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Medienschau : Fed übernimmt AIG

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die amerikanische Notenbank Fed übernimmt AIG, auch die Münchener Rück ist an Teilen des Unternehmens interessiert. Gleichzeitig lassen Fed und Bank of Japan die Leitzinsen unverändert. Dell warnt vor sinkender Nachfrage und Adobe verbucht einen Gewinnrückgang. Bei Morgan Stanley fällt dieser geringer aus als erwartet. Samsung will Sandisk für 5,8 Milliarden Dollar übernehmen.Barclays kauft Teile von Lehman Brothers, derweil deren Konkurs die KfW einen dreistelligen Millionenbetrag kostet und die deutsche Einlagensicherung in Not bringen könnte. Toyota glaubt nicht mehr an eine Erholung des deutschen Automarktes im laufenden Jahr.

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          Unternehmen

          Allianz wollte bei AIG einsteigen

          Der Versicherungskonzern Allianz hat nach einem Medienbericht beim taumelnden amerikanischen Rivalen AIG einsteigen wollen. Zwei Tage bevor AIG vom Staat aufgefangen wurde, habe die Allianz ihr Angebot unterbreitet, schreibt die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf zwei eingeweihte Personen.

          Die Deutschen hätten sich dazu mit dem amerikanischen Finanzinvestor J.C. Flowers verbündet. Finanzielle Details nannte Bloomberg nicht. Die Allianz war am Morgen für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

          Allianz-Chef Michael Diekmann hatte am Dienstag in Bratislava grundsätzliches Interesse an Teilen von AIG geäußert: „Die AIG braucht Kapital. Dafür hat sie bestimmte Aktivitäten zur Disposition gestellt.“ Dies sei zum Beispiel das Rückversicherungs- oder Leasinggeschäft. Beides sei für die Allianz nicht von Interesse. Sollten andere Bereiche zum Verkauf stehen, müsse dies zunächst in Ruhe angesehen werden. (dpa-AFX)

          Fed übernimmt AIG

          Die amerikanische Notenbank rettet den ums Überleben kämpfenden Versicherungskonzern American International Group (AIG) mit einem Kredit in Höhe von 85 Milliarden Dollar (60 Milliarden Euro). Im Gegenzug werde die Regierung einen Anteil von 79,9 Prozent an AIG übernehmen, erklärte die Fed am Dienstag (Ortszeit) in New York.

          Ein Bankrott des Versicherers könne die wegen der Finanzmarktkrise bereits angeschlagenen Märkte untergraben, begründete die Fed ihre Entscheidung. Das Weiße Haus erklärte, man unterstütze den Rettungsplan. Die angekündigten Schritte sollten die Finanzmärkte stabilisieren und den Schaden für die Wirtschaft begrenzen, sagte Sprecher Tony Fratto.

          Gewährsleute hatten am Dienstag gesagt, Banker und Regierungsvertreter seien zu dem Schluss gekommen, dass AIG am besten mit einer staatlichen Geldspritze vor der Pleite bewahrt werden könne. Investoren befürchteten, dass ein Konkurs des Versicherers weit reichendere Folgen für das amerikanische Finanzsystem bedeutet hätte als der Zusammenbruch von Lehman. Die an der Wall Street wenig bekannte AIG hat Geschäftsverbindungen zu fast jeder Finanzinstitution weltweit.

          AIG erlitt in der ersten Jahreshälfte einen dramatischen Umsatzeinbruch und erwirtschaftete mit knapp 34 Milliarden Dollar 45 Prozent weniger als im Vorjahr (knapp 62 Milliarden). Wie viele andere Versicherer leidet AIG unter der Verschlechterung der Kreditbedingungen im Zuge der Hypothekenkrise. Sorge bereitet Anlegern vor allem, dass die riskanten sogenannten „strukturierten“ Finanzmarktprodukte, die AIG versichert hat, sich immer mehr als faul herausstellen könnten. (AP)

          Dell warnt vor sinkender Nachfrage - HP optimistisch

          Der weltweit zweitgrößte PC-Hersteller Dell hat vor einer rückläufigen Nachfrage nach IT-Produkten gewarnt. Der weltgrößte PC-Zubehör-Hersteller Ingram Micro rechnet in Folge der Finanzmarktkrise ebenfalls mit Einbußen rund um den Globus. Der PC-Branchenführer Hewlett-Packard blieb dagegen optimistisch. Trotz schwieriger Marktbedingungen sei der PC-Hersteller auf gutem Weg, seine Gewinnziele im laufenden Quartal zu erreichen, sagte HP-Finanzchefin Cathie Lesjak. Auch für 2009 halte der Konzern an seiner Gewinnprognose fest. HP-Aktien legten daraufhin sieben Prozent zu. Mit ihren trüben Ausblicken bestärkten Dell und Ingram an der Wall Street Sorgen, die gegenwärtige Finanzmarktkrise könnte die Konsumenten stark verunsichern und ihre Nachfrage dämpfen. Dell-Aktien stürzten um elf Prozent ab, Ingram fielen um knapp drei Prozent. Auch andere Titel gerieten in den Abwärtssog.

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