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Medienschau : Deutsche Banken brauchen wegen Basel III schnell Milliarden

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Der Atomkompromiss könnte für die Versorger doch teurer werden, bei BASF gab es eine Panne mit Genkartoffeln. Die Anglo Irish Bank wird in zwei Institute aufgespalten und die Verbraucherkredite in Amerika fallen den sechsten Monat in Folge

          Unternehmensnachrichten

          Atomkompromiss könnte für Konzerne doch teurer werden

          Der Atomkompromiss der schwarz-gelben Koalition wird die Betreiber der 17 deutschen Kernkraftwerke wahrscheinlich teurer zu stehen kommen als bisher gedacht. Das ergibt sich nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) und der „Financial Times Deutschland“ (FTD) aus einer schriftlichen Vereinbarung der Bundesregierung mit den Konzernen, wie die Zeitungen am Donnerstag berichteten. Demnach erhöht sich bei steigenden Firmengewinnen auch der sogenannte Förderbeitrag, den die AKW-Betreiber ab 2017 an den Staat zahlen müssen. Mit dem Geld will der Bund einen Fonds zur Förderung erneuerbarer Energien und zur Verbesserung der Energieeffizienz aufbauen. (Dow Jones)

          Panne mit Genkartoffel bei BASF

          Der Chemiekonzern BASF hat nach Angaben der EU-Kommission menschliches Versagen als plausibelsten Grund für die Anpflanzung einer nicht genehmigten gentechnisch veränderten Kartoffel in Schweden genannt. Nach einem Treffen mit Vertretern des deutschen Konzerns erklärte die Brüsseler Behörde am Mittwoch, die Kommission habe die ausführlichen Erläuterungen von BASF zur Kenntnis genommen. Es seien aber noch Fragen offen. Experten der EU und der Mitgliedstaaten erhofften sich kommende Woche bei einem Besuch der Forschungsabteilung Antworten darauf. Die EU will vor allem wissen, wie weit verbreitet die Vermischung der Pflanzen der Genkartoffel Amflora mit anderen Pflanzen sein könnte und was BASF unternommen hat, solche Fehler in den Labors und auf den Feldern zu vermeiden. (Reuters)

          Deutsche Banken brauchen wegen Basel III schnell Milliarden

          Die Regulierungswelle rollt auf die deutschen Banken unerwartet schnell zu. Sie müssen sich wegen der verschärften Eigenkapitalregeln für die Branche in den nächsten zwei Jahren viele Milliarden Euro besorgen. EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark empfiehlt Deutschland CDU-Kreisen zufolge einzulenken und das deutsche Bankensystem zu reformieren. Er rate zu einer Privatisierung der Sparkassen nach dem Vorbild Spaniens, sagte er Teilnehmern zufolge vor dem Vorstand der Unions-Bundestagsfraktion.

          Ab 2013 müssen die Banken sich Zeitler zufolge an die neue Kernkapitalquote halten. Bisher liegt sie bei vier Prozent, im Vorfeld war mit bis zu sechs Prozent gerechnet worden. Für die Anpassung an die höheren Maßstäbe, die an die Zusammensetzung des Kernkapitals gelegt werden, und das Auffüllen zusätzlicher Kapitalpuffer für Krisenzeiten bekommen die Banken allerdings länger Zeit. Sie sollen über mehr als fünf, aber weniger als zehn Jahre stufenweise eingeführt werden. Auf diese Weise soll eine Kreditklemme als Nebenwirkung der Reform verhindert werden.

          Viele deutsche Institute können die Anforderungen derzeit nach eigenen Angaben nicht erfüllen. Allein die größten zehn Banken in Deutschland bräuchten nach Angaben des Bankenverbands BdB dadurch mehr als 100 Milliarden Euro zusätzliches Kapital.

          Weber pochte darauf, dass die Regeln in allen Ländern gelten müssen. „Was nicht passieren darf, ist, dass wir Basel III implementieren und die Vereinigten Staaten zurückfallen. Es muss auf beiden Seiten des Atlantik implementiert werden.“ Die Vereinigten Staaten haben das bisherige Regelwerk „Basel II“ anders als die Europäer noch nicht umgesetzt. An den Verhandlungen in Basel wird auch der Präsident der amerikanischen Notenbank, Ben Bernanke, teilnehmen. Der Chef der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley, James Gorman, sagte in Frankfurt, er kenne bei den neuen Regeln keine Hintertür, durch die die Vereinigten Staaten gehen könnten. „Doch sollte es diese geben, werde ich definitiv nicht da durchgehen“, fügte er hinzu. (Reuters)

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