https://www.faz.net/-gv6-1597x

Medienschau : China will Kapitalanforderungen für Banken erhöhen

  • Aktualisiert am

Das Rekord-Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten wird etwas geringer ausfallen. Das Defizit von Bund und Ländern ist ebenfalls kräftig gestiegen. Immer mehr Hausbesitzer in Amerika sind in Zahlungsverzug. China prognostiziert ein Wachstum von 8,5 Prozent für das dritte Quartal.

          7 Min.

          Unternehmen

          Fujitsu erhöht Gewinnprognose

          Der japanische Technologiekonzern Fujitsu hat nach der Veräußerung einer Aktienbeteiligung seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr in etwa vervierfacht. Fujitsu rechne nun mit einem Nettogewinn von umgerechnet 713 Millionen Euro nach zuvor 187 Millionen Euro, teilte das mit den amerikanischen Konzernen IBM und Hewlett-Packard konkurrierende Unternehmen am Freitag mit. Bei dem Verkauf des fünfprozentigen Aktienpakets am Roboterhersteller Fanuc erzielte Fujitsu umgerechnet rund 668 Millionen Euro. (Reuters)

          KKR bringt Billigkette Dollar General an die Börse

          Der zur Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co (KKR) gehörende Einzelhändler Dollar General hat am späten Donnerstag seinen Börsengang (IPO) angemeldet. KKR könnte damit Vorreiter für andere Investoren sein, die in dem sich erholenden Aktienmarkt versuchen, aufgekaufte Unternehmen an die Börse zu bringen.

          Dollar General will laut Mitteilung Anteilsscheine im Wert von bis zu 750 Millionen Dollar verkaufen. Dieser Betrag dient allerdings der Berechnung der Anmeldegebühren für die amerikanischen Börsenaufsicht SEC. Das Volumen des Börsengangs kann am Ende auch höher oder geringer ausfallen.

          Sollte das Unternehmen aber tatsächlich in etwa so viel Geld einsammeln, wäre dies der bisher größte Börsengang eines aktiven Unternehmens in diesem Jahr und würde sogar das IPO der Mead Johnson Nutrition übertreffen. Der Hersteller von Babynahrung
          hatte im Februar 720 Millionen Dollar erzielt.

          KKR will sich selbst aus den Erlösen eine Dividende von 200 Millionen Dollar auszahlen lassen. Während der Boomjahre zu Beginn der aktuellen Dekade hatten Beteiligungsgesellschaften einen großen Teil ihrer Gewinne mittels solcher Dividenden erzielt - sie entnahmen ihren Unternehmen große Mengen an Bargeld, um sich selbst Dividenden zu zahlen. Diese Art von Zahlungen waren im vergangenen Jahr größtenteils ausgeblieben.

          KKR wird nun außerdem als Mitglied der Emissionskonsortiums beim Verkauf der Aktien helfen und so zusätzlich Gebühren mit dem Börsengang verdienen.

          Die Beteiligungsgesellschaft hatte Dollar General auf dem Höhepunkt des Marktes im Juli 2007 gekauft und 7,2 Milliarden Dollar für die Kette bezahlt, die Billigartikel wie Hundeleckerbissen für 1 Dollar und Bleiche für 2 Dollar anbietet.

          KKR und ihre Co-Investoren hatten 2,8 Milliarden Dollar an Eigenkapital eingesetzt für den Restbetrag Schulden aufgenommen. Bei der aktuellen Bewertung ist der Eigenkapitalanteil rund 4,75 Milliarden Dollar wert. (Dow Jones)

          Bestandsabwertung brockt Immobilienfirma Atrium Verlust ein

          Atrium European Real Estate ist im ersten Halbjahr wegen Abwertungen auf Immobilien, Grundstücke und Entwicklungsprojekte in die roten Zahlen gerutscht. Der Vorsteuerverlust habe bei 325 Millionen Euro gelegen nach einem Gewinn von zwei Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, teilte die österreichische Gewerbeimmobilienfirma am Freitag mit.

          Insgesamt musste Atrium nach eigenen Angaben in den ersten sechs Monaten Abwertungen von 376 Millionen Euro vornehmen. Der Konzern ist auf Osteuropa spezialisiert und vor allem in Tschechien, Polen und Russland engagiert.

          Ohne Berücksichtigung der Bestandsabwertung konnte Atrium im Berichtzeitraum zulegen: Das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) lag bei 40 (Vorjahreszeitraum: 23) Millionen Euro. Die Mieterlöse kletterten um ein Fünftel
          auf 59 Millionen Euro. Den in der Branche wichtigen Nettovermögenswert je Aktie bezifferte Atrium nun mit 8,97 Euro. Zum Jahresende 2008 hatte der NAV noch bei 10,66 Euro je Aktie gelegen. Atrium entwickelt und betreibt Einkaufszentren. (Reuters)

          Lonza steigt in Übernahmekampf um Patheon ein

          Das schweizerische Life-Science-Unternehmen Lonza hat ein unverbindliches Übernahmeangebot für den Pharmakonzern Patheon abgegeben. Lonza wolle 3,55 Dollar je Aktie zahlen und sämtliche limitierten Stimmrechtsaktien kaufen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Bei rund 129,2 Millionen Anteilsscheinen entspräche dies einem Transaktionsvolumen von rund 460 Millionen Dollar.

          Lonza tritt mit dem Angebot in einen Übernahmewettbewerb mit der Beteiligungsgesellschaft JLL Partners ein. JLL hatte für Patheon ein Übernahmeangebot von 2 Dollar je Aktie abgegeben, das der Konzern jedoch mehrfach zurückwies. Ein Ausschuss des kanadischen Unternehmens begrüßte das Lonza-Angebot nun, Aktionäre würden aufgefordert, die Lonza-Offerte zu prüfen. (Dow Jones)

          Wirtschaft

          Defizit von Bund und Ländern kräftig gestiegen

          Das Defizit in den Haushalten von Bund und Ländern ist in der ersten Hälfte dieses Jahres kräftig gestiegen. Die Länder verzeichneten nach Feststellung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden eine Lücke zwischen Ein- und Ausgaben in Höhe von 15,4 Milliarden Euro, nachdem in der ersten Hälfte von 2008 noch ein Überschuss von 3,1 Milliarden Euro erreicht worden war. Im Kernhaushalt des Bundes stieg das Defizit im selben Zeitraum von 13,1 auf 14,7 Milliarden Euro.

          Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Bund seine Belastungen aus der Finanz- und Wirtschaftskrise über gesonderte Haushalte abwickelt. Statistische Daten werden dafür erst Ende September vorliegen. (dpa-AFX)

          China will Kapitalanforderungen für Banken erhöhen

          Die chinesische Bankenaufsicht hat einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge den Banken des Landes den Entwurf neuer Richtlinien zugeleitet, die die Banken zu einer Erhöhung der Eigenkapitalquote zwingen würden. Die Entwürfe sähen vor, dass die Banken ihre Bestände an nachrangigen Schuldtiteln anderer Kreditgeber von ihren eigenen nachrangigen Emissionen abziehen, die als Ergänzungskapital ausgewiesen werden, berichtet die Agentur am Freitag unter Berufung auf nicht genannte Personen, die den Entwurf der Bankenaufsicht gesehen haben. Zudem wird das Volumen nachrangiger Papiere begrenzt, das eine Bank halten darf.

          Durch die neuen Regeln könnten sich die chinesischen Banken gezwungen sehen, die Kreditvergabe einzuschränken oder Aktien zu verkaufen, um die von der chinesischen Bankenaufsicht geforderte Eigenkapitalquote von 12 Prozent zu erreichen. Die Banken sollen bis Dienstag kommender Woche eine Stellungnahme zu dem Entwurf abgeben, heißt es weiter. (Dow Jones)

          EZB will Inflationssprung im Euroraum vermeiden

          Die Europäische Zentralbank (EZB) wird nach Aussage von EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi einen möglichen Inflationssprung im Euroraum verhindern, wenn die Wirtschaft im kommenden Jahr wieder anspringt. Die EZB gehe aber weiterhin davon aus, dass die Inflationsrate im kommenden Jahr niedrig ausfallen werde.
          Bini Smaghi zufolge dürfte die Inflation noch für einige Monate im negativen Bereich oder nahe Null bleiben.

          Mit Blick auf das Wachstum sagte Bini Smaghi, die Eurozone werde Mitte kommenden Jahres wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Diese Erwartung erscheint einigen Ökonomen aber als zu konservativ, nachdem Deutschland und Frankreich entgegen den Erwartungen zwischen April und Juni wieder ein leichtes Wachstum verzeichnet haben.

          „Ein paar wenige Makrodaten reichen nicht aus, um unser Szenario zu ändern“, sagte das EZB-Direktoriumsmitglied dazu. Die Wirtschaft des Euroraums ist im zweiten Quartal um 0,1 Prozent zum Vorquartal geschrumpft, nach einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,5 Prozent im ersten Jahresviertel. (Dow Jones)

          Zahlungsverzug bei Hypotheken steigt in Vereinigten Staaten auf Rekordhoch

          In Amerika sind so viele Bürger bei der Bezahlung ihrer Hypothekenschulden in Verzug wie noch nie. Nahezu jeder achte Zahler sei im zweiten Quartal überfällig oder befinde sich im Prozess der Zwangsvollstreckung, teilte der Verband der Hypothekenbanken am Donnerstag mit. Vor allem in den von der Finanzkrise besonders hart getroffenen Bundesstaaten Kalifornien, Florida, Arizona und Nevada komme es überdurchschnittlich häufig zu Zwangsvollstreckungen. Ein Ende der Ausfälle ist dem Verband zufolge nicht absehbar: Im kommenden Jahr rechnen die Banken wegen der steigenden Arbeitslosigkeit mit noch höheren Zahlungsrückstände. (Reuters)

          Vereinigte Staaten rechnen mit geringerem Haushaltsdefizit

          Die Vereinigten Staaten rechnen im laufenden Fiskaljahr mit einem geringeren Haushaltsdefizit als bislang angenommen. Das Defizit werde sich auf 1,58 Billionen Dollar anstatt der bisher prognostizierten 1,84 Billionen Dollar belaufen, sagten Regierungsvertreter am Donnerstag. Der Fehlbetrag im Fiskaljahr zum 30. September würde damit 11,2 Prozent der gesamten amerikanischen Wirtschaftsleistung betragen - das wäre weiter das höchste Minus seit dem Zweiten Weltkrieg.

          Die Senkung ist auf die Streichung von Rücklagen in Höhe von 250 Milliarden Dollar für die Rettung weiterer Banken zurückzuführen. Die amerikanische Regierung rechnet offenbar nicht mehr damit, Finanzinstituten unter die Arme greifen zu müssen.

          Im Fiskaljahr 2008 lag das Defizit bei 455 Milliarden Dollar. Als absolute Summe war bereits dies ein Rekord. Präsident Obama erbte aus der Regierungszeit seines Vorgängers George W. Bush ein Defizit für 2009 von mehr als einer Billion
          Dollar. Zudem belastete das auf zwei Jahre ausgelegte Konjunkturpaket über 787 Milliarden Dollar. (Reuters)

          Mexikos Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal mit Rekordrate

          Die Rezession in Mexiko hat sich im zweiten Quartal beschleunigt, allerdings etwas schwächer als erwartet. Wie die Statistikbehörde des Landes am Donnerstag mitteilte, fiel das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Das war die stärkste Schrumpfung innerhalb eines Quartals seit Beginn der entsprechenden Datenreihe im Jahr 1981.

          Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten für das zweite Quartal ein geringfügig höheres BIP-Minus von 10,6 Prozent erwartet, nachdem Mexikos Wirtschaft im Vorquartal um revidiert 8,0 Prozent (vorläufig: minus 8,2 Prozent) geschrumpft war. Im ersten Halbjahr lag das BIP damit um 9,2 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. (Dow Jones)

          Chinesische Regierung prognostiziert 8,5 Prozent Wachstum für das dritte Quartal

          China will mit einer optimistischen Prognose Sorgen am Markt über das Wirtschaftswachstum in der Volksrepublik zerstreuen. Im dritten Quartal werde das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich um rund 8,5 Prozent wachsen, erklärte eine Expertenkommission der chinesischen Regierung am Freitag. Im zweiten Quartal wuchs die chinesische Wirtschaft um 7,9 Prozent. Die Kommission ist unterhalb der wirtschaftlichen Planungsbehörde des Landes angesiedelt.

          Das staatliche Informationszentrum SIC teilte im „China Securities Journal“ mit, die Führung in Peking werde die Wirtschaft weiter unterstützen und bei der Geldpolitik im zweiten Halbjahr angemessene Maßnahmen ergreifen. Die Kreditvergabe werde im
          August bei rund 500 Milliarden Yuan (51,5 Milliarden Euro) liegen, nachdem sie im Juli auf 356 Milliarden Yuan gefallen war. Insgesamt habe die chinesische Wirtschaft die Talsohle durchschritten, jedoch würden die Wachstumsraten aufgrund der schwachen
          Exporte weiter hinter dem Potenzial der Volksrepublik zurückbleiben. Die Regierungskommission geht davon aus, dass Chinas Exporte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent fallen werden.

          Auch eine Rückkehr zum gewohnt starken Wachstum wird nach Regierungsangaben nicht genug Jobs für die vielen Millionen Arbeitslosen des Landes bringen. Bei einem Wirtschaftswachstum von 8 Prozent in diesem Jahr gebe es Arbeit für etwa 12 Millionen der momentan offiziell 24 Millionen Arbeitslosen, erklärte der chinesische Sozialminister Yin Weimin am Freitag. Laut Arbeitsministerium gibt es neben den offiziellen Jobsuchenden noch rund vier Millionen Wanderarbeiter und drei Millionen Uni-Absolventen. Diese sind in der Rechnung nicht mitgezählt. (Reuters, AFP)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Libyen-Konferenz in Berlin : Unter starken Männern

          Wenn in Berlin über Libyen verhandelt wird, geht nichts ohne Erdogan und Putin. Sie bauen ihre Macht in der arabischen Welt aus und machen Europa Angst.
          Jack Hidary, Buchautor und Quantenfachmann von Google

          Digitalkonferenz DLD : Wie die Quantenrevolution weitergeht

          Berechnungen, Kommunikation, Sensorik: Rund um den Globus arbeiten Unternehmen an Quantentechnologie - und sie ergänzen sich gut. Gastbeitrag eines führenden Fachmanns auf diesem Gebiet.
          Meghan und Harry: Künftig halb royal, halb normal?

          Aussteigerphantasien : Wir machen die Meghan!

          Ausbrechen aus einem vorgezeichneten Leben: Das Herzogspaar von Sussex zeigt, wie es geht. Andere werden ihnen folgen. Ein satirischer Blick in die nahe Zukunft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.