https://www.faz.net/-gv6-6rntq

Medienschau : G20 versprechen maroden Banken Unterstützung

  • Aktualisiert am

Die Ratingagentur Moody's hat die Bonitätsnote für Slowenien angesichts einer steigenden Staatsverschuldung und wachsender Probleme im Unternehmens- und Finanzssektor um eine Stufe gesenkt. Moody's bewertet das Euroland nun mit „Aa3“, der vierthöchsten Note. Die Kreditwächter teilten am Freitag mit, das Rating werde zudem auf eine weitere Abstufung hin überprüft. Die Schwäche des slowenischen Bankensektors sei von der Finanzkrise bloßgelegt worden. Moody's erklärte, diese Schwäche dürfte sich auch auf den Unternehmensbereich niederschlagen. Verglichen mit anderen Ländern weise Slowenien jedoch immer noch eine relativ niedrige Verschuldung der Staats- und Privathaushalte auf, merkten die Kreditwächter an. (Dow Jones Newswires)

Republikaner stimmen für Haushalt - Blockade im Senat

Der amerikanische Kongress steuert auf eine weitere Konfrontation über den Haushalt zu. Zwar verabschiedete das Repräsentantenhaus am frühen Freitagmorgen mit den Stimmen der Republikaner einen Gesetzentwurf, der die Zahlungsfähigkeit des Bundes bis zum 18. November sicherstellen würde. Die Demokraten im Senat kündigten jedoch an, ihn nicht zu billigen, da Hilfen für die Opfer von Naturkatastrophen und Fördermittel für Elektroautos gekürzt würden. Die Kammern haben nun eine Woche Zeit, sich auf einen gemeinsamen Entwurf zu einigen. Bei den jüngsten, bitter geführten Haushaltsdebatten wurde erst in letzter Minute eine Übereinkunft erzielt. Am Mittwochabend hatten konservative Republikaner im Repräsentantenhaus - insbesondere die Anhänger der Tea-Party-Bewegung - gegen die eigene Partei rebelliert und die damalige Version der Vorlage abgelehnt. Sie fordern stärkere Einsparungen. In den Vereinigten Staaten gibt es keinen Fraktionszwang. Bei der neuen Abstimmung kurz nach Mitternacht am Freitagmorgen wurde der Entwurf von einer Mehrheit der Republikaner angenommen, während die meisten Demokraten ihn ablehnten. Der Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Harry Reid, kündigte an, das Gesetz werden in dieser Form nicht die zweite Kammer passieren. Hier halten die Demokraten von Präsident Barack Obama die Mehrheit. Die beiden Parteien haben sich in diesem Jahr wiederholt erbitterte politische Gefechte um den Haushalt geliefert. Der Streit führte im April dazu, dass die Bundesregierung aus Geldmangel kurz vor einem Stillstand war. Im August wurde fast im letzten Moment eine Insolvenz abgewendet. Kurz nach der Einigung stufte die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten herunter. Hintergrund ist auch der angelaufene Wahlkampf: Im November 2012 werden neben dem Präsidenten auch ein Drittel des Senats und das ganze Repräsentantenhaus neu gewählt. (Reuters)

Arme Länder fürchten Übergreifen der Krise

Arme Staaten und Schwellenländer fürchten ein Übergreifen der Krisen in den Industrienationen und fordern vor allem von der Eurozone entschiedenere Schritte im Kampf gegen das Debakel. In der Vergangenheit hätten sie wichtige Beiträge zur weltweiten Wirtschaftserholung geleistet, erklärten die in der Gruppe der G24 zusammengeschlossenen Länder am Donnerstag nach einer Konferenz in Washington. Nun aber „sind wir besorgt über die Risiken eines ausgedehnten Abschwungs als Folge eines widrigen globalen Umfeldes“. Die Staatengruppe rief zu „eiligen, gemeinsamen und abgestimmten Maßnahmen“ auf, um der „Vertrauenskrise in den Industrienationen“ sowie ihren Auswirkungen auf arme und aufstrebende Staaten zu begegnen. Die G24 forderten überdies die internationale Gemeinschaft sein, ihre Entwicklungsfinanzierung aufzustocken. Zuvor hatte schon die aufstrebenden Staaten der sogenannten BRICS-Gruppe Europa zu entschiedenen Maßnahmen gegen die Krise aufgefordert Zugleich boten sie Hilfe über internationale Institutionen an. Die Eurozone müsse „schnell und wagemutig“ handeln, sagte der brasilianische Finanzminister Guido Mantega. Sonst drohe die Gefahr eine „großen Krise“. Die aus Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika bestehenden Gruppe sei „nötigenfalls bereit zu erwägen, Unterstützung über den IWF oder andere internationale Finanzinstitutionen zu leisten, um den gegenwärtigen Herausforderungen für die globale Finanzstabilität zu begegnen (...)“, hieß es in einer Mitteilung nach einem Treffen in der amerikanische Hauptstadt. Zu anderen denkbaren Hilfen wie etwa Käufen von Anleihen der Problemländer äußerte sie sich nicht. In der Gruppe der G24 fanden sich im Jahr 1971 Schwellen- und Entwicklungsländer aus Asien, Afrika und Lateinamerika zusammen, um gemeinsam finanzpolitische Positionen - unter anderem gegenüber Weltwährungsfonds und Weltbank - zu vertreten. Das Treffen in Washington fand am Rande der Jahrestagung von IWF und Weltbank statt. (dpa-AFX)

Weitere Themen

Erste Sparkasse folgt EZB bei  Minuszinsen

Negativzinsen : Erste Sparkasse folgt EZB bei Minuszinsen

Gut eine Woche ist es jetzt her, dass die EZB die Negativzinsen weiter ins Minus gesenkt hat. Jetzt gibt die erste Sparkasse diese Belastung an Kunden mit großen Einlagen weiter.

Topmeldungen

Klimapaket der Regierung : Worauf sich die Koalition geeinigt hat

Die Spitzen der Koalition haben sich auf eine Klimastrategie geeinigt. Künftig müssen für CO2-Ausstoß Zertifikate gekauft werden, der Plan einer CO2-Steuer ist dafür vom Tisch. Für Bürger sollen im Gegenzug einige Entlastungen kommen.
Millionen Zuschauer wollen die Fußball-Nationalmannschaft spielen sehen. Doch auf welchem Sender können sie das künftig?

Telekom kauft alle Live-Rechte : Fußball-EM 2024 erstmals ohne ARD und ZDF

Die Telekom hat sich die Live-Rechte an allen 51 Spielen der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland im Jahr 2024 gesichert. Das hat die F.A.Z. exklusiv erfahren. Damit gehen die Öffentlich-Rechtlichen Sender ARD und ZDF erstmals leer aus.

Verfassungsschutz bei Youtube : Humor gegen Dschihadismus

Nordrhein-Westfalens Verfassungsschutz will den Salafismus dort bekämpfen, wo er bisher freie Hand hatte: in der Youtube-Welt der Jugend. Ein Satire- und ein Informationsformat klären über das Thema auf.
In einem Bierzelt wie diesem kam es auf der Münchner Wiesn zum sexuellen Übergriff.

Übergriff auf dem Oktoberfest : Wiesn-Grabscher zu Geldstrafe verurteilt

Im vergangenen Jahr kam es auf dem Münchner Oktoberfest zu einem sexuellen Übergriff, bei dem ein Mann einer Frau an Brust und Gesäß griff. Kurz vor Beginn des diesjährigen Fest ist nun das Strafmaß verkündet worden.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.