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Medienschau : Commerzbank - Kapitalerhöhung um 11 Milliarden Euro

  • Aktualisiert am

Kreise- grünes Licht für Intesa-Kapitalerhöhung, Boeing befürchtet weitere Risse in 737-Jets, S&P senkt Ratings irischer Banken, Schweizer Teuerung höher als erwartet, Fed uneins über Zeitpunkt für Ausstieg aus lockerer Geldpolitik, Zeitler - Höhere Kapitalanforderungen für Großbanken, Kreise - Forschungsinstitute erwarten fast drei Prozent Wachstum

          7 Min.

          Unternehmensnachrichten

          Commerzbank - Kapitalerhöhung um 11 Milliarden Euro

          Die Commerzbank plant, die Stillen Einlagen des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) in Höhe von 16,2 Milliarden Euro bis Juni 2011 um rund 14,3 Milliarden Euro zurückzuführen und damit weitgehend abzulösen. Hierzu ist ein Maßnahmenpaket vorgesehen, das darauf abzielt, neue Investoren zu gewinnen, die Interessen der bisherigen Aktionäre zu wahren und größtmögliche Transaktionssicherheit zu gewährleisten. In einem ersten Schritt sollen ab dem 6. April 2011 im Wege eines Bookbuilding-Verfahrens CoMEN genannte bedingte Pflichtumtauschanleihen (englisch Conditional Mandatory Exchangeable Notes) platziert werden. Die CoMEN sollen nach der Hauptversammlung im Mai 2011 nach Eintritt bestimmter Bedingungen in Commerzbank-Aktien getauscht werden. Die dafür erforderlichen neuen Aktien sollen aus einem neuen Bedingten Kapital durch Wandlung Stiller Einlagen des SoFFin entstehen. Der SoFFin erhält im Gegenzug den Bruttoerlös aus der Platzierung der CoMEN. Zur Beibehaltung seines Anteils in Höhe von 25 Prozent plus 1 Aktie wandelt der SoFFin anschließend zusätzliche Stille Einlagen in Aktien. Über die Schaffung des entsprechenden Bedingten Kapitals soll die vom 18. Mai 2011 auf den 6. Mai 2011 vorgezogene ordentliche Hauptversammlung der Commerzbank beschließen.

          Als zweiter Schritt ist eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht vorgesehen. Sie soll von Ende Mai bis Anfang Juni 2011 durchgeführt werden. Zur Beibehaltung seines Anteils in Höhe von 25 Prozent plus 1 Aktie bringt der SoFFin dabei Stille Einlagen ein (,Verwässerungsschutz'). Der erforderliche Kapitalerhöhungsbeschluss soll ebenfalls von der Hauptversammlung gefasst werden. Im Rahmen der Transaktion sollen am Kapitalmarkt insgesamt rund 8,25 Milliarden Euro aufgenommen werden. Darüber hinaus werden insgesamt rund 2,75 Milliarden Euro Stille Einlagen des SoFFin in Commerzbank-Aktien gewandelt (erster Schritt) beziehungsweise im Rahmen der Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht eingebracht (zweiter Schritt). Insgesamt werden durch die Kapitalmaßnahmen Stille Einlagen des SoFFin in Höhe von 11,0 Milliarden Euro abgelöst und in gleicher Höhe durch Aktienkapital (Equity-Tier-1-Kapital) ersetzt. Weitere Stille Einlagen des SoFFin in Höhe von 3,27 Milliarden Euro sollen aus freiem regulatorischem Kapital zurückgeführt werden. Ein internationales Bankenkonsortium hat sich unter marktüblichen Bedingungen verpflichtet, den am Kapitalmarkt angestrebten Emissionserlös in Höhe von rund 8,25 Milliarden Euro zu garantieren; vorausgesetzt ist dabei, dass sich der SoFFin wie vorgesehen an der Gesamttransaktion beteiligt. Das Bankenkonsortium wird von den Globalen Koordinatoren Commerzbank, Deutsche Bank, J.P.Morgan und Citi geführt. Weitere Joint Bookrunner sind Goldman Sachs, HSBC, ING und UBS. (Ad-hoc)

          Kreise- Intesa-Direktorium gibt grünes Licht für Kapitalerhöhung

          Der Verwaltungsrat der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo hat offenbar die milliardenschwere Kapitalerhöhung genehmigt. Das Geldhaus habe eine Kapitalerhöhung über fünf Milliarden Euro gebilligt, sagte ein Direktoriumsmitglied nach einem Treffen des Rates am Dienstagabend, das seinen Namen nicht veröffentlicht wissen wollte. Die Bank werde dabei den Besitzern von Sparaktien Stammaktien anbieten. Die Sparaktie in Italien ist eine Sonderform der Vorzugsaktie. Mit einer Kernkapitalquote von 7,9 Prozent zum Ende des Jahres 2010 benötigt Intesa nicht unmittelbar frisches Geld. Die Großbank dürfte sich mit einer Kapitalerhöhung jedoch auf die neuen Eigenkapitalregeln unter Basel III vorbereiten. Konkurrent Banco Popolare hat sich bereits zwei Milliarden Euro geholt. (Reuters)

          Boeing befürchtet weitere Risse in 737-Jets

          Das Loch im Dach, das eine amerikanische Verkehrsmaschine zur Notlandung gezwungen hatte, wird für Hersteller Boeing zu einer ernsten Angelegenheit. Denn das Unglück scheint auf einen Konstruktionsfehler beim Verkaufsschlager 737 hinzudeuten. In Hunderten älterer Boeing 737 drohen Risse in der Außenhaut. „Das kommt nicht komplett unerwartet“, sagte der verantwortliche Konzernmanager Paul Richter am Dienstag. „Wir haben grundsätzlich damit gerechnet, dass wir die Flugzeuge ab einem bestimmten Zeitpunkt kontrollieren müssen.“ Allerdings sei Boeing davon ausgegangen, dass sich eine Ermüdung des Materials erst „viel, viel später im Lebensverlauf“ der Kurz- und Mittelstreckenmaschinen zeige. Die 737 ist das meistverkaufte Flugzeug der Welt. Nahezu alle großen Fluggesellschaften fliegen diesen Typ. Akute Probleme gab es indes nur mit Maschinen des Billigfliegers Southwest, was die Gesellschaft in ein schlechtes Licht rückte. Bei Southwest müssen die Maschinen überdurchschnittlich viele Flüge am Tag absolvieren und altern dadurch auch schneller. Boeing-Manager Richter nahm seinen Großkunden aber in Schutz: „Southwest unterhält eine der größten 737-Flotten der Welt und sicherlich die größte Flotte an 737 „Classic“.“ Das es gerade hier zu Vorfällen komme, sei deshalb nicht weiter verwunderlich. „Es ist einfach eine statistische Wahrscheinlichkeit.“ (dpa-AFX)

          S&P senkt Ratings irischer Banken

          Standard & Poor's (S&P) hat die Ratings von mehreren irischen Banken gesenkt. Wie S&P am Dienstag mitteilte, wurde das langfristige Counterparty-Rating der Anglo Irish Bank Corp auf „CCC+“ von „B-“ gesenkt. Als Grund nennen die Kreditanalysten die geringere Bedeutung der Bank für die irische Regierung. Die Einstufung für die Barclays Bank Ireland wurde auf „A-/A-2“ von „A/A-1“ und das Langfristrating der Ulster Bank Ltd auf „BBB+“ von „A-“ gesenkt. Wie S&P weiter mitteilte, ist die angekündigte Bankenrestruktierung ein erster glaubhafter Schritt der irischen Regierung, das Vertrauen der Investoren in den Bankensektor wiederzuerlangen. Die Ratingagentur hatte vergangene Woche bereits die Kreditwürdigkeit Irlands um eine Stufe gesenkt. (Dow Jones Newswires)

          Daimler und Rolls-Royce veröffentlichen Tognum-Angebot

          Daimler und Rolls-Royce haben am Mittwoch ihre Übernahmeofferte für den Motorenhersteller Tognum veröffentlicht. Wie angekündigt bieten die beiden Unternehmen 24 Euro je Aktie des MDax-Konzerns - den Preis, der zuletzt von vielen Anteilseignern als nicht ausreichend bezeichnet worden war. Nachdem die Finanzaufsicht BaFin die Offerte genehmigt hat, beginnt nun die Annahmefrist und läuft bis einschließlich zum 18. Mai. Laut Daimler liegt die Mindestannahmeschwelle bei 50 Prozent plus einer Aktie. Tognum-Aktionäre sollen die geplante Dividende für 2010 von 0,50 Euro je Aktie auch bei Andienung ihrer Anteile bekommen. Mit Blick auf den umstrittenen Preis bekräftigten die Stuttgarter, die Offerte sei „hoch attraktiv“. Der Angebotspreis entspreche einem Aufschlag von 30 Prozent auf den Kurs der Tognum-Aktie am letzten Handelstag vor Bekanntwerden der Übernahmegerüchte. (Dow Jones Newswires)

          BlackRock will bei Kabel Deutschland womöglich weiter aufstocken

          Der amerikanische Vermögensverwalter BlackRock will seine Beteiligung an Kabel Deutschland möglicherweise weiter aufstocken. Wie aus einer Pflichtmitteilung der Kabel Deutschland Holding AG vom Dienstag hervorgeht, hat BlackRock die Frage des Kabelnetzbetreibers, ob der Vermögensverwalter seinen Anteil in den kommenden Monaten weiter aufstocken will, bejaht. Am 8. März hatte die BlackRock Inc aus New York 11,00 Prozent der Stimmrechte des Kabelnetzbetreibers gehalten. Wie aus der jüngsten Pflichtmitteilung weiter hervorgeht, verfolgt BlackRock mit ihrem Investment bei Kabel Deutschland jedoch keine strategischen Ziele. Ebenso wenig will BlackRock bei dem MDax-Unternehmen Einfluss auf die Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat nehmen. (Dow Jones Newswires)

          Wirtschaftsnachrichten

          Schweizer Jahresteuerung im März höher als erwartet

          Die Jahresteuerung in der Schweiz ist im März deutlich stärker gestiegen als erwartet. Die Verbraucherpreise lagen um 1,0 Prozent über dem Vorjahresniveau, wie das Bundesamt für Statistik (BfS) am Mittwoch mitteilte. Volkswirte hatten eine Teuerung von 0,6 Prozent prognostiziert, nachdem im Februar eine Rate von plus 0,5 Prozent verzeichnet worden war. Vor einem Jahr hatte die Inflationsrate 1,4 Prozent betragen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im März um 0,6 Prozent. Der Anstieg sei vor allem auf höhere Preise für Bekleidung und Schuhe (plus 8,5 Prozent), alkoholische Getränke und Tabak (plus 1,1 Prozent), Verkehr (plus 0,9 Prozent) sowie Wohnen und Energie (plus 0,5 Prozent) zurückzuführen, teilte das BfS mit. (Dow Jones Newswires)

          Fed uneins über Zeitpunkt für Ausstieg aus lockerer Geldpolitik

          In der amerikanischen Notenbank Federal Reserve gibt es unterschiedliche Ansichten über den richtigen Zeitpunkt für den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik. Während wenige Mitglieder für eine Straffung noch vor Jahresende plädierten, sprachen sich einige Fed-Vertreter für eine Beibehaltung der aktuellen Geldpolitik über dieses Jahr hinaus aus, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Protokoll der Sitzung des entscheidenden Gremiums vom 15. März hervorgeht. Auch über das Ankaufprogramm für Staatsanleihen gibt es innerhalb der Zentralbank unterschiedliche Meinungen. Einige Mitglieder traten dem Protokoll zufolge dafür ein, dass Ankaufprogramm im Volumen von 600 Milliarden Dollar früher zu beenden, wenn sich das Wirtschaftswachstum stabilisiert und die Teuerungsrate steigt. Das Programm läuft regulär Mitte des Jahres aus. Laut dem Protokoll plant die Fed wegen der unterschiedlichen Ansichten ihrer Mitglieder, Exit-Strategien für verschiedene wirtschaftliche Szenarien zu entwickeln. Aus dem Protokoll geht auch hervor, dass sich die Notenbanker zunehmende Inflationsgefahren sehen. Die Unruhen im Nahen Osten und die Ölpreise wirkten sich negativ aus. Der durch die steigenden Öl- und Rohstoffpreise ausgelöste Teuerungsschub sei allerdings nur vorübergehend, hieß es. Ähnlich hatte sich auch amerikanische Notenbankchef Ben Bernanke in der Nacht zu Dienstag geäußert. Er trat dabei dem Eindruck entgegen, die Federal Reserve überdenke wegen drohender Inflationsgefahren ihre lockere Geldpolitik. „Unsere Erwartung ist, dass die Teuerungsrate mittelfristig wohl eher recht niedrig ausfallen wird“, sagte Bernanke. Experten werteten die Äußerungen Bernankes als Hinweis, dass er das Ankaufprogramm für Staatsanleihen bis zum Ende fortsetzen will. Auch eine Abkehr von der Nullzinspolitik noch in diesem Jahr scheint damit eher unwahrscheinlich. (Reuters)

          Zeitler - Höhere Kapitalanforderungen für Großbanken

          Die weltweit vernetzten Großbanken (SIFIs) müssen sich im Rahmen des künftigen Regulierungsrahmens laut Bundesbank-Vizepräsident Franz-Christoph Zeitler auf besondere Belastungen gefasst machen. „Es wird einen weiteren Kapitalzuschlag von mindestens ein bis zwei Prozent geben“, sagte Zeitler am Dienstag laut Redetext in München. Näheres zum künftigen Umgang mit den SIFIs wurde am Abend auf einer Pressekonferenz mit dem Leiter des Finanzstabilitätsrats, Mario Draghi, in Rom erwartet. Die weltweit wichtigsten Bankenaufseher haben sich im Baseler Ausschuss - in dem auch Zeitler sitzt - grundsätzlich auf eine Methode verständigt, wie die Schwergewichte der Branche stärker an die Kandare genommen werden sollen. Es geht um bis zu 30 Banken, deren Zusammenbruch das weltweite Finanzsystem ins Wanken bringen könnte. Der Umgang mit diesen sogenannten „systemrelevanten Banken“ (SIFIs) ist einer der letzten offenen Punkte in der neuen Banken-Regulierung „Basel III“. Zeitler zufolge lassen erste Schätzungen einen durch dieses neue Regelwerk bedingten Kapitalbedarf von rund 50 Milliarden Euro bis zum Jahresende 2018 erwarten. „Im Moment gibt es keine Signale, die Anlass zu der Sorge geben, dass die neuen Quoten nicht erfüllt werden können“, sagte Zeitler. (Reuters)

          Kreise - Forschungsinstitute erwarten fast drei Prozent Wachstum

          Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen mit einem deutlich stärkeren deutschen Wachstum in diesem Jahr als noch im Oktober. „Sie rechnen mit deutlich über 2,5 Prozent“, sagte eine Person, die mit den Zahlen vertraut ist, der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Damit sind die Institute in ihrer Gemeinschaftsprognose, die am Donnerstag offiziell veröffentlicht wird, deutlich zuversichtlicher als noch im Herbst 2010, als sie das Wachstum auf zwei Prozent veranschlagten. Bei der Arbeitslosigkeit erwarten die Institute einen weiteren Rückgang im laufenden Jahr, bei der Zahl der Erwerbstätigen mit einem erneuten Anstieg. (Reuters)

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