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Medienschau : Hamburg hat im Rennen um Hapag Lloyd die Nase vorn

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Lufthansa verfehlt die Prognose, Pfleiderer senkt sie, Daimler drosselt angeblich die Produktion, Ergo streicht knapp 2000 Stellen, Electronic Arts enttäuscht. Viacom erwirtschaftet aufgrund eines Einmaleffekts weniger Gewinn, EADS steigert den Gewinn schwächer als erwartet, die Postbank verdient wegen der Finanzkrise weniger.Dagegen überrascht LVMH mit einem starkem Gewinn- und Umsatzplus, steigert Siemens den Gewinn im Kerngeschäft über die Erwartungen hinaus, verdoppelt Arcelor-Mittal den Gewinn und bestätigen Fresenius und FMC bekräftigt die Prognosen. MAN macht mehr Gewinn und Umsatz, verzeichnet aber weniger Lkw-Bestellungen.

          13 Min.

          Unternehmen

          MAN mit mehr Gewinn und Umsatz, aber weniger Lkw-Bestellungen

          Der Lastwagen- und Maschinenbauer MAN hat im ersten Halbjahr 2008 Gewinn und Umsatz kräftig gesteigert. Das operative Ergebnis kletterte auf 1,02 Milliarden von 721 Millionen Euro, wie der Konzern am Mittwoch in München berichtete. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro. Damit legte die Umsatzrendite auf 12,6 von 10,7 Prozent zu. Der Auftragseingang zog um acht Prozent auf 10,3 Milliarden Euro an, allerdings ging die Zahl der Lkw-Bestellungen um 15 Prozent zurück.

          Für das Gesamtjahr erwartete MAN eine „Normalisierung des Auftragseinganges“. Bisher hatte es geheißen, es werde ein ähnliches Niveau wie im Vorjahr (19,4 Milliarden Euro) erreicht. Bei Umsatz und Rendite hielt der Konzern an seiner Prognose fest,
          wonach die Erlöse von zuletzt 15,5 Milliarden Euro um gut zehn Prozent steigen sollen und die Marge das Niveau des ersten Quartals von 11,9 Prozent erreichen soll. (Reuters)

          Hamburg hat im Bieterrennen um Tui-Tochter Hapag Lloyd die Nase vorn

          Beim geplanten Verkauf der Tui-Tochter Hapag Lloyd hat das Konsortium für eine „Hamburger Lösung“ die Nase vorn. Das Interesse an der Schiffsreederei sei insgesamt gering. Es seien nur drei Gebote für Hapag Lloyd eingegangen, die Hamburger hätten das höchste eingereicht, berichtet die FAZ. Neben dem Konsortium und der Singapurer Logistik- und Schifffahrtsgruppe Neptune Orient Lines (NOL) hat auch ein Private-Equity-Fonds den Hut in den Ring geworfen.

          Fraglich ist aber, ob es überhaupt zu einem Verkauf kommt, liegt der Preis doch unter den vom Vorstand angestrebten 4 Milliarden Euro. Die Preise könnten im weiteren Verlauf noch fallen, da die bisherigen Offerten auf Basis der von Tui vorgelegten Zahlen kalkuliert wurden, sich das Umfeld inzwischen jedoch verschlechtert hat. (dpa-AFX)

          Siemens steigert Gewinn im Kerngeschäft über Erwartungen

          Der Mischkonzern Siemens hat im dritten Geschäftsquartal seinen Gewinn im Kerngeschäft merklich gesteigert und dabei die Erwartungen der Analysten übertroffen. „Die Jahresprognose für 2008 bekräftigen wir“, sagte Konzernchef Peter Löscher am Mittwoch laut Mitteilung in München. Auch im kommenden Geschäftsjahr soll der Umsatz doppelt so stark steigen wie die Weltwirtschaft. Löscher warnte aber: „Für das Geschäftsjahr 2009 rechnen wir mit einer schwächeren weltwirtschaftlichen Situation.“

          Das Gesamtergebnis der Sektoren - das Kerngeschäft - will der Konzern im kommenden Geschäftsjahr auf 8,0 bis 8,5 Milliarden Euro steigern. 2006 hatte der Wert bei 6,662 Milliarden Euro gelegen; in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres erzielte Siemens hier 5,035 Milliarden Euro. Das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten soll schneller wachsen als das Ergebnis der Sektoren. Sondereffekte aus dem Sparprogramm sowie der Schmiergeld-Affäre klammert Siemens weiterhin aus. (dpa-AFX)

          Postbank verdient wegen Finanzkrise weniger

          Die Postbank ist auch im zweiten Quartal von der Finanzkrise nicht verschont geblieben und hat einen weiteren kräftigen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Überschuss fiel um rund 21 Prozent auf 119 Millionen Euro, teilte die Post-Tochter am Mittwoch in Bonn mit. Vor Steuern sank das Ergebnis um knapp 27 Prozent auf 171 Millionen Euro. Die Finanzmarktkrise schlug in den abgelaufenen drei Monaten noch einmal mit insgesamt 143 Millionen Euro zu Buche, die Belastungen machten sich im Finanzanlage- und Handelsergebnis bemerkbar. Hinzu kamen weitere Auswirkungen auf die Neubewertungsrücklagen. Ihr operatives Gewinnziel von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro für das laufende Jahr bekräftigte die Postbank. (dpa)

          BASF prüft Übernahme des amerikanischen Konzerns Grace

          Der Chemiekonzern BASF prüft einem Zeitungsbericht zufolge konkret eine Übernahme des amerikanischen Wettbewerbers WR Grace. Die „Financial Times Deutschland“ (Dienstagausgabe) berief sich dabei auf das Umfeld des mittleren Managements und auf Branchenkreise. Grace stellt Katalysatoren und Produkte aus der Bauchemie her. Auch der amerikanischen Konzern Rockwood und die deutsche Cognis seien näher auf Strategie, Struktur und die Geschäftsentwicklung analysiert worden, hieß es in dem Bericht. BASF wolle sich mit der Übernahme von Nischenanbietern von Massenprodukten weniger abhängig machen.

          Ob die Überlegungen in Offerten mündeten, sei aber offen, hieß es in dem Bericht. Ein BASF-Sprecher wollte sich nicht näher zu den Plänen äußern. „Wir prüfen ständig Akquisitionen“, sagte er der Zeitung. Anfang des Jahres habe sich BASF sogar mit einer Übernahme des im Dax gelisteten Gase-Spezialisten Linde befasst, berichtete die Zeitung. Das Projekt sei aber zurückgestellt worden. (Reuters)

          Agrochemie und Medikamentengeschäft schieben Bayer-Gewinn an

          Bayer hat im zweiten Quartal dank guter Geschäfte mit Agrochemikalien und Medikamenten seinen operativen Gewinn gesteigert. Wie der Pharma- und Chemiekonzern am Mittwoch in Leverkusen mitteilte, hat der um Sondereinflüsse bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf 1,896 Milliarden Euro zugenommen. Analysten hatten nach einer Umfrage von Reuters für den Zeitraum April bis Juni im Schnitt mit 1,886 Milliarden Euro gerechnet. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 574 Millionen Euro nach 660 Millionen Euro vor Jahresfrist. Bayer setzte im zweiten Jahresviertel 8,511 Milliarden Euro um - ein Plus von 3,6 Prozent.

          Bayer hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an und rechnet nun mit einem währungsbereinigten und um Zu- und Verkäufe bereinigten Umsatzplus von mehr als fünf Prozent. Das bereinigte Ebitda soll zulegen und die operative Umsatzrendite verbessert werden, bekräftigte der Konzern. 2007 lag die bereinigte Ebitda-Marge bei 20,9 Prozent. (Reuters)

          EADS steigert Gewinn schwächer als erwartet - Prognosen bekräftigt

          Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS hält nach einem überraschend schwachen Gewinnwachstum im ersten Halbjahr an seinen Prognosen für 2008 fest. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Firmenwertabschreibungen und außerordentlichen Posten, bei EADS als Ebit ausgewiesen, solle im Gesamtjahr weiterhin bei 1,8 Milliarden Euro liegen, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch mit. Im ersten Halbjahr stieg das Ebit im Vergleich zum Vorjahr von 358 Millionen auf 1,16 Milliarden Euro. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Branchenexperten hatten im Schnitt mit 1,361 Milliarden Euro gerechnet. (dpa-AFX)

          Vossloh macht mit Spartenverkauf Extra-Gewinn

          Der Verkauf des Gleisbaus wird den Jahresgewinn des Verkehrstechnik-Konzerns Vossloh kräftig treiben. Aus heutiger Sicht sei mit einem Buchgewinn von 42 Millionen Euro zu rechnen, teilte das Unternehmen am Mittwoch zur Vorlage der Bilanz des zweiten Quartals in Werdohl mit. Das operative Ergebnis des Gleisbaus für das gesamte Jahr 2008 stehe indes dem neuen Besitzer zu. Es wird allgemein erwartet, dass Vossloh das Geschäft im dritten Quartal abschließt.

          Entsprechend dem Zufluss hoben die Sauerländer ihre Prognose für den Jahresgewinn an von bislang 91 auf 128 Millionen Euro. Angesichts der wegfallenden Sparte soll der Umsatz jetzt aber nur noch bei 1,126 Milliarden Euro liegen (zuvor 1,340 Milliarden Euro), das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 131 Millionen Euro (zuvor 142 Millionen Euro). 2009 peilt der Konzern nun einen Umsatz von 1,175 Milliarden, ein Ebit von 137 Millionen und einen Überschuss von 91 Millionen Euro an. (dpa-AFX)

          ArcelorMittal verdoppelt Gewinn im zweiten Quartal

          Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal hat im zweiten Quartal doppelt so viel verdient wie im Vorjahr. Unter dem Strich sei der Gewinn von 2,72 Milliarden Dollar im Vorjahr auf 5,84 Milliarden Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Luxemburg mit. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich um 51 Prozent auf 8,05 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal soll sich der Wert auf 8,5 Milliarden Dollar verbessern. (dpa-AFX)

          Fresenius bestätigt nach Gewinnanstieg im ersten Halbjahr Prognose

          Der Medizinkonzern Fresenius hat nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im ersten Halbjahr seinen Ausblick bestätigt. 2008 erwarte die Gesellschaft beim Umsatz währungsbereinigt ein Plus von 8 bis 10 Prozent und beim Jahresüberschuss ebenfalls währungsbereinigt einen Anstieg von 10 bis 15 Prozent, teilte die im MDax notierte Gesellschaft am Mittwoch in Bad Homburg bei Frankfurt mit. Nach endgültigen Zahlen stagnierte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) zu aktuellen Wechselkursen auf dem Niveau des Vorjahres. Währungsbereinigt sei das operative Ergebnis um 8 Prozent auf 781 Millionen Euro gestiegen. Der Umsatz habe sich um Währungseffekte bereinigt um 9 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro verbessert. Zu Ist-Kursen lag das Plus bei 2 Prozent. Unter dem Strich wies die Fresenius SE einen Überschuss von 212 Millionen Euro aus. (dpa-AFX)

          FMC bekräftigt Ausblick

          Der Dialysedienstleister Fresenius Medical Care hat seine Geschäftsziele für das laufende Jahr bekräftigt. FMC rechne weiterhin mit einem Umsatz von mehr als 10,4 Milliarden Dollar und einem Jahresüberschuss von 805 bis 825 Millionen Dollar, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Im zweiten Quartal legte der Umsatz nach endgültigen Zahlen um elf Prozent auf 2,665 Milliarden Dollar zu. Der Überschuss kletterte um 18 Prozent auf 211 Millionen Dollar. Der durchschnittliche Umsatz je Behandlung in den Vereinigten Staaten, eine der wichtigsten Kennzahlen von FMC, lag bei 327 (Q1 2008: 326) Dollar. (Reuters)

          Lufthansa verfehlt Prognose

          Die Lufthansa will trotz hoher Kerosinpreise und streikender Mitarbeiter ihren Vorjahres-Rekordgewinn im operativen Geschäft wiederholen. Der Vorstand bekräftigte bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am Dienstagabend das Ziel, im Gesamtjahr 2008 an das operative Ergebnis des Vorjahres anzuknüpfen. In den ersten sechs Monaten verdiente das Unternehmen operativ mehr als ein Jahr zuvor. Das Unternehmen verfehlte aber knapp die Gewinnerwartungen der Branchenexperten.

          Der Aktienkurs zeigte allerdings nur wenig Reaktion, nachdem das Unternehmen zum Börsenschluss seine Eckdaten vorgelegt hatte. Im Xetra-Handel hatte die Aktie 0,73 Prozent höher bei 15,10 Euro geschlossen. Im späten Frankfurter Parketthandel kostete das Papier zuletzt 15,06 Euro.

          Unter dem Strich verzeichnete der Dax-Konzern einen Gewinnrückgang, nachdem Sondereinnahmen das Ergebnis im Vorjahr deutlich nach oben getrieben hatten. Mit 402 Millionen Euro lag der jetzige Überschuss allerdings auch unter der durchschnittlichen Analystenprognose von 414,6 Millionen Euro.

          Für das Jahr 2008 sieht das Management neben den Chancen auf einen erneuten operativen Rekordgewinn allerdings auch Risiken. Diese lägen in einer „erneuten und nachhaltigen Erhöhung der Treibstoffpreise“ sowie einem anhaltenden Rückgang des Wirtschaftswachstums. Auch die Auswirkungen der Streikaktionen betrachtet der Vorstand als Risikofaktor. Die Folgen seien derzeit noch nicht absehbar. (dpa-AFX)

          Erste Bank erhöht Überschuss im ersten Halbjahr

          Die Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG hat im ersten Halbjahr den Gewinn gesteigert und damit die Erwartungen der Analysten erfüllt. Das Geschäft in Mittel- und Osteuropa hat sich den Auswirkungen der Finanzkrise weitgehend verschließen können und zur positiven Entwicklung der Bank beigetragen, wie das Institut am Mittwoch mitteilte.

          Der Konzernüberschuss markierte mit 636,6 Millionen Euro ein Plus von 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Durchschnitt 637 Millionen Euro erwartet.

          Der Zinsüberschuss erreichte 2,31 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 24,1 Prozent. Hier lagen die Erwartungen bei 2,32 Milliarden Euro. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurde die Risikovorsorge der Wiener Bank um 60,5 Prozent auf 384,1 Millionen Euro gesteigert. Die Analysten hatten an dieser Stelle mit 347 Millionen Euro mit weniger Aufwand gerechnet.

          Die Bank bestätigte ihre Ergebnisziele für das laufende und das kommende Jahr. 2008 peilt das Institut ein Wachstum von mindestens 20 Prozent und 2009 von 25 Prozent beim Konzernüberschuss an. Die Kernkapitalquote soll 2009 über 8 Prozent liegen. Zum 30. Juni erreichte
          dieser Wert eine Höhe von 6,9 Prozent. (Dow Jones)

          LVMH überrascht mit starkem Gewinn- und Umsatzplus im 1. Halbjahr

          Der weltgrößte Luxusgüter-Hersteller LVMH Moët-Hennessy - Louis Vuitton hat in der ersten Jahreshälfte wegen einer stärkeren Nachfrage nach exklusiven alkoholischen Getränken ein überraschend kräftiges Gewinnwachstum verzeichnet. In den ersten sechs Monaten sei der Überschuss im Jahresvergleich von 834 Millionen Euro auf 891 Millionen Euro gestiegen, teilte LVMH am Dienstag mit. Analysten hatten zuvor im Durchschnitt mit einem Zuwachs auf 870 Millionen Euro gerechnet. Das operative Ergebnis kletterte um sieben Prozent auf 1,541 Milliarden Euro. Experten hatten hier auf 1,510 Milliarden Euro getippt.

          Der Umsatz wuchs trotz des starken Euro einen Zuwachs im Jahresvergleich von zuvor 7,412 Milliarden Euro auf 7,799 Milliarden Euro. Hier hatten die befragten Experten im Durchschnitt einen Zuwachs auf 7,412 Milliarden Euro erwartet. Für das Gesamtjahr hält LVMH weiterhin an der bisherigen Prognose fest. Demnach soll es bei der Jahresbilanz ein „spürbares“ Wachstum geben. (dpa-AFX)

          Viacom wegen Einmaleffekt mit weniger Gewinn

          Trotz Kinokassenschlagern wie „Indiana Jones“ und „Iron Man“ hat der amerikanische Medienkonzern Viacom im zweiten Quartal weniger verdient als ein Jahr zuvor. Der Überschuss der Gruppe mit Sendern wie MTV und dem Filmstudio Paramount sank um sechs Prozent auf 407 Millionen Dollar (261 Millionen Euro). Im Vorjahr hatte Viacom allerdings von einem Einmalgewinn aus dem Verkauf von Konzernteilen profitiert. Um Sondereffekte bereinigt stieg der Überschuss um zehn Prozent. Der Umsatz kletterte um 21 Prozent auf knapp 3,9 Milliarden Dollar, wie Viacom am Dienstagabend nach Börsenschluss bekannt gab.

          Die Filmsparte des vom amerikanischen Medieninvestor Sumner Redstone kontrollierten Konzerns legte beim Umsatz um mehr als ein Drittel auf 1,8 Milliarden Dollar zu. Der operative Gewinn vervierfachte sich fast auf 86 Millionen Dollar.

          Die deutlich größere und weit ertragsstärkere Mediensparte mit Kabelsendern wie Nickelodeon sowie Online- und Spiele-Aktivitäten steigerte den Umsatz um 11 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar und den operativen Gewinn um vier Prozent auf 765 Millionen Dollar. Einmal mehr profitierte die Sparte von Videospiele-Hits wie „Rock Band“. Die Werbeumsätze legten dagegen lediglich um zwei Prozent zu.

          Mit seinem bereinigten Gewinn übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Für die Jahre 2008 bis 2010 erwartet der Konzern ein Wachstum beim Gewinn je Aktie im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. (dpa-AFX)

          Ergo streicht knapp 2000 Stellen

          Die Ergo Versicherungsgruppe streicht bis 2010 bundesweit knapp 2.000 Stellen und damit etwa jeden zehnten Arbeitsplatz. Die Vorstandsbeschlüsse sind Teil umfangreicher Kostensenkungspläne, die laut Ergo ein Einsparpotential von insgesamt 180 Millionen Euro bedeuten. Neben den Stellenstreichungen sollen Prozesse im Konzern zentralisiert und gebündelt werden, teilte Ergo nach der Vorstandssitzung weiter mit.

          Die Tochter der Münchener Rück ist der größte Konkurrent der Allianz im deutschen Versicherungsmarkt. Die Gewerkschaft ver.di hatte zuvor von einem zu befürchtenden Abbau von etwa 2.500 Stellen gesprochen.

          Ergo hatte Ende der vergangenen Woche die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Statt eines Gewinns von 480 bis 600 Millionen Euro sei für 2008 jetzt nur noch mit einem Ergebnis von 320 bis 380 Millionen Euro zu rechnen, hatte der Konzern mitgeteilt. Als Grund nannte ERGO die insgesamt schlechte Verfassung der Aktien-und Anleihemärkte. Im ersten Halbjahr 2008 ging der Gewinn nach vorläufigen Zahlen um ein Drittel auf 269 Millionen Euro zurück. An den langfristigen Zielen werde jedoch festgehalten. (dpa-AFX)

          Electronic Arts enttäuscht mit Quartalszahlen

          Der amerikanische Computerspiel-Produzent Electronic Arts hat im ersten Quartal mehr Geld verloren und weniger umgesetzt als von Experten erwartet. Der um Sondereffekte bereinigte Verlust je Aktie (EPS) habe sich von 0,22 Dollar im entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 0,42 Dollar ausgeweitet, teilte das Unternehmen am Dienstag in Redwood City mit. Analysten hatten hingegen nur mit minus 0,33 Dollar gerechnet. Insgesamt stieg der Verlust von 69 auf 135 Millionen Dollar. Unter dem Strich schrumpfte das Minus allerdings von 132 Millionen Dollar beziehungsweise 0,42 Dollar je Aktie auf 95 Millionen oder 0,30 Dollar.

          Der bereinigte Umsatz kletterte um 41 Prozent auf 609 Millionen Dollar. Experten hatten allerdings knapp 640 Millionen Dollar erwartet. Unbereinigt sprangen die Erlöse von 395 auf 804 Millionen Dollar.

          Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen ein bereinigtes EPS von plus 1,30 bis 1,70 Dollar und bereinigte Umsätze von 5,0 bis 5,3 Milliarden Dollar. Der Markt erwartet bisher ein EPS von 1,59 Dollar und Erlöse von 5,15 Milliarden Dollar.

          Im nachbörslichen Handel tendierten Electronic-Arts-Titel sehr schwach. Zum Schluss der Wall Street hatten sie noch um 2,93 Prozent auf 47,40 Dollar zugelegt. (dpa-AFX)

          Pfleiderer senkt nach gemischtem ersten Halbjahr Jahresprognose

          Der Bau- und Möbelzulieferer Pfleiderer hat nach einem gemischt verlaufenen ersten Halbjahr seine Jahresprognose gekappt. Die im Vorjahr für 2008 gesteckten Ziele beim Umsatz von zwei Milliarden Euro und bei der Ebitda-Marge von 15 Prozent dürften um 5 bis 15 Prozent unterschritten werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Neumarkt mit. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen werde aber das Niveau des Vorjahres übertreffen.

          Hintergrund für die gesenkte Prognose sind der Mitteilung zufolge die realwirtschaftlichen Folgen der anhaltenden Finanzmarktkrise. Diese dürften im zweiten Halbjahr das Geschäft beeinträchtigen, hieß es. Das Unternehmen sehe daher zum heutigen Zeitpunkt nur noch eingeschränkt Chancen, die Rohstoffkostensteigerungen in notwendigem Umfang zeitnah weitergeben zu können.

          Von Januar bis Juni 2008 steigerte Pfleiderer den Umsatz um 3,5 Prozent auf 917 Millionen Euro. Das Ebitda sank leicht von 121 auf 119 Millionen Euro. Steigende Rohstoffpreise und zum Teil eingeschränkte Spielräume für Preiserhöhungen hätten das Ergebnis belastet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank von 70 auf 55 Millionen Euro. Das Ergebnis je Aktie (EPS) fiel von 0,43 auf 0,10 Euro. Belastet hätten beim Ebit zusätzlich Aufwendungen für die Stilllegung des MDF-Werkes La Baie in Kanada in Höhe von 9,8 Millionen Euro, hieß es. Ohne diese Maßnahme hätte das EPS bei 0,22 Euro gelegen (dpa-AFX)

          Daimler drosselt Produktion - 40 000 Autos weniger

          Der Daimler-Konzern wird einem Pressebericht zufolge die Produktion im eigenen Zulieferwerk Untertürkheim drosseln. Nach Informationen der „Stuttgarter Zeitung“ (Mittwochausgabe) muss mangels Nachfrage insbesondere die Herstellung von V6- und V8-Motoren zurückgefahren werden. Man verhandle momentan mit Arbeitnehmervertretern über eine entsprechende Lösung, bestätigte eine Sprecherin des Autobauers auf Anfrage. Gleitzeitkonten und Urlaubsansprüche könnten im Gegenzug abgebaut werden.

          In der vergangenen Woche war bekannt gegeben worden, dass Daimler im Montagewerk Sindelfingen die Fertigung zurückfahren wird. Nach Informationen der Zeitung senkt das Unternehmen den Ausstoß in den kommenden vier Monaten um mehr als 40.000 Fahrzeuge. (dpa-AFX)

          Starbucks treibt Sparkurs voran

          Die amerikanische Kaffeehauskette Starbucks treibt ihren Sparkurs weiter kräftig voran und baut die Führungsspitze um. Bislang seien rund 1.000 Stellen gestrichen worden, gab der Konzern am Dienstag in einem Schreiben an die Mitarbeiter bekannt. Der Chef des internationalen Geschäfts, Jim Alling, verlasse Starbucks zudem. Nachfolger sei der zuletzt für das operative Tagesgeschäft zuständige Topmanager Martin Coles. Seine bisherige Position eines Chief Operating Officers (COO) falle weg.

          Starbucks war angesichts sinkender Gewinne massiv auf die Bremse getreten und will 600 schlecht laufenden amerikanischen Filialen schließen. Rund 12.000 Beschäftigte - sieben Prozent der Belegschaft - fürchten um ihren Job, einige sollen aber in anderen Läden weiter arbeiten können. Jüngste Entscheidung vom Dienstag: In Australien werden 61 von 84 Standorte geschlossen. Weltweit betreibt der Konzern rund 16.000 Filialen, davon 11.000 in den Vereinigten Staaten und rund 120 in Deutschland. Starbucks legt an diesem Mittwochabend nach Börsenschluss seine Zahlen für das abgelaufene Quartal vor. (dpa)

          Merrill Lynch verkauft Aktien zu 22,50 Dollar

          Die angeschlagene amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch hat wie angekündigt Aktien für insgesamt 8,55 Milliarden Dollar verkauft, um sich mit frischem Kapital zu versorgen. Die Anteilsscheine seien für 22,50 Dollar verkauft worden und damit deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs, wie Merrill Lynch am Dienstag mitteilte. Am Nachmittag wurden die Aktien an der Wall Street für 24,75 Dollar gehandelt.

          Merrill musste wegen des anhaltenden Preisverfalls komplexer Schuldverschreibungen im laufenden dritten Quartal weitere 5,7 Milliarden Dollar abschreiben. Mit Belastungen von mehr als 40 Milliarden Dollar ist die amerikanischen Investmentbank mit der Citigroup und der Schweizer UBS am härtesten von der Finanzkrise getroffen. (Reuters)

          Wirtschaft

          Industrieproduktion in Japan sinkt stärker als erwartet

          Die japanische Industrieproduktion ist im Juni stärker als erwartet gesunken. Der Rückgang habe 2,0 Prozent betragen, teilte die Regierung am Mittwoch mit. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem minus von 1,7 Prozent gerechnet.

          Die Wirtschaft Japans dürfte sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in den nächsten Monaten moderat abschwächen. Obgleich das schwächer erwartete globale Wachstum nach wie vor ein Risiko darstelle, sei eine „sanfte Landung“ der japanischen Wirtschaft wahrscheinlich, teilte der IWF am Dienstag in Washington mit. Vermutlich werde sich das Wachstum Japans in den Jahren 2008 und 2009 auf etwa 1,5 Prozent abschwächen. Zugleich dürfte sich die Inflation beschleunigen, wobei die Inflationsrisiken aber begrenzt seien. (Reuters, dpa-AFX)

          WTO-Gespräche scheitern

          Die Teilnehmer der WTO-Gespräche in Genf haben das Scheitern der Gespräche über die Liberalisierung des Welthandels bedauert. Anlass war ein Streit zwischen den Vereinigten Staaten und Indien über höhere Zölle zum Schutz armer Landwirte. Rund 40 Vertreter der 153 WTO-Staaten hatten zuvor etwa neun Tage lang vergeblich um einen Abschluss der Doha-Runde gerungen. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zeigte sich „tief enttäuscht“ über das Scheitern der Welthandelsgespräche.

          Die EU habe an einem fairen und ausgewogenen Abkommen gearbeitet, das Vorteile für alle Seiten geschaffen hätte, hieß es. Eine solche Abmachung hätte der Weltwirtschaft einen ausgesprochen erwünschten Schub gegeben, betonte Barroso.

          Wie es weiter hieß, könnten die Gespräche im Herbst fortgesetzt werden, damit die seit 2001 laufende Runde doch noch abgeschlossen werden kann. Die Angebote der Vereinigten Staaten zum Zoll- und Subventionsabbau vor allem bei Agrarprodukten aus Entwicklungsländern blieben auf dem Tisch, sagte Schwab.

          Indien bestand bei den Gesprächen darauf, dass Staaten mit einem hohen Anteil armer Landbevölkerung bei hohen Agrarimporten schon frühzeitig Schutzzölle auferlegen können. Das lehnten die Vereinigten Staaten ab. (dpa)

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