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Medienschau : Automarkt verliert an Schwung

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Die Deutsche Bahn ist offen für einen Weiterverkauf des Bus- und Schienengeschäfts der geplanten britischen Neuerwerbung Arriva. „Falls die Kartellbehörden das fordern, verkaufen wir beides“, sagte Bahn-Chef Rüdiger Grube der Zeitung „Die Welt“ (Freitagausgabe). Er gehe davon aus, dass die Bahn den Bereich Schienenunternehmen dort auf jeden Fall abgeben müsse. Beide Sparten zusammen kämen auf rund 500 Millionen Euro Umsatz. Insgesamt gehe es um 50 Gesellschaften, die die Bahn im Paket verkaufen wolle. Dafür gebe es eine zweistellige Zahl an Interessenten. Die Branche stehe vor einer großen Welle der Konsolidierung, sagte Grube. In etwa zehn Jahren würden vielleicht noch fünf oder sechs große Bahnkonzerne übrig bleiben. „Und da wollen wir natürlich dabei sein.“ Schritt eins werde sein, gemeinsam mit anderen Bahnen grenzüberschreitenden Verkehr zu organisieren. Später erschließe man sich die Märkte eigenständig. „Da für uns der Wettbewerb auf dem Heimatmarkt immer schärfer wird, müssen wir in Europa wachsen.“ Die Deutsche Bahn will den britischen Verkehrskonzern Arriva für 2,8 Milliarden Euro kaufen. Vorbehaltlich der Freigabe durch die Kartellbehörden ist der Vollzug für Ende August geplant. Arriva ist im Bus- und Schienenverkehr in insgesamt zwölf europäischen Ländern aktiv. (Reuters)


Wirtschaftsnachrichten

Amerikanischer Automarkt verliert an Schwung

Die Erholung auf dem amerikanische Automarkt hat sich im Juni erheblich abgeschwächt. Mit insgesamt knapp 984.000 verkauften Fahrzeugen wurden nach Angaben der Marktforscher von Autodata zwar 14 Prozent mehr abgesetzt als noch in dem von der Krise gezeichneten Vorjahresmonat. Verglichen mit dem Monat Mai haben die Hersteller aber zwischen 5 Prozent und 23 Prozent weniger verkauft. Marktführer General Motors legte um 12 Prozent auf gut 195.000 Einheiten zu, kurz dahinter kam Ford mit einem Plus von 13 Prozent auf 176.000. Beide Hersteller haben sich inzwischen von Automarken getrennt oder lassen sie auslaufen. Ohne die verkaufte Marke Volvo lag das Wachstum von Ford sogar bei 15 Prozent. Auch der dritte große amerikanische Hersteller Chrysler scheint sich gefangen zu haben. Mit gut 92.000 verkauften Fahrzeugen verbuchte das inzwischen zum Fiat-Konzern gehörende Unternehmen im Juni ein Plus von 35 Prozent zum Vorjahr. Schwächer fiel das Wachstum bei den japanischen Konzernen aus. Toyota legte lediglich um 7 Prozent auf knapp 141.000 Fahrzeuge zu, bei Honda fiel das Plus mit 6 Prozent noch knapper aus. Mit einem Absatz von etwas weniger als 107.000 Autos behauptete Honda aber Platz vier auf dem amerikanische Markt. Händler beklagten, dass die Amerikaner aus Sorge vor wirtschaftlicher Verschlechterung auf Autokäufe verzichteten. Tammy Darvish vom Autohändler Dar-Cars in Silver Spring im amerikanische Bundesstaat Maryland verbuchte ein 20-prozentiges Absatzminus in allen 25 Autohäusern: „Bei der Aussicht auf irgendetwas Negatives lehnen sich die Leute zurück und fragen: Betrifft das auch mich?“ Zu der Abschwächung trugen auch geringere Rabatte bei. Gefragt waren im Juni vor allem Geländewagen und Pick-ups. Die von Qualitätsmängeln gebeutelte Marke Toyota etwa erzielte ausschließlich in diesem Segment Wachstum. Auch für GM waren schwere Pick-ups der Schlüssel zum Erfolg im Juni: Hier lag das Wachstum bei 27 Prozent. Aus Sicht des Konzerns ist das ein positives Zeichen, da hinter Pick-up-Käufen häufig kleinere Unternehmen stecken. Bei Ford verkauften sich die schweren Modelle der F-Serie-Pickups sogar 58 Prozent besser als noch vor einem Jahr. Ein guter Monat war der Juni für die deutschen Automobilhersteller. Allen voran Porsche: Der Sportwagenhersteller konnte seinen Absatz mit Hilfe des neuen Geländewagens Cayenne auf 2.141 Fahrzeuge steigern, das entspricht einer Verdoppelung gegenüber dem verheerenden Vorjahresmonat, aber auch einer Steigerung gegenüber Mai. Der Viersitzer Panamera verbuchte mit 739 Stück die bisher höchste Verkaufszahl in einem Monat, vermeldete Porsche. Um gut ein Fünftel konnte Mercedes-Benz seinen Absatz steigern. Die Stuttgarter verkauften knapp 18.300 Pkw und Geländewagen mit dem Stern. Besonders stark zeigten sich E- und S-Klasse. Der Kleinwagen smart erwies sich mit 577 verkauften Einheiten einmal mehr als schwach. BMW legte in der Kernmarke mit 14,6 Prozent deutlich zu, bei Mini fiel das Wachstum mit 1,1 Prozent dagegen bescheiden aus. Insgesamt 23.300 Fahrzeuge setzte der Konzern aus München ab. BMW profitierte von der Markteinführung der neuen 5er-Serie, die sich gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent besser verkaufte. Die Konkurrenz von Audi legte um 14,3 Prozent auf 8.600 Einheiten zu und profitierte dabei vom Geländewagen Q5, vom Kleinwagen A3 und vom Sportwagen A5. Volkswagen verkaufte gut 21.000 Fahrzeuge, ein Plus von 11 Prozent, das vornehmlich den Modellen Golf, Tiguan und Passat CC geschuldet ist. Verglichen mit Mai ging der Absatz der Wolfsburger um knapp 2.500 Einheiten zurück. (Dow Jones Newswires)

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