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Medienschau : Griechenland will Streckung der Milliarden-Hilfskredite

  • Aktualisiert am

Apple-Chef Jobs nimmt wieder eine Auszeit, zwei Pfleiderer-Aufsichtsräte legen ihre Ämter nieder. Die Bundesbank sieht in der Staatsanleihen-Flut kein Problem für Unternehmen und EU-Kommissar Olli Rehn verspricht schärfere Stresstests für Banken.

          Unternehmensnachrichten

          Apple-Chef Jobs nimmt wieder Auszeit

          Apple-Chef Steve Jobs muss wieder eine Auszeit wegen Gesundheitsproblemen nehmen. Er werde aber Vorstandsvorsitzender bleiben und an wichtigen strategischen Entscheidungen beteiligt sein. Der 55-Jährige nannte keine konkreten Gründe oder einen erwarteten Zeitraum für seine Abwesenheit. Der „New York Times“ zufolge sorgt die Lebertransplantation im Jahr 2009 für Schwankungen in Jobs' Gesundheitszustand. (dpa)

          Pfleiderer-Aufsichtsräte legen Ämter nieder

          Zwei Aufsichtsräte des angeschlagenen Bau- und Möbelzulieferers Pfleiderer legen ihre Ämter nieder. Neben dem Vorsitzenden des Gremiums, Christopher von Hugo, werde auch Aufsichtsrat Helmut Burmester sein Amt zum 17. Februar niederlegen, teilte das Unternehmen am Montag in Neumarkt in der Oberpfalz mit. Hugo und Burmester sind Vertreter des Pfleiderer-Großaktionärs One Equity Partners. Mit dem Schritt wollten sie potentielle Interessenkonflikte im Zusammenhang mit der anstehenden Restrukturierung bei Pfleiderer vermeiden, hieß es. Ersatzmitglieder sollten zeitnah bestellt werden. (dpa-AFX)

          Bundesbank sieht in Staatsanleihen-Flut kein Problem für Unternehmen

          Die Bundesbank sieht trotz der Flut an Staatsanleihen in den ersten Wochen des Jahres keine größeren Probleme für Unternehmen bei der Geldbeschaffung über den Anleihemarkt. Er wolle zwar nicht so weit gehen, dass es zu gar keiner Verdrängung komme, aber es sei reichlich Liquidität am Markt vorhanden, sagte Bundesbankvorstand Joachim Nagel der „Financial Times Deutschland“ (FTD/Dienstagausgabe).

          Wegen der Finanzkrise werde sich der Kapitalmarkt allerdings nachhaltig ändern und das Gerangel beim Kampf um frische Geld härter werden. „Der Wettbewerb hat zugenommen, es gibt mehr Produkte und mehr Emittenten“, so Nagel. „Deshalb ist es wichtig, dass der Anleger genau hinschaut, welche Anlageklasse und welches Risiko er sucht.“ (dpa-AFX)

          OHB-System entlässt Vorstandschef

          Der Aufsichtsrat des Bremer Satellitenbauers OHB-System hat den Vorstandsvorsitzenden Berry Smutny mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben freigestellt. Wie die Tochter von OHB Technology am Montagabend mitteilte, reagierte sie mit der Absetzung des Vorstandschefs auf Berichte, wonach sich Smutny negativ über das europäische satellitengestützte Navigationssystem Galileo geäußert haben soll.

          Nach Dokumenten der Enthüllungsplattform WikiLeaks, die kürzlich von der norwegischen Zeitung „Aftenposten“ veröffentlicht wurden, soll sich Smutny 2009 mit amerikanischen Diplomaten in Berlin getroffen und „Galileo“ als „dumme Idee“ bezeichnet haben. Dadurch würden Steuergelder verschwendet. OHB bewarb sich damals um Aufträge für das europäische Projekt. Anfang 2010 erhielten die Bremer den Zuschlag für den Bau von 14 Satelliten und stachen den größeren, deutschen Konkurrenten EADS-Astrium aus. Nach den Wikileaks-Veröffentlichungen bestritt Smutny in einer eidesstattlichen Erklärung die Äußerungen. (Reuters)

          Chinesische Nachfrage treibt Eisenerz-Absatz von Rio Tinto auf Rekordniveau

          Der Bergbauriese Rio Tinto hat wegen der starken Nachfrage aus China im vergangenen Quartal soviel Eisenerz produziert wie nie zuvor. Der Absatz kletterte in den drei Monaten von Oktober bis Dezember auf 65 Millionen Tonnen, wie der anglo-australische Konzern am Dienstag mitteilte. Auch im Gesamtsjahr erreichte Rio Tinto mit 239 Millionen Tonnen Eisenerz einen Produktionsrekord. Der Absatz mit Kokskohle kletterte dank verstärkter Investitionen im australischen Staat Queensland im vierten Quartal um acht Prozent und im gesamten Jahr um 20 Prozent.

          Wegen der jüngsten Überschwemmungen in der Region bleibe die Kohleproduktion aber vorerst eingeschränkt, teilte das Unternehmen weiter mit. Die Aluminiumproduktion blieb mit 962.000 Tonnen im vierten Quartal stabil. Rio Tinto ist der weltweit größte Hersteller von Aluminium. (Reuters)

          Goldman schließt amerikanische Anleger von Facebook-Anteilen aus

          Die Investmentbank Goldman Sachs will einem Zeitungsbericht zufolge amerikanischen Investoren keine Anteile am sozialen Netzwerk Facebook verkaufen. Als Grund habe die Bank das intensive Medieninteresse genannt, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montag. Dies könnte dazu führen, dass Privatplatzierungen nicht im Einklang mit amerikanischen Gesetzen stünden. Die Entscheidung, nur noch Investoren aus Übersee zu beteiligen, sei von keiner der beteiligten Parteien verlangt worden, auch nicht von der amerikanischen Börsenaufsicht SEC, berichtete das Blatt unter Berufung auf eine Mitteilung der Bank. Erste Kunden seien bereits am Sonntag informiert worden.

          Ingesamt seien bereits Anfragen für Beteiligungen im Wert von sieben Milliarden Dollar eingegangen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Goldman habe dem „Wall Street Journal“ mitgeteilt, die Konsequenzen der Entscheidung zu bedauern. Man ginge aber davon aus, dass dies derzeit der klügste Weg sei.

          Die Investmentbank investiert 450 Millionen Dollar in das mit 50 Milliarden Dollar bewertete Unternehmen und sammelt derzeit Geld von Kunden ein, die mitziehen wollen. Sollte die Zahl der Kapitalanleger 500 erreichen, müsste Facebook Bilanzzahlen veröffentlichen wie ein börsennotiertes Unternehmen. (Reuters)

          Hutchison Whampoa bringt Hafengeschäft an Singapurer Börse

          Der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa will sein Hafengeschäft ausgliedern und an die Börse bringen. Dies teilte das vom Milliardär Li Ka-shing geführte Unternahmen am Dienstag mit. Wie der zu Thomson Reuters gehörende Informationsdienst IFR aus Kreisen erfuhr, will Hutchison beim Gang aufs Singapurer Parkett sechs Milliarden Dollar einnehmen. Das wäre der größte Börsengang, den es in Singapur je gab. Mit den Einnahmen würden die Hafenanlagen ausgebaut und die Infrastruktur verbessert, hieß es. Der Börsengang soll im März abgeschlossen sein. Die Ausgliederung muss noch vom Aufsichtsrat, den Börsenbetreibern und der Singapurer Börsenaufsicht genehmigt werden. Hutchison-Aktien gaben in Hongkong 0,7 Prozent nach. (Reuters)

          Derby Cycle will Anfang Februar an die Börse

          Der größte deutsche Fahrradhersteller Derby Cycle will einem Bericht zufolge bereits Anfang Februar an die Börse. Das Unternehmen plane seinen Börsengang (IPO) für Freitag, den 4. Februar, erfuhr die „Financial Times Deutschland“ (“FTD“/Dienstagsausgabe) aus informierten Kreisen. Die begleitenden Banken werben demnach seit Donnerstag bei Investoren. Das Unternehmen habe dafür Equinet, BHF-Bank und M.M. Warburg ausgewählt.

          Am 24. Januar solle der Börsenprospekt veröffentlicht werden, sagten Insider der Zeitung. Dann stehe auch die Spanne für den geplanten Emissionspreis fest. Derby habe einen Kommentar abgelehnt, hieß es in dem Bericht. (dpa-AFX)


          Wirtschaftsnachrichten

          Griechenland will Streckung der Milliarden-Hilfskredite

          Griechenland wirbt in der Schuldenkrise um eine Laufzeitverlängerung seiner Milliarden-Hilfskredite von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF). „Ich glaube nicht an Schuldenstreichungen aber ich glaube an die Verlängerung der Rückzahlfristen für die Schulden“, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Theodoros Pangalos am Montag dem Fernsehsender Skai TV. Pangalos fasst dabei nicht nur die von EU und IWF bereitgestellten 110 Milliarden Euro ins Auge, sondern denkt auch an die weiteren Schulden des Mittelmeerlandes. (Reuters)

          China weist Bericht über vermehrte Kupferkäufe zurück

          Das staatliche chinesische State Reserve Bureau (SRB) hat am Montag Berichte zurückgewiesen, es werde den Ankauf von Kupfer verstärken. Das SRB widersprach damit einem Medienbericht, in dem behauptet worden war, dass die Regierungsbehörde mehr des roten Metalls erstehen wolle. Zwar sehe der zwölfte Fünfjahresplan vor, dass die SRB Rohstoffreserven anlege um ihre Rolle im Management der strategischen Rohstoffreserve zu stärken. Die Priorität für den Aufbau von Rohstoff-Lagerbeständen sei jedoch nicht neu. Das Mandat der SRB unter dem neuen Fünfjahresplan betone, dass der Aufbau von Lagerbeständen eine Sache der SRB sei. Welcher Typ von Rohstoffen gekauft werde, hänge aber von den Marktbedingungen und den Planungen der Regierung ab. (Dow Jones)

          EU beschleunigt Paket zur Euro-Absicherung

          Die Euro-Länder wollen ihre gemeinsame Währung mit einem umfassenden Maßnahmenpaket absichern. Dazu gehöre auch, den Rettungsfonds für wackelnde Mitgliedstaaten schlagkräftiger zu machen, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn am späten Montagabend in Brüssel nach Beratungen mit den Euro-Finanzministern.

          Eine Aufstockung des Rettungsschirms von 750 Milliarden Euro ist umstritten. Die Europäische Zentralbank (EZB) und Belgien pochen darauf, Deutschland und andere Staaten treten auf die Bremse. Laut Eurozonenpäsident Juncker und Rehn soll das Paket ein Bekenntnis zur Haushaltssanierung, neue Stresstests für Banken im ersten Halbjahr und eine Verpflichtung, die Gesetzesvorschläge der Kommission zur Stärkung des Euro-Stabilitätspaktes bis zum Sommer zu verabschieden, enthalten.

          Auch die Verlängerung der Rückzahlungsfristen der griechischen Milliarden-Kredite und niedrigere Zinsen für Krisenstaaten, die Hilfen in Anspruch nehmen, sind enthalten. Zur Debatte steht auch, ob der europäische Rettungsfonds Staatsanleihen von Wackelkandidaten übernehmen darf. Bisher ist dies nicht möglich. (dpa-AFX)

          Rehn verspricht schärfere Stresstests für Banken

          EU-Währungskommissar Olli Rehn hat schärfere Stresstests für Banken angekündigt. „Eine weitere, noch strengere Runde von Banken-Stresstests als im vergangenen Jahr wird in den kommenden Monaten durchgeführt“, sagte Rehn am Montagabend in Brüssel nach einem Treffen mit den Finanzministern der Euro-Zone. Derzeit werde über die Methodologie diskutiert. Bei der letzten Runde seien bei einigen Mitgliedsstaaten Schwächen aufgetreten. Die nun zu erwartenden Ergebnisse würden der Restrukturierung des Bankensektors den Weg weisen, sagte Rehn. Die Überprüfungen würden im Juni beendet. (Reuters)

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