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Medienschau : Hypothekenkrise: Allstate verklagt Bank of America

  • Aktualisiert am

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          Unternehmensnachrichten

          Allstate verklagt Bank of America

          Der Bank of America droht wegen bedeutender Verluste durch ein angebliches Fehlverhalten ein Nachspiel auf die Immobilienkrise. Der amerikanische Häuser- und Autoversicherer Allstate verklagte am Montag unter anderem die amerikanische Großbank wegen des Vorwurfs der falschen Darstellung von Risiken für Hypotheken im Volumen von rund 700 Millionen Dollar. „Die Beschuldigten wussten, dass die Kredite, die an Allstate weitergegeben wurden, eine toxische Mischung waren“, heißt es in der 150 Seiten langen Klage, die vor Gericht in New York eingereicht wurde. Die Darlehen seien an Kreditnehmer vergeben worden, die sich die Immobilien nicht hätten leisten können und mit hoher Wahrscheinlichkeit in Tilgungs-Verzug geraten seien. Allstate verlangt den Kauf der weitergegebenen Hypotheken zu annullieren sowie eine Entschädigung für entstandene Schäden. Im Kern geht es um das Finanzunternehmen Countrywide, den einst größten amerikanischen Hypothekengeber, der 2008 von der Bank of America aufgekauft wurde. Countrywide habe Allstate vorgetäuscht, die weiter verkauften Sicherheiten seien zuverlässig und die Deckungsrate der Kredite hoch, hieß es. Der langjährige Countrywide-Chef Angelo Mozilo war der erste hochrangige Manager, der persönlich für ein Fehlverhalten in Verbindung zur amerikanischen Immobilienkrise verurteilt wurde. (Reuters) Siehe auch: „Die Krise geht auf institutionalisierten Betrug zurück“)

          BP erkauft sich mit Einmalzahlungen Klageverzicht bei amerikanische Ölpest

          Ein knappes halbes Jahr nach der schwersten Ölkatastrophe in der amerikanischen Geschichte hat sich der Energiekonzern BP mit ersten Einmalzahlungen einen Klageverzicht von Geschädigten erkauft. Aus dem Ausgleichsfonds seien Anwohnern und Firmen der Golfküste dafür bisher 43 Millionen Dollar bezahlt worden, teilte der britische Konzern am Dienstag mit. Der Verwalter des insgesamt 20 Milliarden Dollar schweren Hilfsfond, Kenneth Feinberg, hatte die Option Einmalzahlung gegen Klageverzicht am 13. Dezember angekündigt. Demnach bekommt jede Person, die sich darauf einlässt, pauschal 5000 Dollar. Unternehmen erhalten 25.000 Dollar. Das BP-Angebot wird von Anwälten und Politikern kritisiert. Sie haben den Geschädigten geraten, sich sehr gut zu überlegen, ob sie sich bereits jetzt abschließend mit BP einigen wollen. Sie verweisen darauf, dass sich manche Schäden aus der Katastrophe erst in der Zukunft zeigen könnten. BP hat bislang insgesamt 2,6 Milliarden Dollar an 467.889 Antragsteller gezahlt. Dabei ging es aber zumeist um Sofort-Zahlungen als Entschädigung für entgangene Umsätze oder Gewinne. Nur in einem Fall wurde eine Klage bislang beendet. In dem Fall hatte ein Unternehmer zehn Millionen Dollar erhalten. Auslöser der Ölpest war die Explosion und der Untergang der BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 20. April. 87 Tage lang floss ungehindert Öl ins Meer. Insgesamt sollen es rund fünf Millionen Barrel gewesen sein. Die Küste von vier Bundesstaaten wurde verschmutzt, neue Tiefsee-Bohrungen verboten, und das Image von BP litt entschieden. Der Konzern büßte rund 70 Milliarden Dollar an Marktwert ein und entließ seinen Chef Tony Hayward. Im September wurde das Bohrloch endgültig versiegelt. Wegen der Katastrophe hat auch die amerikanische Regierung BP sowie vier weitere Firmen verklagt. Sie werfen ihnen Verstöße gegen amerikanische Umweltgesetze vor und fordern Schadenersatz in noch nicht genannter Höhe. Die Summe könnte aber bis zu 21 Milliarden Dollar betragen. (Reuters)

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