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Medienschau : Griechische Regierung gewinnt Vertrauensabstimmung

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Aufsichtsbehörden und Politiker sind einem Bericht des „Wall Street Journal“ (WSJ) zufolge zunehmend besorgt über Verbindungen zwischen amerikanischen Geldmarktfonds und griechischen Staatsanleihen. Wie das Blatt in seiner Mittwochausgabe schreibt, halten diese für die globale Dollar-Versorgung wichtigen Finanzvehikel zwar selbst keine griechischen Staatsanleihen, haben aber von europäischen Banken emittierte Papiere in den Büchern, etwa von BNP Paribas, Barclays und Deutscher Bank. Diese Institute wiederum halten noch größere Bestände griechischer Bonds, was im Fall einer weiteren Verschärfung der Schuldenkrise zu einem Problem werden könnte. Eine Ausweitung der Krise auf Portugal oder Spanien würde die Lage noch verschärfen. Das Versiegen der Dollar-Liquidität der amerikanische Geldmarktfonds war einer wichtigsten Übertragungskanäle der Finanzkrise im Gefolge der Pleite von Lehman Brothers im Herbst 2008. Geldmarktfonds bieten Anlegern in der Regel eine bessere Verzinsung kurzfristiger Einlagen als Banken. amerikanische Geldmarktfonds hatten Ende Mai nach Angaben von Fitch Ratings rund die Hälfte ihrer Aktiva in Europa angelegt. Nach Angaben informierter Personen herrscht bei der Securities and Exchange Commission (SEC) eine gewisse Sorge über diese Exposition. Die amerikanische Notenbank „beobachtet“ die Lage den Angaben zufolge. In der Branche selbst wird die Anfälligkeit gegenüber Ereignissen wie im Herbst 2008 aber als vergleichsweise gering betrachtet. Im Finanzdienstleistungsausschuss des Repräsentantenhauses findet am Freitag eine Anhörung von Branchenvertretern zu diesem Thema statt. (Dow Jones Newswires)

AOK plant neue Rabattrunde mit 100 Wirkstoffen

Nach dem Start der nunmehr sechsten Tranche der Arzneimittel-Rabattverträge bereitet die AOK eine weitere Ausschreibung an die Pharmaunternehmen vor. Im März nächsten Jahres solle eine siebte Tranche an den Start gehen, die etwa 100 verschiedene Wirkstoffe umfassen werde, kündigte AOK-Chefunterhändler Christopher Hermann am Dienstagabend in Berlin an. Die siebte Rabattrunde solle die auslaufende vierte Tranche von Arzneimitteln ersetzen, die seit April vergangenen Jahres läuft und für das AOK-System insgesamt mit Einsparungen von 199 Millionen Euro verbunden ist. Hermann zeigt sich überzeugt, bei der neuen Tranche würden die Einsparungen „deutlich höher“ ausfallen. Durch das Auslaufen von Patenten kämen einige interessante Wirkstoffe neu in den Markt der Nachahmerpräparate (Generika) hinzu. Per Gesetz können die gesetzlichen Krankenkassen mit Pharmaunternehmen für Arzneimittel Preisnachlässe vereinbaren. Die Apotheker dürfen Versicherten auf Rezept dann nur Medikamente der Firmen aushändigen, mit denen ihre Kasse Rabattverträge abgeschlossen hat. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) gelten bei den Verhandlungen für Generika als Vorreiter. Ob eine Firma für ihr Medikament einen Zuschlag der größten Krankenversicherungsgruppe erhält, ist für ihren Umsatz von entscheidender Bedeutung. Erst am 1. Juni ist die bundesweit sechste Tranche gestartet. Sie umfasst 560 Verträge über 80 Wirkstoffe mit 30 Pharmaunternehmen. Gemeinsam mit den bereits länger existierenden Vertragstranchen hätten die Ortskrankenkassen damit aktuell 172 Wirkstoffe unter Vertrag, sagte Hermann. Allein in diesem Jahr wollen die AOKen bei Nachahmerpräparaten mehr als 700 Millionen Euro sparen. Von 2007 bis Ende 2011 werden es dann rund 1,4 Milliarden Euro sein. Hermann betonte, die Einsparungen bei den Generika trügen mit dazu bei, dass die AOK in diesem Jahr garantiert ohne Zusatzbeiträge auskomme. Das erste Quartal hatte die AOK-Gemeinschaft mit einem Plus von 672 Millionen Euro abgeschlossen. Der Vizechef der AOK Baden-Württemberg sagte, mit den Rabattverträgen sei ein enormer Wettbewerb in den Generikamarkt gekommen, das „Hochpreiskartell“ sei gebrochen. (Reuters)

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