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Medienschau : Citigroup will Staat um massiv höhere Beteiligung bitten

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Die Citigroup braucht Staatshilfe, ebenso wie Schaeffler diese will. Derweil beantragte der japanische Kreditgeber SFCG Gläubigerschutz und wurden in Amerika eine weitere Bank und ein weiterer Zeitungskonzern insolvent. Auch eine Kapital-Aufstockung bei der HRE könnte möglicherweise schon Anfang März nötig sein. Borussia Dortmund schreibt im ersten Halbjahr rote Zahlen.In der Zwischenzeit hat sich Enel die Kontrolle über Spaniens Endesa gesichert und bereitet die Agricultural Bank of China ihren Börsengang vor, während Eon beim Thüga-Verkauf auf Probleme stößt.Weltbankchef Zoellick fordert Hilfen für Osteuropa, China will weiter amerikanische Schatzanleihen kaufen, Obama die Staatsschulden rigoros eindämmen und Asiens Finanzminister beschließen einen Liquiditätsfonds.

          Unternehmen

          Japanischer Kreditgeber SFCG beantragt Gläubigerschutz

          Der japanische Kreditgeber SFCG hat wegen Überschuldung einen Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Aufgrund von wachsenden Verlusten in seinem Hauptgeschäft mit abgesicherten Krediten sei dieser Schritt notwendig geworden, teilte der Geldverleiher am Montag mit. Die Verschuldung bezifferte das Unternehmen auf umgerechnet 2,8 Milliarden Euro. Zu den Gläubigern von SFCG gehören die Citibank, Hypovereinsbank, Shinsei Trust & Banking und Orix Trust and Banking.

          Ein Analyst warnte vor den Folgen an den Finanzmärkten. „Das Scheitern von SFCG könnte die erste Phase einer zweiten Runde der Finanzkrise einläuten“, sagte Norihito von Mitusbishi UFJ Securities. Im vergangenen Jahr war eine Rekordzahl von 33 börsennotierten Unternehmen im Zuge der Kreditkrise pleite gegangen.

          Die SFCG-Aktie wurde nach einer Welle von Verkaufsaufträgen nicht gehandelt. Die Dividendenpapiere der Konkurrenten Takefuji und Aiful brachen an der Tokioter Börse jeweils über zehn Prozent ein. (Reuters)

          Citigroup will Staat um massiv höhere Beteiligung bitten

          Der schwer angeschlagene amerikanische Finanzkonzern Citigroup will einem Zeitungsbericht zufolge die amerikanische Regierung zu einer weit umfangreicheren Beteiligung als bisher drängen. Der Anteil des Staates könnte auf 25 bis 40 Prozent aufgestockt werden, berichtete das „Wall Street Journal“ in der Nacht zum Montag unter Berufung auf Insider im Internet.

          Die einst größte Bank der Welt geriet zuletzt angesichts eines steilen Absturzes an der Börse immer stärker unter Druck. Die Citigroup zählt mit hohen Milliardenverlusten zu den international größten Opfern der Finanzkrise. Die amerikanische Regierung wies gerade erst Spekulationen über eine bevorstehende Verstaatlichung mehrerer in Not geratener Großbanken ausdrücklich zurück.

          Der amerikanische Staat hält durch Kapitalspritzen von insgesamt 45 Milliarden Dollar bereits knapp acht Prozent an der Citigroup über sogenannte Vorzugsaktien. Diese stimmrechtslosen Papiere könnten den Plänen zufolge in stimmberechtigte Stammaktien umgewandelt werden, so die Zeitung. Der Schritt solle das Vertrauen der Märkte in die Bank und ihre Kapitalbasis stärken.

          Die Citigroup habe den Schritt zunächst unter anderem der für die Aufsicht zuständigen amerikanischen Notenbank Fed vorgeschlagen. Der Regierung solle der Plan erst später vorgelegt werden, hieß es. Die Umwandlung in Stammaktien koste keine neuen Steuergelder. Die Anteile der bestehenden Aktionäre würde dies aber deutlich nach unten drücken. Der Einfluss des Staates würde dagegen massiv steigen. Die Spitze der Citigroup wolle daher den Anteil eher bei 25 Prozent halten.

          Der Schritt des Finanzriesen könnte auch andere amerikanischen Banken um ähnliche Hilfen bitten lassen, so die Zeitung. Allerdings erklärte die an der Börse ebenfalls schwer unter Druck geratene Bank of America am Sonntag, keine größere Staatsbeteiligung zu diskutieren. (dpa-AFX)

          Kapital-Aufstockung bei HRE möglicherweise schon Anfang März nötig

          Eine Aufstockung des Eigenkapitals bei der Hypo Real Estate (HRE) könnte einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise schon Anfang März notwendig werden. Das berichtet das „Handelsblatt“ (Montag) unter Berufung auf Regierungskreise. Ohne eine Kapitalzufuhr drohe die Kernkapitalquote der Bank wegen der erwarteten hohen Verluste unter die regulatorische Mindestgrenze von 4 Prozent auf nur noch 3,55 Prozent zu sinken. (dpa-AFX)

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