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Medienschau : Automanager erwarten fünf düstere Jahre

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Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Praktiker verfehlt die Umsatzerwartungen, der deutsche Modehandel verbuchte 2008 vier Prozent weniger Umsatz. Die EU prüft die Staatshilfen für Qimonda, Nippon Steel muss massive Abschreibungen auf den Wertpapierbestand vornehmen.Die Alitalia-Eigner wollen angeblich Air France-KLM als Partner, Wyeth will die niederländische Crucell kaufen, SAP setzt seinen Sparkurs auch 2009 fort, Mitsubishi streicht 2000 Stellen, der chinesische Computerriese Lenovo 2500 Stellen.EZB-Präsident Trichet sieht eine massiv verschlechterte Konjunkturlage in der Eurozone, derweil die EU-Kommission angeblich den Gaskollaps fürchtet und der deutsche Export im November massiv eingebrochen ist.In Amerika gibt es vermehrt Bedenken gegen die Richtung der Wirtschaftspolitik: Fed-Mitglied Hoenig äußert sich besorgt über die langfristigen Folgen der lockeren Geldpolitik, Finanzminister Paulson spricht sich gegen die dauerhafte Verstaatlichung von Fannie Mae und Freddie Mac aus, derweil die amerikanische Pornoindustrie nicht ohne Ironie, aber jedenfalls ohne Not, unter Berufung auf amerikanische Grundbedürfnisse Hilfen vom Staat einfordert.

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          Unternehmen

          Praktiker verfehlt Umsatzerwartungen

          Die Praktiker Holding AG, Kirkel, hat ihre Umsatzerwartung im abgelaufenen Geschäftsjahr verfehlt. Der Baumarktkonzern wies am Donnerstag einen vorläufigen Konzernumsatz 2008 von 3,907 (3,945) Milliarden Euro aus. Dies entspricht einem Minus von 1 Prozent (währungsbereinigt: -0,6 Prozent). Praktiker hatte es sich zum Ziel gesetzt, den Umsatz um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz zu steigern.

          Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Mittel ihrer Schätzungen einen Konzernerlös von 3,937 Milliarden Euro prognostiziert. (Dow Jones)

          Automanager erwarten fünf düstere Jahre

          Die Topmanager der Autoindustrie sehen ihre Branche auf fünf düstere Jahre zusteuern. Sie erwarten für den Zeitraum 2009 bis 2013 geringere Umsätze und Gewinne, mehr Insolvenzen sowie eine Zunahme von Fusionen und Übernahmen. Das ergab eine am Donnerstag veröffentlichte weltweite Umfrage der Beratungsgesellschaft KPMG unter 200 führenden Vertretern der Automobil- und Zulieferindustrie kurz vor der großen Autoshow von Detroit, die am Sonntag beginnt.

          Der Automobil-Chef von KPMG, Uwe Achterholt, sagte, knapp die Hälfte der Befragten gehe für die kommenden fünf Jahre von stark schwankenden Erträgen aus oder sehe sich außerstande, die Rentabilität ihres Unternehmens einzuschätzen. Mehr als doppelt so viele Manager wie im Vorjahr sehen die Gefahr von Insolvenzen in der Branche, nämlich 77 Prozent. Dabei äußern sich Zulieferer am pessimistischsten - hier gehen 87 Prozent von einer steigenden Zahl an Firmenpleiten aus. (AP)

          Nippon Steel muss 460 Millionen Euro auf Wertpapierbestand abschreiben

          Die Finanzkrise trifft den weltweit zweitgrößten Stahlkonzern Nippon Steel merklich. Die Wertpapier-Bestände müssten angesichts von Kursverlusten um 57,9 Milliarden Yen (460 Millionen Euro) abgewertet werden, teilte Nippon Steel am Donnerstag in Tokio mit. Verbucht werde der Abschlag in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres, das im März endet.

          Die Zwischenbilanz legt der Konzern am 29. Januar vor. Im Gesamtjahr wollte Nippon Steel bislang einen Gewinn von 330 Milliarden Yen erwirtschaften. (dpa-AFX)

          Vier Prozent weniger Umsatz im deutschen Modehandel

          Die Finanzkrise hinterlässt auch in der Modebranche ihre Spuren: Im vergangenen Jahr sanken die Umsätze im deutschen Modehandel um vier Prozent, wie die Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“ in Frankfurt in einer eigenen Branchenumfrage ermittelte. Nach starken Hochs und Tiefs im ersten Halbjahr habe sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte 2008 zugespitzt. Seit Juni seien die Erlöse im Modehandel auf Talfahrt, die wichtigen Monate November und Dezember hätten keine Besserung gebracht, teilte die Zeitschrift aus dem Deutschen Fachverlag (Frankfurt) am Donnerstag mit.

          Die Ertragslage habe sich vergangenes Jahr für jedes zweite Geschäft schlechter entwickelt als erwartet, nur 28 Prozent hätten ihr Ergebnis verbessern können. Die Erwartungen für das neue Jahr seien gedämpft. Lediglich 27 Prozent rechneten mit höheren Umsätzen, 46 Prozent hingegen hätten sich auf weitere Einbußen eingestellt. Als häufigster Grund hierfür werde die schlechte Wirtschaftslage genannt, die sich nach Einschätzung von 93 Prozent der Modehändler negativ auf das Konsumklima auswirken werde. (dpa-AFX)

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