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Medienschau : Europäer drängen Portugal angeblich unter Rettungsschirm

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Wirtschaftsexperten für Aufstockung des Euro-Hilfsfonds

Im Kampf gegen die Schuldenkrise in Europa plädieren führende Wirtschaftsexperten einem Zeitungsbericht zufolge für eine deutliche Aufstockung des Euro-Rettungsschirms. Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) schlage eine Erhöhung des Garantierahmens um 500 Milliarden Euro auf 1,25 Billionen Euro vor, berichtete die „Bild“-Zeitung (Freitagausgabe) vorab. Damit solle sichergestellt werden, dass nach Irland und möglicherweise auch Portugal und Spanien weitere Länder den Rettungsschirm nutzen könnten. Zur Beruhigung der Märkte sollte der Rettungsfonds „so schnell wie möglich“ aufgestockt werden, zitierte das Blatt den HWWI-Finanzexperten Henning Vöpel.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, hält der Zeitung zufolge sogar eine Verdoppelung des Garantierahmens auf 1,5 Billionen Euro für „vorstellbar“. Zimmermann warnte jedoch, das Schuldenproblem in der Eurozone lasse sich auf diese Art nicht dauerhaft lösen. „Um den Euro zu sichern und die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen, müssen endlich Banken und Versicherungen an den Lasten beteiligt werden“, sagte er.

Bundesbankpräsident Axel Weber hatte am Donnerstag Spekulationen zurückgewiesen, das Hilfspaket für EU-Krisenstaaten müsse massiv aufgestockt werden. Nach seiner Einschätzung reichen die bereitstehenden Mittel zur Lösung der Krise aus. (Reuters)

Ackermann für freiwillige Gläubigerbeteiligung bei Euro-Schirm

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann hält den aktuellen Schutzschirm in der Schuldenkrise der Euro-Zone für „ausreichend“. „An dem muss man jetzt festhalten“, sagte Ackermann am Donnerstagabend vor Journalisten in Berlin. Nach 2013 könne man aber durchaus über veränderte Formen des Krisenmechanismus nachdenken. „Aber im wesentlichen muss es freiwillige, marktorientierte Lösungen geben.“ Wichtig seien auch sogenannte Umschuldungsklauseln (Collective Action Clauses), wie es sie bei Anleihen von Schwellenländern gebe. Im Falle einer Umstrukturierung müssten Schuldner und Gläubiger dann zusammenkommen und gemeinsam nach Lösungen suchen. Die Bundesregierung will private Gläubiger ab 2013 in einen permanenten Krisenbewältigungsmechanismus für die Euro-Zone miteinbeziehen. (Reuters)

Ifo-Präsident Sinn: Irland-Krise weniger dramatisch als dargestellt

Die Irland-Krise ist nach den Worten von ifo- Präsident Hans Werner Sinn nicht so dramatisch wie dargestellt, so der Ökonom zur Zeitung „Die Welt“ (Freitag). Die Probleme der deutschen Banken im Fall Irland würden überdramatisiert: „Es wird immer von 130 Milliarden Euro geredet; so hoch seien die Forderungen der deutschen Banken, die angeblich gefährdet sind. Davon sind aber 100 Milliarden Euro Forderungen der Banken gegenüber ihren eigenen Zweckgesellschaften, die in Irland sitzen.“ Diese hätten ihr Geld in der weiten Welt investiert und mit den irischen Problemen nichts zu tun.

Sinn erwartet, dass Irland in der Lage sein wird, seine Haushaltsprobleme aus eigener Kraft zu lösen. „Irland hat eine starke Wirtschaft. Die irische Wirtschaftsleistung pro Kopf ist fast 20 Prozent höher als die deutsche; selbst jetzt, nachdem die irische Wirtschaft eingebrochen ist“, betonte er. (dpa)

Japan steckt weiterhin in der Deflation fest

Die Lebenshaltungskosten der japanischen Verbraucher haben im Oktober in der Kernberechnung den 20. Monat in Folge unter dem Niveau des entsprechenden Vorjahresmonats gelegen. Wie die Regierung am Freitag mitteilte, sanken die Kernverbraucherpreise auf Jahressicht um 0,6 Prozent. Ökonomen hatten den Wert exakt prognostiziert.

Damit hielt die Deflation in Japan weiter an, auch wenn die Preise nicht mehr ganz so deutlich zurückgingen wie im Vormonat: Im September hatte sich noch eine negative Jahresrate von 1,1 Prozent eingestellt. Die Bank of Japan (BoJ) achtet für die Bestimmung ihrer Geldpolitik besonders auf die Kernrate. (Dow Jones)

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