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Medienschau : Deutsche Wirtschaft schrumpft im vierten Quartal 2008 um 2,1 Prozent

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Der Commerzbank-Chef stellt die Boni in seiner Bank in Frage. Thyssen-Krupp muss einen Gewinneinbruch vermelden. Solarworld kann hingegen Umsatz und Gewinn um 30 Prozent steigern. Carl Zeiss Meditec steigert den Gewinn deutlich stärker als erwartet. Air France hält sich in der Krise ebenfalls besser als erwartet. Dow Chemical kürzt erstmals seit 1912 die Dividende. Die Kabelgesellschaft von Microsoft-Mitgründer Allen ist pleite. Toyota bietet Tausenden Beschäftigten in den Vereinigten Staaten Abfindungen an. Der Quartalsverlust bei Wells Fargo ist noch größer als zunächst gemeldet. Eni verkauft zwei Tochtergesellschaften für knapp 5 Milliarden Euro . Starbucks setzt in der Krise nun auch auf Instant-Kaffee. Google beendet die Vermarktung von Radio-Werbung. VW und Toshiba wollen künftig gemeinsam Elektroantriebe entwickeln.Der Autoabsatz in Eurpa ist im Januar um mehr als ein Viertel zurückgegangen. Die amerikanische Regierung will auch Hypotheken-Zahlern ohne Zahlungsrückstand helfen. Frankreichs Wirtschaftsleistung bricht Ende 2008 ein. Australiens Senat beschließt mit knapper Mehrheit doch noch ein Konjunkturpaket. Experten des Finanzministeriums fordern den Ausstieg aus Basel II. Die chilenische Notenbank senkt ihren Leitzins um 250 Basispunkte.

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          Unternehmensnachrichten

          Commerzbank-Chef stellt Boni für gesamte Bank in Frage

          Commerzbank-Chef Martin Blessing hat quer durch die Bank harte Einschnitte bei Bonuszahlungen angekündigt. „Unternehmen, die Verluste machen, haben keinen Bonus zu verteilen“, sagte er am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Frankfurt. Zwar äußerte er sich nicht darüber, ob die Commerzbank 2008 Verluste gemacht hat. Er räumte aber ein, dass Analysten davon ausgingen, dass sowohl die Commerzbank als auch die kürzlich hinzugekaufte Dresdner Bank rote Zahlen geschrieben hätten. Vorstand und Aufsichtsrat würden kommende Woche über die Boni bei der Bank entscheiden. Zudem sei die Commerzbank dabei, ein neues Konzept über die künftigen Gehalts- und Anreizsysteme zu entwickeln. Derzeit tobt in der Politik eine heftige Debatte über Millionen-Zahlungen an Investmentbanker. Es könne nicht sein, dass mit Steuergeld gestützte Institute ihren Mitarbeitern hohe Prämien bezahlten, kritisierte CDU-Finanzexperte Otto Bernhardt. Die Commerzbank hat vom Staat eine Kapitalspritze von über 18 Milliarden Euro und Garantien von 15 Milliarden Euro bekommen. Der Staat wird damit Großaktionär mit gut 25 Prozent. Entzündet hatte sich die Diskussion an einem 400 Millionen Euro schweren Boni-Topf für Investmentbanker der Commerzbank-Tochter Dresdner Kleinwort. Das Geld war ihnen vom früheren Mutterkonzern Allianz versprochen worden. Der neue Eigentümer hatte die Zahlungen nach der Übernahme aber infragegestellt. Auch der ehemalige Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter will auf seine Bonuszahlungen für 2008 verzichten. Blessing sagte, Walter setze damit ein deutliches Zeichen. „Er macht damit klar: Nicht alles, was Recht ist, ist auch richtig“, sagte er. „Daran sollte sich so manch einer in unserer Branche ein Beispiel nehmen.“ (Reuters)

          Stahlkrise führt bei Thyssen-Krupp zu Gewinneinbruch

          Thyssen-Krupp hat wegen der Stahlkrise im ersten Quartal seines Geschäftsjahres 2008/2009 (30.September) einen Gewinneinbruch verzeichnet. Der Vorsteuergewinn (Ebt) sei um 63 Prozent auf 240 Millionen Euro zurückgegangen, teilte der Konzern am Freitag mit. Der Überschuss vor Anteilen Dritter sei im Zeitraum von Oktober bis Dezember ebenso stark auf 163 Millionen Euro gefallen. Mit beiden Werten lag Thyssen-Krupp allerdings über den Erwartungen der von Reuters befragten Analysten. Diese hatten im Schnitt mit einem Ebt von 215 Millionen Euro und einem Überschuss vor Anteilen Dritter von 142 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz ging um sechs Prozent auf 11,522 Milliarden zurück und lag damit leicht unter den Erwartungen der Experten von 11,629 Milliarden Euro. Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz sagte am Donnerstagabend vor Journalisten in Düsseldorf, der Konzern werde im Gesamtjahr zwar einen deutlichen Gewinn machen. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn rechne er aber mit einem erheblichen Rückgang zum Vorjahr. Eine Stabilisierung des Geschäfts erwarte er erst wieder 2009/2010. (Reuters)

          Solarworld mit deutlichem Umsatz- und Gewinnwachstum

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