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Medienschau : Amerikanisches Gericht stoppt Fiat-Einstieg bei Chrysler

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Arcandor ringt weiter ums Überleben, Heidelbergcement bemüht sich durch Verkäufe in Malaysia wieder Boden unter die Füße zu bekommen. Henkel weitet den Stellenabbau aus und der Conti-Aufsichtsrat will die Fusion mit Schaeffler prüfen lassen. Wenigsten erhöht Texas Instruments die Gewinnprognose.

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          Letzte Chance für Arcandor

          Der ums Überleben kämpfende Handels- und Touristikkonzern Arcandor will sich in letzter Minute doch noch die vorerst rettenden Hilfen sichern. An diesem Dienstag soll in Berlin ein nachgebesserter Antrag auf staatliche Rettungsbeihilfe über 437 Millionen Euro vorgelegt werden. Dazu wollte die Arcandor-Spitze noch in der Nacht versuchen, Eigentümer, Banken und Vermieter zu einem größeren Beitrag zu bewegen.

          Am Montag waren zunächst die Hoffnungen auf Staatshilfen innerhalb weniger Stunden zerplatzt. Am Vormittag wurden eine Bürgschaft sowie ein Kredit aus dem „Wirtschaftsfonds Deutschland“ abgelehnt, am Nachmittag folgte eine Absage des Bundes an eine Rettungsbeihilfe. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums bestanden „erhebliche Zweifel“ an der Tragfähigkeit des Arcandor-Konzeptes. Zudem seien Kriterien für die Hilfen aus dem „Wirtschaftsfonds“ nicht erfüllt.

          Die beantragte Rettungsbeihilfe über 437 Millionen Euro werde nur gewährt, wenn es über die bereits vorhandenen Zusagen weitere Beiträge von Banken, Vermietern und Eigentümern gebe. Die Arcandor-Großaktionäre Sal. Oppenheim und Madeleine Schickedanz seien zu einer Kapitalerhöhung von 150 Millionen Euro für das von Insolvenz bedrohte Unternehmen bereit. Wie aus Kreisen des Finanzministeriums aus Berlin am Abend verlautete, erfüllt dies aber in keiner Weise die vom Bund geforderte verstärkte Beteiligung der Eigentümer.

          Die bisher engagierten Banken sahen sich den Angaben zufolge nicht in der Lage, selbst bei einer 100-prozentigen Bürgschaftsübernahme Kredite in Höhe von 437 Millionen Euro für die Rettungsphase zu gewähren. Die Vermieter - in erster Linie Highstreet aber auch Oppenheim-Esch - seien nicht zu einer deutlichen Reduzierung der überhöhten Mietbelastungen für die Kaufhäuser bereit gewesen.

          An der Börse brach die Arcandor-Aktie regelrecht ein. Sie sackte am Abend um fast 44 Prozent auf den historischen Tiefstand von 1,06 Euro ab. Der Konzern beschäftigt rund 80.000 Mitarbeiter.

          Die Arcandor-Touristiktochter Thomas Cook betonte erneut ihre Unabhängigkeit. „Thomas Cook ist ein eigenständiges und profitables Unternehmen, das an der Londoner Börse notiert ist“, hieß es in einer Mitteilung der deutschen Thomas Cook AG. Arcandor hält 52,8 Prozent der Thomas-Cook-Anteile. Der Reiseveranstalter gilt als der Gewinnbringer des Arcandor-Konzerns. (dpa-AFX)

          Amerikanisches Gericht stoppt Fiat-Einstieg bei Chrysler

          Das Oberste Gericht in den Vereinigten Staaten hat einen raschen Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns beim insolventen Autobauer Chrysler zunächst gestoppt. Der Supreme Court verlängerte auf Drängen von Gläubigern am Montag eine Frist, das Geschäft zeitweilig auszusetzen. Unklar war zunächst, wie lange diese Frist dauern wird. Bei den Gläubigern handelt es sich um drei Rentenfonds aus dem Bundesstaat Indiana, die sich dagegen wehren, dass ihre Forderungen nach bisherigen Planungen weitgehend verfallen sollen.

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