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Medienschau : Deutschland ist in der Rezession

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Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Intel und andere Technologiekonzerne reduzieren ihre Prognosen, ebenso wie die TAG Immobilien. Lanxess, Q-Cells und Phoenix Solar erhöhen sie dagegen. Celesio verdient wie erwartet deutlich weniger, Stada operativ weniger als erwartet und Zurich Financial sowie Jungheinrich überhaupt weniger. Der Konzernumbau bringt Siemens Verluste, Premiere rutscht tief in die roten Zahlen.Freenet verschiebt angeblich den Verkauf seiner DSL-Sparte, die Einlagensicherung greift General Electric unter die Arme, während die amerikanische Regierung keine faulen Hypotheken mehr kaufen will. Japan will dem IWF bis zu 84 Milliarden Euro anbieten, gleichzeitig wird die Industrieproduktion im September nach unten revidiert. Auch Chinas Industrieproduktion wuchs im Oktober langsamer.

          Unternehmen

          Intel senkt Prognose - Technologiebranche zittert

          Wegen der weltweit flauen Nachfrage hat der amerikanische Chipgigant Intel seine Prognose gesenkt und damit die gesamte Technologiebranche zum Zittern gebracht. Der Weltmarktführer reduzierte seine Umsatzprognose für das vierte Quartal am Mittwoch um 14 Prozent auf rund neun Milliarden Dollar. Im dritten Quartal hatte Intel ungeachtet der Finanzkrise noch 10,2 Milliarden Dollar Umsatz erwirtschaftet. Analysten waren schockiert. Da Intel als Stimmungsbarometer für die Technologiebranche gilt, rechnen sie auch bei anderen Unternehmen mit Einbußen.

          Die Chip-Hersteller National Semiconductor und Applied Materials kündigten wegen schwacher Geschäfte bereits Stellenstreichungen an. Analysten hatten mit einer Reduzierung der Intel-Prognose gerechnet, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Nun müsse man sich im Technologiesektor auf neue Realitäten einstellen, sagte Analystin Taunya Sell von Wells Fargo. „Natürlich wird das auch Auswirkungen auf Microsoft im PC-Markt haben.“ Für ihren Kollege John Dryden deutet die neue Intel-Vorhersage auf ein extrem schwaches Weihnachtsgeschäft hin. „Wenn der Umsatz so tief fällt, heißt das, die Menschen haben ihren Urlaubs-Konsum im Wesentlichen eingestellt.“ Intel erklärte, die Nachfrage bleibe in allen Regionen und Marktsegmenten deutlich hinter den Erwartungen zurück. Auch die Prognose für die Gewinnspanne nahm der Konzern herunter. Intel-Aktien fielen nachbörslich um gut sieben Prozent und zogen die amerikanischen Aktienfutures mit in den Keller.

          Der amerikanische Chiphersteller Applied Materials kündigte nach einem Gewinneinbruch die Streichung von 1800 Stellen an - rund zwölf Prozent der Belegschaft. Der Konzern verdiente im vergangenen Quartal nur noch gut halb so viel wie vor einem Jahr. Der Umsatz sank um 14 Prozent auf rund zwei Milliarden Dollar. „Die Tumulte an den Finanzmärkten in den letzten sechs Wochen sind beispiellos. Die Abschwächung der Weltwirtschaft wird alle Geschäftsbereiche von Applied erheblich belasten“, sagte Firmenchef Mike Splinter.

          Konkurrent National Semiconductor schraubte seine Umsatzprognose für das laufende Quartal herunter und kündigte den Abbau von 330 Stellen an. Das Marktumfeld und die Auftragseingänge hätten sich in den letzten Monaten signifikant verschlechtert, teilte der Konzern mit. Besonders die Geschäfte der Handy-Chipsparte, die rund ein Drittel des Umsatzes ausmache, seien schwächer verlaufen. (Reuters)

          Solarkonzern Q-Cells hebt erneut Jahresziele an

          Der Solarzellenhersteller Q-Cells hat in den ersten neun Monaten Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Die Erlöse seien um 61 Prozent auf 931,9 Millionen Euro geklettert, teilte die Firma aus Bitterfeld am Donnerstag mit. Der operative Gewinn (Ebit) legte um 32 Prozent auf 172,9 Millionen Euro zu.

          Für das Gesamtjahr hob der Vorstand erneut seine Ziele an: Der Umsatz soll auf 1,35 Milliarden Euro steigen statt der bislang angepeilten 1,325 Milliarden. Nach Steuern will der Konzern 215 Millionen Euro verdienen, 15 Millionen mehr als bisher vorgesehen. Das Ebit soll unverändert - trotz gekürzter Wafer-Lieferungen durch die REC - bei etwa 260 Millionen Euro liegen. (Reuters)

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