,14 Hongkong-Dollar gerechnet. Der Konzern hat die Rückstellungen für die Schließung von Filialen auf 1,66 Milliarden Hongkong-Dollar gesteigert und damit fast vervierfacht. Der Gewinneinbruch ist bei Esprit der dritte Rückgang de Jahresgewinns in Folge. Der Bekleidungshersteller erzielt fas 79 Prozent seines Umsatzes in Europa, wo die Schuldenkrise di Ausgaben der Verbraucher dämpft. Sonderfaktoren ausgeklammert lag der Gewinn bei 2,35 Milliarden Hongkong-Dollar und damit 30 mitteilte. „Die Marke hat in den vergangenen Jahren allmählich ihre Seele verloren“, hieß es in der Unternehmensmitteilung. „Das Erbe der Marke ist vernachlässigt worden, das Unternehmen hat seine Kundenorientierung verloren.“ Der Umsatz blieb allerdings stabil bei 33,8 Milliarden Dollar Hongkong-Dollar. Für das Geschäftsjahr bis Juni 2012 erwartet das Management wechselkursbereinigt einen Rückgang um drei bis fünf Prozent. Auf Sicht der nächsten vier Jahre peilt Esprit in lokalen Währungen eine Umsatzsteigerung um acht bis zehn Prozent an. Während der Umsatz in China auf Sicht von vier Jahren verdoppelt werden soll, will Esprit in Europa und in der Region Asien- Pazifik 80 Filialen schließen. In Deutschland sollen 24 Geschäfte geschlossen werden, in Frankreich 12 Läden. Im späten Handel notierte die Esprit-Aktie 11,2 Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn haben die Titel 55 Prozent ihres Wertes eingebüßt. (Bloomberg)

          EU-Kommission befürchtet Derivate-Monopol durch Börsenfusion

          Die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der Nyse Euronext zum weltgrößten Marktbetreiber bereitet der EU-Kommission weiter Kopfzerbrechen. Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia fürchtet eine zu starke Marktmacht der neuen Riesenbörse, wie er am Donnerstag bei einer Finanzkonferenz im polnischen Breslau sagte. „In diesem speziellen Fall machen wir uns Sorgen, dass ein sehr großer Mitspieler die Derivate-Märkte in Europa monopolisieren könnte“, sagte Almunia. Die EU werde keine Fusion akzeptieren, die den Marktzugang oder die Flexibilität der Nutzer begrenzen würde. Deutsche Börse und Nyse Euronext wollen zusammen den weltgrößten Börsenkonzern schmieden. Im immer härter werdenden Kampf um Marktanteile und Margen hat ein Börsenriese bessere Chancen, lautet ihr Kalkül. Die EU-Kommission will bis zum 13. Dezember bekanntgeben, ob und unter welchen Bedingungen sie den Zusammenschluss zulässt. Offen ist, ob sie die Abgabe von Geschäftsbereichen fordert. (Reuters)

          BMW erwartet weiteres Wachstum

          Allen Unkenrufen zum Trotz rechnet der Autobauer BMW in seinem größten Markt Deutschland auch 2012 mit besseren Geschäften. „Wir erwarten weiteres Wachstum im Volumen und beim Marktanteil“, sagte Deutschland-Vertriebschef Karsten Engel am Mittwoch auf der Automesse IAA zu Reuters. Über eine heraufziehende Krise werde viel geredet, die Autobranche spüre davon aber bislang überhaupt nichts. Die Turbulenzen an den Börsen hätten keinerlei Auswirkungen auf die Verkäufe und Bestellungen, betonte Engel. Im August und in den ersten Septemberwochen seien die Auftragseingänge - und damit der Absatz der nächsten Monate - „auf sehr gutem Niveau“. Zusätzlichen Schub werde der neue kleine 1er bringen, der demnächst auf den Markt kommt. „Das ist eine Eroberungsmaschine“, sagte der Deutschland-Vertriebschef. 2012 folgt der neue 3er, der ebenfalls zu den absatzstarken Fahrzeugen zählt. Damit verfüge BMW über eine jüngere Modellpalette als die Konkurrenz. „Junge Autos verkaufen sich immer besser als ältere.“ Für 2011 bekräftigte Engel das Absatzziel für Deutschland: „Wir wollen stark einstellig wachsen.“ Im vergangenen Jahr hatte der Münchner Oberklasse-Hersteller in seinem größten Absatzmarkt noch vor den Vereinigten Staaten insgesamt 266.000 Fahrzeuge verkauft, davon gut 234.500 Wagen der Marke BMW und knapp 31.500 Minis. Von Januar bis August setzte der Konzern in seinem Heimatmarkt mehr als 196.000 Fahrzeuge ab, das sind 13 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Bei vielen Geländewagen der X-Reihe betrügen die Wartezeiten wegen der hohen Nachfrage mehrere Monate, sagte der Manager. „Da verlieren wir mit Sicherheit Kunden.“ Engel sagte weiter, der deutsche Automarkt werde in diesem Jahr nicht wachsen, das Oberklasse-Segment hingegen schon. „Premiumautomobile sind ein Frühindikator der Wirtschaft.“ Auch im Geschäft mit Gebrauchtwagen lasse sich nicht der Beginn einer Krise ablesen. „Wir sind im absolut grünen Bereich.“ (Reuters)

          ElringKlinger - Auto-Produktion stagniert 2012

          Der Autozulieferer ElringKlinger rechnet im kommenden Jahr mit einer Stagnation der weltweiten Automobil-Produktion. „Wir werden 2012 ein Nullwachstum haben“, sagte Vorstandschef Stefan Wolf am Mittwoch auf der Automesse IAA in Frankfurt der Nachrichtenagentur Reuters. Wegen des Anlaufs neuer Produkte wie etwa Kunststoffölwannen kalkuliere ElringKlinger dennoch mit einem Umsatzplus von fünf bis sieben Prozent im kommenden Jahr. „Das schaffen wir auch bei stagnierendem Markt“, sagte Wolf. Die Auftragslage sei bis ins nächste Jahr hinein „super“. Die sich abzeichnende Stagnation bei den Produktionszahlen werde sich bei den Zulieferern positiv niederschlagen. „Wir erleben derzeit eine Überbeauftragung durch die Autohersteller“, sagte Wolf. Um die Lieferungen an die Hersteller fristgerecht abwickeln zu können, fielen derzeit höhere Personalkosten für Sonderschichten an den Wochenenden und zusätzliche Frachtkosten an. Für die Ergebnisentwicklung sei eine „Stabilisierung auf hohem Niveau“ gut, da die Zusatzkosten dann entfielen. Der ElringKlinger-Chef trat zugleich Börsenspekulationen über eine mögliche Übernahme durch den amerikanische Autozulieferer BorgWarner entgegen. „Die Familienaktionäre haben mir gesagt: Wir werden nicht verkaufen“, sagte Wolf. Die Anteilshöhe der Familie Lechler an ElringKlinger werde nicht unter 50 Prozent fallen. Am Dienstag hatten die Börsenspekulationen die Aktien des überdurchschnittlich profitablen schwäbischen Zulieferers um knapp zwölf Prozent hochgetrieben, am Mittwoch kletterten die im Nebenwerteindex MDax gelisteten Papiere um weitere sechs Prozent. An der Börse ist ElringKlinger gut eine Milliarde Euro wert, Konkurrent BorgWarner wird mit rund 7,3 Milliarden Dollar bewertet. Der auf Motoren- und Antriebstechnik spezialisierte amerikanische Konzern hat erklärt, es gebe derzeit keine Übernahmeaktivitäten. (Reuters)

          DuPont erstreitet 920 Millionen Dollar Schadenersatz in Kevlar-Prozess

          Der amerikanische Chemiekonzern DuPont & Co hat vor Gericht Schadenersatz in Höhe von knapp 920 Millionen Dollar erstritten. Eine amerikanische Jury verhängte am Mittwoch eine entsprechende Strafe gegen den südkoreanischen Industriekonzern Kolon Industries. DuPont hatte die Koreaner vor zwei Jahren verklagt. Der Vorwurf lautete auf Diebstahl geistigen Eigentums im Zusammenhang mit dem Kunststoff Kevlar, der unter anderem in schusssicheren Westen zum Einsatz kommt. Neben Schadenersatz strebt DuPont eine Strafzahlung in Höhe von 52 Millionen Dollar gegen Kolon an. Außerdem soll eine einstweilige Verfügung verhängt werden, die den Koreanern verbietet, ihr Konkurrenzprodukt zu vermarkten. Laut DuPont soll Kolon von ehemaligen Mitarbeitern mit Informationen zu Kevlar versorgt worden sein, was Kolon ermöglicht habe, den eigenen Werkstoff signifikant zu verbessern. Der südkoreanische Konzern hatte den Vorwurf zurückgewiesen. Man habe keine Geschäftsgeheimnisse verletzt, so eine Kolon-Sprecherin. Kevlar ist für DuPont ein wichtiger Wachstumstreiber. Mit dem Produkt erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,4 Milliarden Dollar. Jüngst hatte das Unternehmen 500 Millionen Dollar in eine neue Produktionsstätte in South Carolina investiert. (Dow Jones Newswires)

          Facebook verschiebt angeblich den Börsengang

          Das soziale Netzwerk Facebook verschiebt seinen geplanten Börsengang einem Zeitungsbericht zufolge mindestens bis September 2012. Das berichtete das Wirtschaftsblatt „Financial Times“ am Mittwochabend auf seiner Internetseite unter Berufung auf mit dem Unternehmen vertraute Personen. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will demnach erreichen, dass sich seine Mitarbeiter auf Produktentwicklungen und nicht auf Auszahlungen durch den Börsengang konzentrieren. Bislang sei der Schritt für April 2012 erwartet worden. Facebook hat seinen Umsatz in der ersten Jahreshälfte 2011 auf 1,6 Milliarden Dollar verdoppelt. Das Unternehmen wird von privaten Investoren inzwischen mit etwa 80 Milliarden Dollar bewertet und hat 750 Millionen Nutzer. (Reuters)


          Wirtschaftsnachrichten

          Deutsche Exporte im ersten Halbjahr stark gestiegen

          Die deutsche Exportwirtschaft ist im ersten Halbjahr trotz Schuldenkrise auf Hochtouren gelaufen. In den sechs Monaten bis Juni seien die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um insgesamt 14,7 Prozent auf 525,6 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Preisbereinigt bezifferte das Bundesamt den Zuwachs bei den deutschen Exporten auf 10,1 Prozent. Die Exporte in die Länder der Europäischen Union seien aber nicht so stark gestiegen wie die Ausfuhren in die Staaten außerhalb der EU. Nominal habe es im Handel mit den EU-Mitgliedsländern einen Anstieg der Exporte um 13,4 Prozent gegeben, hieß es weiter. Bei den Ausfuhren außerhalb der EU-Grenzen lag der Zuwachs den Angaben zufolge bei 16,7 Prozent. (dpa-AFX)

          Italiens Regierung gewinnt Abstimmung zum Sparpaket

          Die Regierung von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat in der Nacht zum Donnerstag auch die letzte Vertrauensabstimmung über ihr 54 Milliarden Euro schweres Sparpaket gewonnen. Die Abgeordnetenkammer sprach sich in ihrer zweiten Abstimmung des Tages erneut für die Maßnahmen aus, nachdem sie ihnen bereits in einem Votum am Nachmittag zugestimmt hatte. Die Vertrauensabstimmung war einberufen worden, um die Umsetzung des Maßnahmenpakets schneller voranzutreiben. Ziel des Sparpakets ist ein ausgeglichener Haushalt bis zum Jahr 2013. Überschattet wurde die Abstimmung von Demonstrationen vor dem Parlamentsgebäude. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Protestierenden auseinanderzutreiben. Die Verabschiedung des Plans „ist ein willkommener Schritt“, sagte Silvio Peruzzo, ein Volkswirt bei Royal Bank of Scotland in London. Angesichts der schwachen Weltwirtschaft sei es jedoch zweifelhaft, ob Italien die fiskalen Ziele erreichen könne. Trotz der Unterstützung der EZB blieben italienische Staatsanleihen unter Druck. Dies sei nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass kein Vertrauen gegenüber Italien vorhanden sei, ebenso wenig wie in die europäische Führungsspitze, die Krise anzugehen. Der italienische Senat, in dem Berlusconi über eine breite Mehrheit verfügt, hatte bereits am 7. September grünes Licht für das Paket gegeben. Turbulenzen um das Sparpaket hatten zu einem Einbruch italienischer Staatsanleihen in den elf Tagen bis zum 6. September geführt. Investoren hatten sich gegenüber dem Sparwillen der Italiener skeptisch gezeigt, nachdem die Berlusconi-Regierung aus der ersten Fassung der Pläne einige Passagen wieder strich - beispielsweise die so genannte Reichensteuer für Besserverdiener. Die Bond-Talfahrt wurde gestoppt, nachdem die Regierung wieder eine verschärfte Fassung vorlegte - mit einer weiteren Erhöhung der Mehrwertsteuer und einer Zusatzsteuer auf Einkommen über 300.000 Euro. (Bloomberg)

          EU begibt Portugal-Rettungsbond im Volumen von 5 Milliarden Euro

          Die Europäische Union hat zehnjährige Anleihen im Volumen von 5 Milliarden Euro über den Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (EFSM) begeben. Das geht aus einer Stellungnahme der EU vom späten Mittwoch hervor. Dadurch sollen weitere Kredite zur Unterstützung des finanziell angeschlagenen Portugal finanziert werden. Die Anleihen mit einem Kupon von 2,75 Prozent seien bei den Investoren auf „solides“ Interesse gestoßen. Insgesamt seien Order für Papiere im Volumen von etwa 7 Milliarden Euro eingegangen. Besonders groß sei das Interesse von Investoren aus Frankreich und Deutschland/Österreich gewesen, an die jeweils mehr als 20 Prozent der Bonds gingen. Die Einnahmen der Platzierung sollen am 21. September an Portugal gehen, hieß es. Betreut wurde die Platzierung von Barclays, BNP Paribas, Commerzbank, HSBC Holdings und UBS. Unterstützt wurden die Banken dabei zusätzlich von Bank of America Merrill Lynch, Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, Citibank, Credit Suisse, DZ Bank, Goldman Sachs Group, Morgan Stanley und Société Générale. (Bloomberg)

          Umfrage - Stimmungsaufschwung in Japans Wirtschaft verlangsamt

          Der Stimmungsaufschwung in der japanischen Wirtschaft hat sich der monatlichen Reuters-Tankan-Umfrage zufolge im September rapide verlangsamt. Zwar verbesserte sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe zum fünften Mal in Folge, doch war der Anstieg um zwei Punkte auf Plus acht der niedrigste seit dem Einbruch des Indexes im April. Die Stimmung im nicht-verarbeitenden Gewerbe fiel sogar zum ersten Mal seit drei Monaten um vier Punkte auf Plus drei. Die Daten für den monatlichen Reuters-Tankan-Bericht wurden unter 400 Firmen erhoben, von denen 257 die Fragen beantworteten. Er gilt als guter Indikator für den offiziellen Tankan-Bericht der Bank of Japan. (Reuters)

          China dämpft Hoffnungen auf Hilfe für Europa

          China hat übergroße Hoffnungen auf eine Rettung Europas in der Krise durch chinesische Investitionen gedämpft. Der Vizevorsitzende der mächtigen Reform- und Entwicklungskommission (NDRC), Zhang Xiaoqiang, forderte die europäischen Länder am Donnerstag beim „Sommer-Davos“ des Weltwirtschaftsforums in der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian auf, vielmehr ihr eigenes Haus in Ordnung zu bringen. „Jedes Land sollte die ihm angemessene Verantwortung erfüllen.“ Zhang Xiaoqiang präzisierte Äußerungen von Regierungschef Wen Jiabao am Vortag, wonach China eine „helfende Hand ausstrecken“ und mehr in Europa investieren wolle. China werde „innerhalb unserer Möglichkeiten“ weiterhin europäische Staatsanleihen kaufen. In der internationalen Krise werde sich China zudem weiter für die wirtschaftliche Kooperation mit anderen Länder öffnen. Chinas Importe stiegen in diesem Jahr ohnehin schon schneller als seine Exporte, hob Zhang Xiaoqiang hervor. Indem China die Qualität seines Wachstums verbessere, nehme China seine Verantwortung für die Welt und seine eigene Entwicklung wahr, sagte der einflussreiche Vizeminister, der sich etwas verwundert über aufkeimende Hoffnungen in Europa zeigte, dass China zum Retter der von Schulden geplagten europäischen Ländern werden könnte. „Die großen Industrieländer müssen eine korrekte Politik umsetzen und ihrer Verantwortung nachkommen“, betonte Zhang Xiaoqiang. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der China Construction Bank, Guo Shuqing. Er warnte davor, die Rolle Chinas in der Weltwirtschaft zu überschätzen. Die Volkswirtschaften der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union zusammen hätten immerhin einen Anteil von 60 Prozent, während China nur auf 9,5 Prozent komme. (dpa)

          Neuseelands Zentralbank lässt Leitzins unverändert

          Die neuseeländische Zentralbank hat ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet unverändert gelassen. Die Notenbank erklärte in dem Begleittext zum Zinsbeschluss, dass sich die globalen Risiken erhöht hätten und es daher angebracht sei, die Geldpolitik unangetastet zu lassen. Die so genannte Official Cash Rate (OCR) liegt damit weiterhin bei 2,50 Prozent, wie die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) mitteilte. An den Finanzmärkten war mit diesem Beschluss gerechnet worden. Die Erklärungen der Zentralbank hat eine Reihe von Ökonomen veranlasst, ihre Erwartungen für eine weitere Zinsstraffung zu verschieben. Bislang hatten die meisten Experten im Dezember 2011 eine Straffung um 50 Basispunkte erwartet. Nun wird eine solche Zinserhöhung erst für den März 2012 angesetzt. (Dow Jones Newswires)

          SNB lässt Leitzins unverändert und sieht Franken hoch bewertet

          Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihr Leitzinsniveau am Donnerstag nicht geändert und will ihre Maßnahmen gegen die Aufwertung des Franken fortführen. Wie sie am Vormittag mitteilte, strebt sie einen Dreimontslibor des Franken bei 0 Prozent an. Auf diese Höhe hatte die SNB den Leitzins am 3. August im Rahmen einer außerordentlichen Entscheidung gesenkt, um so dem Aufwertungsdruck auf den Franken zu begegnen. Zuvor hatte die Spanne bei 0 Prozent bis 0,75 Prozent gelegen. Hier war der untere Bereich der Spanne bei 0,25 Prozent angesteuert worden. Die SNB teilte weiter mit, sie werde den am 6. September 2011 festgelegten Mindestkurs von 1,20 Euro/CHF mit aller Konsequenz durchsetzen. Sie sei bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Sie werde die gesamten Sichtguthaben bei der Nationalbank bei deutlich über 200 Milliarden Franken belassen. „Mit diesen Maßnahmen stellt sich die Nationalbank der akuten Bedrohung der Schweizer Wirtschaft und dem Risiko einer deflationären Entwicklung entgegen, die von einer massiven Überbewertung des Schweizer Frankens ausgehen“, erklärte die SNB. Der Franken sei auch bei 1,20 Euro/Franken hoch bewertet und sollte sich weiter abschwächen. „Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erfordern, wird die Nationalbank weitere Maßnahmen ergreifen“, warnte die SNB. Sie geht davon aus, dass das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte zum Stillstand kommen wird. „Lediglich aufgrund der guten Entwicklung im ersten Halbjahr ist für 2011 mit einem BIP-Zuwachs von 1,5 Prozent bis 2 Prozent zu rechnen. Ohne die stabilisierende Wirkung des Mindestkurses bestünde erhebliche Rezessionsgefahr“, erklärte die SNB. Im Juni hatte sie noch ein Wachstum von 2 Prozent prognostiziert. Die Inflationsprognose der Nationalbank hat sich aufgrund der „massiven Aufwertung des Franken und der verschlechterten Aussichten für die Weltwirtschaft deutlich nach unten verschoben“. Die Prognose zeigt für 2011 eine Inflationsrate von 0,4 Prozent, von minus 0,3 Prozent für 2012 und von 0,5 Prozent für 2013. „Hinter dieser Prognose stehen die Annahmen eines Dreimonatslibors von 0 Prozent und eines sich weiter abschwächenden Franken“, merkte die SNB an. Auf absehbare Zeit gebe es in der Schweiz keine Inflationsrisiken. Hingegen bestünden Abwärtsrisiken für die Preisstabilität, falls sich der Franken nicht weiter abschwächen sollte. (Dow Jones Newswires)

          Frankreichs Außenhandelsdefizit voraussichtlich mit Rekordniveau

          Das Handelsbilanzdefizit Frankreichs dürfte nach offizieller Schätzung im laufenden Jahr auf ein Rekordniveau steigen. Der hohe Ölpreis und der starke Euro, der die französischen Waren im Ausland weniger wettbewerbsfähig mache, dürfte das Defizit auf 75 Milliarden Euro steigen lassen, sagte der Staatssekretär für Außenhandel, Pierre Lellouche, der Zeitung „Les Echos“ (Donnerstagausgabe). Damit würde der Negativsaldo wesentlich höher ausfallen als das von der Regierung im vergangenen Jahr erwartete Minus von 48 Milliarden Euro. Zudem läge es deutlich über dem bisherigen Rekordniveau von 56,5 Milliarden Euro, das 2008 registriert wurde. (Dow Jones Newswires)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Moderator Ken Jebsen während einer Demonstration am 13.12.2014 vor dem Schloss Bellevue in Berlin

          Anonymous : Hacker greifen Ken Jebsen an – Webseite lahmgelegt

          Die Hacker-Gruppe Anonymous hat sich die Seite des Verschwörungstheoretikers Ken Jebsen vorgenommen. Dabei habe sie nicht nur zehntausende Daten zu Abonnenten erbeutet, sondern auch Informationen zu Spenden abgegriffen.

          G 7 in Cornwall : Brexit-Störgeräusche für Johnson

          Eigentlich sollte es beim G-7-Gipfel vor allem um Corona und die Herausforderung durch China und Russland gehen. Doch immer wieder muss sich Gastgeber Boris Johnson auch mit dem Streit mit der EU auseinandersetzen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.