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Medienschau : Amerikanischer Automarkt bricht drastisch ein

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Mit dramatischen Umsatzeinbrüchen zeigte sich der Oktober als „schlimmster Monat seit dem Zweiten Weltkrieg“ für den amerikanischen Automarkt, nicht zuletzt wohl, weil, wie die Fed feststellt, sich die Kreditvergabe in Vereinigten Staaten weiter verschärft hat. Dafür hält man die Inflationsrisiken für zerstoben.Die Quartalszahlen von Mastercard sind besser als erwartet, Viacom erleidet derweil einen Gewinneinbruch. Adecco rechnet mit schwierigen Marktbedingungen für das restliche Jahr. Der Rückversicherer Swiss Re rutscht überraschend in die roten Zahlen, FMC und Wacker Chemie bekräftigten ihre Prognosen, die Kuka ebenso wie Pfeiffer Vacuum dagegen senkt. Clariant erhöht den Neunmonats-Gewinn, Beiersdorf erfüllt die Umsatzerwartungen.Siemens steigt aus der Computer-Sparte aus und Porsche plant angeblich eine hohe Sonderdividende. Die WestLB wird das Rettungspaket des Bundes nutzen, die Osteuropabank erwartet wegen der Finanzkrise weitere Notfälle. Ein deutsches Gericht entscheidet, dass ein Geschlossener Immobilienfonds keine sichere Altersvorsorge sei.

          11 Min.

          Unternehmen

          „Schlimmster Monat seit dem Zweiten Weltkrieg“ für amerikanischen Automarkt

          Schwarzer Oktober am amerikanischen Automarkt: Die Verkäufe sind erneut massiv eingebrochen, auch deutsche Hersteller wurden von dem Abwärtssog mitgerissen. Besonders schwer traf es abermals die amerikanischen Autogiganten. Die Opel-Mutter General Motors erlitt einen erdrutschartigen Absatzeinbruch von 45 Prozent. GM-Manager Michael DiGiovanni sprach vom schlimmsten Monat seit dem Zweiten Weltkrieg. Allerdings verkaufte der größte amerikanischen Hersteller mit seinen gut 170.000 Fahrzeugen immer noch mehr als doppelt so viel wie die deutsche Konkurrenz.

          Der gesamte amerikanische Automarkt dürfte im Oktober Branchenschätzungen zufolge um 31 Prozent auf 850.000 Fahrzeuge geschrumpft sein. Experten erwarten, dass im gesamten Jahr weniger als 14 Millionen Fahrzeuge verkauft werden - der weltgrößte Automarkt schrumpft damit rapide auf das Niveau von Anfang der 80er Jahre.

          Der aktuelle freie Fall ist vor allem eine Folge der Kreditkrise und der Wirtschaftsschwäche. Immer mehr Kunden bekommen entweder keine Kredite oder halten angesichts der unsicheren Lage ihr Geld zusammen

          Das „erschreckendste“ an der Entwicklung im Oktober sei, dass von September auf Oktober beim hochgerechneten Jahresabsatz zwei Millionen Fahrzeuge wegbrachen, sagte GM-Manager DiGiovanni in einer Telefonkonferenz am Montag. Bereinigt um den Anstieg der Einwohnerzahl dürfte die Branche den schlechtesten Monat seit Ende des Zweiten Weltkriegs erlebt haben. GM-Verkaufschef Mark LaNeve stimmte zu: „Es war, als hätte jemand das Licht ausgeknipst.“ Er habe in 27 Jahren im Geschäft so etwas noch nie erlebt.

          Auch in Japan ist der Kfz-Absatz im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,1 Prozent gesunken. Damit wurde den dritten Monat in Serie ein Rückgang verzeichnet. Experten rechnen damit, dass der japanische Kfz-Markt in diesem Jahr auf das niedrigste Niveau seit Jahrzehnten zurückgehen wird. (dpa)

          Swiss Re rutscht überraschend in die roten Zahlen

          Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re ist wegen der Finanzkrise im dritten Quartal überraschend in die roten Zahlen gerutscht. Zwischen Juli und Ende September habe der Verlust 304 Millionen Franken nach einem Gewinn von 1,47 Milliarden Franken im Vorjahr betragen, teilte das im Stoxx50 notierte Unternehmen am Dienstag in Zürich mit. Von der Schweizer dpa-AFX-Partneragentur AWP befragte Branchenexperten hatten im Durchschnitt mit einem Gewinn von 343 Millionen Franken gerechnet. Die Swiss Re setzt wegen der Kreise zudem sein aktuelles Aktienrückkaufprogramm aus. (dpa-AFX)

          FMC bekräftigt Prognosen nach Gewinnanstieg im Quartal

          Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) hat im dritten Quartal bei Umsatz und Gewinn weiter zugelegt. Der Überschuss erhöhte sich um 14 Prozent auf 206 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 209 Millionen Dollar etwas mehr erwartet. Der Umsatz kletterte binnen Jahresfrist um zwölf Prozent auf 2,713 Milliarden Dollar. Der durchschnittliche Umsatz je Behandlung in den Vereinigten Staaten, eine der wichtigsten Kennzahlen von FMC, lag bei 333 (Vorjahr: 327) Dollar.

          Für 2008 erwartet der Anbieter von Produkten und Dienstleistungen zur Behandlung chronisch Nierenkranker weiterhin einen Umsatzanstieg von mehr als sieben Prozent auf über 10,4 Milliarden Dollar. Der Überschuss soll um zwölf bis 15 Prozent auf 805
          bis 825 Millionen Dollar zulegen. (Reuters)

          Siemens steigt aus Computer-Sparte aus

          Der Ausstieg des Elektrokonzerns Siemens beim Computerhersteller Fujitsu Siemens ist perfekt. Der Gemeinschaftsunternehmen- Partner Fujitsu übernehme die 50-prozentige Beteiligung von Siemens zu einem Kaufpreis von 450 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Dienstag in München mit. (dpa)

          Beiersdorf erfüllt Umsatzerwartungen

          Der Hamburger Konsumgüterhersteller Beiersdorf hat im dritten Quartal ein gesundes organisches Wachstum verzeichnet und stellt für das Gesamtjahr organisches Wachstum von mehr als acht Prozent in Aussicht. Die Ebit-Rendite soll sich auf vergleichbarer Basis erhöhen. Investitionen für die Marketingoffensive im chinesischen C-Bons-Haarpflegegeschäft dürften allerdings auf der Marge lasten. Wie das im MDax notierte Unternehmen am Dienstag mitteilte, erhöhte sich im dritten Quartal der Umsatz von 1,317 auf 1,456 Milliarden Euro (Prognose: 1,413).

          Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sonderposten sank von 158 auf 156 Millionen Euro (Prognose: 163). Das organische Wachstum, wichtigster Indikator für die Geschäftsentwicklung, lag in den ersten neun Monaten bei 8,5 Prozent, verglichen mit 9,4 Prozent vor einem Jahr. (dpa-AFX)

          Fresenius setzt Wachstumskurs fort

          Der Medizinkonzern Fresenius hat in den ersten neun Monaten von der Entwicklung aller Geschäftsbereiche profitiert und seine Umsatzprognose für 2008 erhöht. 2008 erwarte die Gesellschaft auf Basis der ausgezeichneten Geschäftsentwicklung beim Umsatz währungsbereinigt ein Plus von 9,5 bis 10,5 Prozent nach zuvor 8 bis 10 Prozent, wie Fresenius SE am Dienstag in Bad Homburg mitteilte. Der Jahresüberschuss soll weiterhin währungsbereinigt um 10 bis 15 Prozent zulegen.

          Der starke Euro sorgte in den ersten neun Monaten für Gegenwind: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg zu Ist-Kursen um 2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro und traf damit genau die Erwartungen der von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Analysten. Währungsbereinigt stieg es dagegen um 9 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich zu Ist-Kursen um 4 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. (dpa-AFX)

          Kuka senkt Prognose für Auftragseingang

          Der Roboter- und Anlagenbauer Kuka ist angesichts flauer Verkäufe seiner wichtigen Autokunden vorsichtiger fürs Gesamtjahr geworden. Das Unternehmen will nun einen bereinigten Auftragseingang auf Höhe des Vorjahres erreichen, nachdem bislang ein Plus von 7 Prozent angestrebt war, wie Kuka am Dienstag in Augsburg mitteilte. Die Marge beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll aber weiterhin bei 5,5 Prozent liegen. (dpa-AFX)

          Wacker Chemie bestätigt Umsatz- und Ergebnisprognose 2008

          Die Wacker Chemie AG hat ihre Jahresprognose bekräftigt. Erwartet wird 2008 weiterhin ein Umsatzanstieg gegenüber 2007 um deutlich mehr als 10 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen solle ebenfalls weiter zulegen, teilte der Münchener Chemiekonzern am Dienstag bei Vorlage der Bilanz des dritten Quartals mit.

          Dabei erwarte Wacker im vierten Quartal mit Ausnahme des unverändert starken Geschäftsbereichs Polysilicon „ein saisonal und nachfragebedingt schwächeres Geschäft“. (Dow Jones)

          Pfeiffer Vacuum im dritten Quartal knapp unter Erwartungen

          Der Vakuumpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum hat im dritten Quartal trotz eines Umsatzanstiegs einen leicht geschrumpften operativen Gewinn verbucht. Für das Gesamtjahr bekräftigte Pfeiffer das Ziel einer Ebit-Marge zwischen 25 und 27 Prozent. Das bisherige Umsatzziel von 202 bis 207 Millionen Euro könne aber möglicherweise unterboten werden. Der Umsatz erhöhte sich von 46 auf 46,2 Millionen Euro, wie das im TecDax notierte Unternehmen am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 48,8 Millionen Euro gerechnet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern schrumpfte wegen des schwachen Dollars sowie der hohen Energie- und Rohstoffpreise von 13,1 auf 10,9 Millionen Euro, verglichen mit der Durchschnittsprognose von 12,4 Millionen Euro. Der Überschuss stieg von 7,5 auf 8,8 Millionen Euro und traf damit die Prognose punktgenau. (dpa-AFX)

          Porsche plant angeblich hohe Sonderdividende

          Porsche zahlt laut „Financial Times Deutschland“ voraussichtlich auch für das vergangene Geschäftsjahr 2007/08 (per Ende Juli) eine hohe Sonderdividende. Diese werde vermutlich höher ausfallen als in den vergangenen Jahren, berichtete das Blatt am Dienstag unter Berufung auf Insider. Möglich werde die Zahlung durch die enormen Gewinne aus der kontinuierlich ausgeweiteten Beteiligung an VW. Für 2006/07 hatten die Porsche-Vorzugsaktionäre sieben Euro Dividende und zusätzlich 15 Euro Sonderdividende je Anteilsschein erhalten. Porsche wollte sich der Zeitung zufolge zu den Informationen nicht äußern. (Reuters)

          Clariant erhöht Neunmonats-Gewinn

          Der Spezialchemiekonzern Clariant hat in den ersten neun Monaten 2008 sein Nettoergebnis auf 170 (22) Millionen Franken erhöht. In lokalen Währungen berichtete das Unternehmen am Dienstagmorgen ein Umsatzplus um 5 Prozent, in Franken ermäßigte sich der Erlös allerdings um 2 Prozent auf 6,3 Milliarden Franken.

          Clariant konnte nach eigenen Angaben in den ersten neun Monaten den Anstieg der Rohstoffkosten von 15 Prozent mit Preiserhöhungen von 6 Prozent kompensieren. Das Volumenwachstum sei allerdings gegen Ende des Berichtszeitraums durch die schwächere Nachfrage in einigen Geschäftsfeldern und Regionen beeinträchtigt worden.

          Der Konzern mit Sitz im schweizerischen Muttenz verbuchte in den ersten neun Monaten Restrukturierungs- und Wertminderungskosten von 113 Millionen Franken. Die Senkung der Vertriebs- und Gemeinkosten sowie die angekündigten Schließungen von Produktionsstandorten (Horsforth, Coventry, Selby und Naucalpa) würden wie geplant voranschreiten. (Dow Jones)

          Adecco rechnet mit schwierigen Marktbedingungen für das restliche Jahr

          Der schweizerische Personaldienstleister Adecco hat im dritten Quartal 2008 bei Umsatz und Ergebnis einen Rückgang zum Vorjahr ausgewiesen und rechnet mit schwierigen Marktbedingungen für das restliche Jahr. Das Nettoergebnis erreichte nach Angaben des Unternehmens vom Dienstag 168 Millionen Euro nach 230 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Umsatz ermäßigte sich auf 5,1 (5,44) Milliarden Euro. Dieter Scheiff, Vorstandschef von Adecco, sagte, im September habe sich auf der Umsatzseite der negative Trend in fast allen Ländern bis auf die Wachstumsländer verstärkt.

          Das seit länger bestehende Ziel einer operativen Marge von über 5 Prozent bis im Jahr 2009 werde - zumindest kurzfristig - nicht aufrechterhalten, hieß es weiter von Adecco. Es sei unwahrscheinlich unter den gegebenen wirtschaftlichen Umständen, dieses Ziel zu erreichen. Mittelfristig will das Management aber daran festhalten, wobei im gegenwärtigen Umfeld der Fokus vor allem auf dem Schutz der Marge liege. (Dow Jones)

          Reifenhersteller Bridgestone leidet unter hohen Rohstoffpreisen

          Der japanische Reifenhersteller Bridgestone Corp hat in den ersten neun Monaten 2008 wegen der hohen Rohstoffpreise einen Gewinneinbruch verzeichnet. Mit dem höheren Umsatz habe man die Preisanstiege, unter anderem für Gummi, nicht ausgleichen können, teilte Bridgestone am Dienstagmorgen mit. Das Nettoergebnis fiel um 40 Prozent auf 49,47 Milliarden Yen, das Betriebsergebnis ermäßigte sich um 27 Prozent auf 119,18 Milliarden Yen. Der Umsatz kletterte um 1,3 Prozent auf 2,500 Billionen Yen.

          Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Reifen und nach Spezialreifen habe den Umsatz angetrieben, teilte Bridgestone weiter mit. Die Nachfrage nach Reifen für Privatwagen, Nutzfahrzeuge und Busse sei besonders in Nordamerika rückläufig gewesen. Die
          Prognose für 2008 hat der in Tokio ansässige Konzern bestätigt, der mit der französischen Compagnie Generale des Etablissements Michelin SA um die Position als weltgrößter Reifenhersteller kämpft. Das Nettoergebnis soll bei 66 Milliarden Yen und der Umsatz bei
          3,420 Billionen Yen liegen. (Dow Jones)

          Gericht: Immobilienfonds ist keine sichere Altersvorsorge

          Ein Anlageberater darf einen geschlossenen Immobilienfonds nicht ohne weiteres als sichere Altersvorsorge empfehlen. Das berichtet die Fachzeitschrift „OLG- Report“ unter Berufung auf ein Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Frankfurt. Denn nach Meinung der Richter hängt der Erfolg des Fonds regelmäßig davon ab, dass die Immobilien an zahlungsfähige Mieter vermietet sind. Zumindest über dieses Ausfallrisiko müsse ein Interessent aufgeklärt werden (Az.: 10 U 105/06).

          Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage einer Anlegerin gegen einen Anlageberater statt. Der Berater hatte der Klägerin als sichere Altersvorsorge die Beteiligung an einem geschlossenen Immobilienfonds empfohlen. Als der Fonds in „Schieflage“ geriet, weil die erwarteten Mieteinnahmen nicht flossen, verlangte die Klägerin die Rückabwicklung des Geschäfts.

          Das OLG gab der Klägerin Recht. Es hielt dem Anlageberater vor, die Klägerin nicht richtig beraten zu haben. Er hätte zwingend auf den spekulativen Charakter der Beteiligung hinweisen müssen. Denn ein Immobilienfonds sei keine sichere Möglichkeit zur Verbesserung der Altersvorsorge, heißt es in dem Urteil. (dpa-AFX)

          Mastercard-Quartalszahlen besser als erwartet

          Der weltweit zweitgrößte Kreditkartenanbieter MasterCard hat im abgelaufenen Quartal mehr verdient als erwartet. Konzernchef Robert Selander schraubte am Montag zugleich aber die Umsatzziele für das nächste Jahr angesichts eines düsteren Wirtschaftsausblicks zurück. Er halte es für nicht mehr möglich, das anvisierte Plus von zwölf bis 15 Prozent zu erreichen. Finanzchefin Martina Hund-Mejean sprach in einem Reuters-Interview von der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahren.

          Den Angaben zufolge verdiente MasterCard im vierten Geschäftsquartal ohne Sonderposten insgesamt 322 Millionen Euro oder 2,47 Dollar pro Aktie. Analysten hatten im Durchschnitt mit 2,22 Dollar gerechnet. Der Umsatz in den vergangenen drei Monaten lag bei 1,34 Milliarden Dollar, ein Plus von 24 Prozent. Im nachbörslichen New Yorker Handel notierte die MasterCard-Aktie bei einem Plus von mehr als acht Prozent. Im Jahresverlauf hat das Papier allerdings rund ein Drittel an Wert verloren.

          Im dritten Quartal hatte der Kreditkartenanbieter einen Verlust von 194 Millionen Dollar hinnehmen müssen. Grund dafür war eine Sonderabschreibung von 515,5 Millionen Dollar wegen eines wettbewerbsrechtlichen Streits mit dem Konkurrenten Discover Financial Services. Im vergleichbaren Vorjahresquartal hatte MasterCard einen Gewinn von 314 Millionen Euro verbuchen können. (Reuters)

          WestLB wird Rettungspaket des Bundes nutzen

          Die angeschlagene WestLB wird das Rettungspaket des Bundes für die Banken nutzen. Die WestLB wolle die Garantie für Fremdmittel in Anspruch nehmen, teilte die Düsseldorfer Bank am Montagabend nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Dabei gehe es um die Absicherung der planmäßigen Fremdmittelaufnahmen der Bank für die Jahre 2008 und 2009. Der Aufsichtsrat unterstütze die Absicht des WestLB-Vorstandes, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Das Kontrollgremium habe den Vorstand darüber hinaus beauftragt, die Möglichkeiten zur Stärkung der Kapitalausstattung zu prüfen. Auch die HSH Nordbank und die BayernLB wollen das Rettungspaket nutzen.

          Anders als die übrigen Landesbanken verfügt die WestLB bereits seit Ende März über Garantien ihrer Eigentümer in Milliardenhöhe für ausgelagerte Risiken. Die WestLB steht nach eigenen Angaben operativ stabil da. Dennoch wird eine Stärkung durch die Bundeshilfen mit Blick auf die Zukunft geprüft. Eigentümer der WestLB sind das Land Nordrhein-Westfalen sowie mehrere Sparkassen- und Kommunalverbände. (dpa-AFX)

          Minus im Filmgeschäft sorgt für bei Viacom für Gewinnsturz

          Der amerikanischen Medienkonzern Viacom hat wegen Verlusten seiner Filmsparte und eines schwachen TV-Werbegeschäfts im dritten Quartal einen Gewinneinbruch erlitten. Der Überschuss sank um 37 Prozent auf 401 Millionen Dollar. Der Umsatz wuchs auch dank Computerspielen wie Rock Band um vier Prozent auf 3,41 Milliarden Dollar. Das teilte der Konzern am Montag nach amerikanischen Börsenschluss in New York mit.

          Zu Viacom gehören unter anderem die Filmstudios Paramount und TV-Sender wie MTV und Nickelodeon. Der Konzern wird von amerikanischen Medieninvestor Sumner Redstone kontrolliert, dessen Holding zuletzt wegen der Finanzkrise und eines Schuldenbergs massiv unter Druck kam. Erst vergangene Woche hatte der ebenfalls von Redstones Holding beherrschte TV-Sender CBS nach Abschreibungen einen Milliardenverlust bekanntgegeben.

          Für das Gesamtjahr erwartet Viacom ein Plus beim um Sondereffekte bereinigten Gewinn im mittleren einstelligen Prozentbereich bis hin zu niedrigen zweistelligen Zuwächsen. Im dritten Quartal traf Viacom die Gewinnerwartungen der Analysten in etwa. Der Umsatz war höher als geschätzt. Die Aktie legte in einer ersten Reaktion nachbörslich zu. (dpa-AFX)

          Wirtschaft

          Fed - Kreditvergabe in Vereinigten Staaten weiter verschärft

          Wegen der Finanzkrise und angesichts der Konjunkturschwäche haben die meisten ausländischen und amerikanischen Banken in den vergangenen drei Monaten ihre Zügel bei der Kreditvergabe weiter angezogen. Auch die Bedingungen für eine erstklassige Immobilienhypothek oder ein Kreditkartenkonto seien weiter verschärft worden, hieß es im jüngsten Drei-Monats-Bericht der amerikanischen Notenbank Fed zur Lage auf dem amerikanischen Kreditmarkt. Demnach haben auch 85 Prozent der einheimischen Banken ihre Latte für Kredite an große und mittelständische Firmen höher gelegt, 95 Prozent verlangen einen höheren Preis dafür. Der Bericht stützt sich auf die Antworten von 55 amerikanischen Banken sowie 21 amerikanischen Zweige internationaler Banken und Finanzinstitute. (Reuters)

          Osteuropabank erwartet wegen Finanzkrise weitere Notfälle

          Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) rechnet in der Finanzkrise mit weiteren Notfällen in Osteuropa. Weitere Milliardenschwere Rettungspakete wie für Ungarn könne er „ganz gewiss nicht ausschließen“, sagte Thomas Mirow, Präsident des auch Osteuropabank genannten Instituts, der „Frankfurter Rundschau“ (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. Er hoffe allerdings, dass zuletzt bewilligten 20 Milliarden Euro für Ungarn einen beruhigenden Effekt auf die Nachbarländer habe.

          Der ehemalige Staatssekretär im Bundesfinanzministerium begrüßte, dass der Internationale Währungsfonds unter Druck geratenen Ländern auch ohne strenge Auflagen helfe. Staaten wie die Ukraine sollten jedoch zusätzliche Kriterien erfüllen. (Reuters)

          Fisher (Fed) - Inflationsrisiken in Vereinigten Staaten zerstoben

          Die amerikanische Wirtschaft wird nach Einschätzung des Notenbank-Präsidenten von Dallas, Richard Fischer, im kommenden Jahr nicht wachsen. Nach seinen Worten besteht aber kein Risiko, dass die Konjunktur in einen Kreislauf aus sinkenden Preisen und geringerer Nachfrage gerät. „Ich rechne 2009 mit keinem Wachstum“, sagte Fisher in einem Interview mit Bloomberg-TV. „Die inflationstreibenden Kräfte haben nachgelassen. Genau genommen sind sie verdampft.“

          Fisher gehörte zu den Mitgliedern der amerikanischen Notenbank, die wegen des Inflationsrisikos lange gegen Zinssenkungen waren. Er gab die Bedenken jedoch im September auf und stimmte für die Kürzungen des Leitsatzes auf inzwischen 1,0 Prozent. (Reuters)

          Australiens Notenbank senkt Leitzins um 75 Basispunkte

          Die australische Zentralbank hat am Dienstag ihre Geldpolitik stärker als erwartet gelockert. Angesichts eines zunehmend düsteren Ausblicks für die Weltwirtschaft, der die Binnenwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen wird, senkten die Währungshüter den Leitzins um 75 Basispunkte auf 5,25 Prozent. An den Finanzmärkten war nur eine Zinssenkung um 50 Basispunkte erwartet worden. Der Leitzins notiert nun auf dem niedrigsten Niveau seit März 2005.

          Die Zinsentscheidung fiel vor dem Hintergrund fallender Häuserpreise, einem nachlassenden Konsum und der Sorge vor einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit in Australien. Am 7. Oktober hatte die Reserve Bank of Australia (RBA) den Leitzins bereits um 100 Basispunkte zurückgenommen. (Dow Jones)

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