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Medienschau : Amerikanische Notenbank senkt Konjunkturprognose erneut

  • Aktualisiert am

Kreise - Airbus erhält Rekordauftrag aus Asien, Red Hat wächst deutlich und profitabel, Prada - Emissionspreis am unteren Rand der Spanne, Intesa SanPaolo verkauft Findomestic-Anteil, Bristol und Pfizer - machen Fortschritte mit Schlaganfall-Mittel, LSE und kanadisches Konsortium stocken Gebote für TMX auf, höhere Inflation in Singapur als erwartet, chinesisches Industriewachstum im Juni auf Elf-Monats-Tief

          Unternehmensnachrichten

          Kreise - Airbus erhält bei Pariser Show Rekordauftrag aus Asien

          Die größte Billig-Fluglinie Asiens wird Branchenkreisen zufolge am Donnerstag auf der Pariser Luftfahrtschau dem europäischen Flugzeugbauer Airbus einen Rekordauftrag erteilen. Die malaysische AirAsia steige mit der Bestellung über insgesamt 17 Milliarden Dollar zum größten Kunden der EADS-Tochter auf, hieß es weiter. Es sei zugleich der größte Auftrag, den Airbus bislang für seine überarbeitete Version des A320 erhalten habe. AirAsia bestellt demnach 200 Maschinen des Typs A320neo und sichert sich die Option für 100 weitere Exemplare. Die A320 ist von allen Airbus-Passagierflugzeugen der am meisten gefragte Typ. Nach der Zahl der Maschinen dürfte der Auftrag die größte Bestellung in der Luftfahrt sein. Am Wert gemessen rangiert er bei Airbus auf Platz 3, hinter Großaufträgen der Gesellschaften Emirates und Qatar Airways. Es wird erwartet, dass Qatar Airways gleichfalls am Donnerstag einen Vertrag über die Lieferung von weiteren Superjumbos des Typs A380 abschließt. Das Rennen zwischen Airbus und seinem amerikanische Konkurrenten Boeing konzentriert sich zunehmend auf das wachstumsstarke Asien. Die Erholung der Branche ruft aber auch neue Rivalen auf den Plan aus Russland und China. (Reuters)

          Red Hat wächst deutlich und profitabel

          Die Aktien von Red Hat haben am Mittwoch im nachbörslichen Handel von überzeugenden Geschäftszahlen des Unternehmens profitiert. Im ersten Geschäftsquartal hatte der Softwarehersteller auf bereinigter Basis 0,24 Dollar je Aktie verdient und damit die Konsensschätzung der Analysten von 0,22 Dollar übertroffen. Der Umsatz lag mit 264,7 Millionen Dollar ebenfalls über dem Konsens, der bei 253,7 Millionen Dollar gelegen hatte. (Dow Jones Newswires)

          Prada setzt Aktienpreis für Hongkong an unteren Rand der Spanne

          Das italienische Modehaus Prada geht seinen Börsengang in Hongkong vorsichtig an. Der Konzern setzte den Ausgabepreis für seine Aktien am Donnerstag auf 39,50 Dollar fest und damit am unteren Rand seiner Spanne. Das IPO spüle umgerechnet 1,5 Milliarden Euro in die Kassen des Konzerns und des Anteilseigners Intesa Sanpaolo, erklärte Prada in einer Mitteilung an die Hongkonger Börse. Die Nachfrage nach den Anteilsscheinen war demnach schwach. Die Aktien werden am Freitag erstmals gehandelt. (Reuters)

          LSE und kanadisches Konsortium stocken Gebote für TMX auf

          Das Bietergefecht um die Börse in Toronto (TMX) verschärft sich. Kurz vor einer wichtigen Aktionärsabstimmung in der kommenden Woche haben sowohl die London Stock Exchange Group (LSE) als auch die Bietergruppe Maple ihre Offerten erhöht, um noch unentschlossene TMX-Aktionäre auf ihre Seite zu ziehen. Die LSE versüßte ihr Gebot am Mittwoch mit einer Sonderdividende von insgesamt 660 Millionen kanadischen Dollar. Diese soll an die eigenen und die TMX-Anteilseigner ausgeschüttet werden, wenn die Transaktion zustande kommt. TMX selbst wirbt für die Fusion mit der Londoner Börse. Die Gruppe von Bietern, die die Börse in Toronto (TMX) in kanadischer Hand behalten möchten, reagierte prompt auf die Ankündigung aus London. Sie verbesserte ihre feindliche Offerte um 4,2 Prozent auf 50 kanadische Dollar je Anteil. Dabei wurde der Baranteil um 6,40 kanadische Dollar auf nun 40 kanadische Dollar je Aktie wesentlich erhöht. Der Wert der Maple-Offerte liegt nun bei 3,8 Milliarden kanadische Dollar nach zuvor 3,7 Milliarden kanadische Dollar. Kommenden Donnerstag stimmen die Aktionäre der TMX und der LSE über den geplanten Zusammenschluss ab. Bisher zeigten sich viele Aktionäre unentschlossen und hielten sich aus dem Bieterwettbewerb vorwiegend heraus. (Dow Jones Newswires)

          Intesa SanPaolo verkauft Findomestic-Anteil für 629 Millionen Euro an BNP

          Die italienische Bank Intesa SanPaolo zieht sich vollständig aus der Finanzgruppe Findomestic zurück. Der verbliebene Anteil von 25 Prozent sei für 629 Millionen Euro an den französischen Konkurrenten BNP Paribas verkauft worden, teilte Intesa am Mittwoch mit. Der Überschuss erhöhe sich durch die Transaktion im zweiten Quartal um rund 130 Millionen Euro und das harte Kernkapital verbessere sich leicht. Da der Verkauf nicht kartellrechtlich geprüft werden müsse, soll er bereits am Wochenende abgeschlossen sein. (dpa-AFX)

          Bristol und Pfizer - Machen Fortschritte mit Schlaganfall-Mittel

          Die amerikanischen Konzerne Bristol-Myers Squibb und Pfizer melden einen wichtigen Forschungserfolg auf dem hochlukrativen Markt für Schlaganfall-Medikamente. Der von beiden Pharmariesen entwickelte Wirkstoff Apixaban habe in fortgeschrittenen Studien überzeugt, teilten die Unternehmen am Mittwoch mit. Der Gerinnungshemmer habe sich für die Behandlung bestimmter Herzpatienten effizienter erwiesen als Warfarin. Dieses Medikament hat sich zwar seit langem beim Schutz vor Schlaganfällen bewährt, ist aber unter anderem schwer zu dosieren. Mit der erfolgreichen Studie wächst der Druck auf die deutschen Rivalen Boehringer Ingelheim und Bayer. Das Mittel Pradaxa von Boehringer ist bereits zu kaufen. Xarelto von Bayer und amerikanische Partner Johnson & Johnson zum Schutz vor gefährlichen Blutgerinnseln ist in Europa bereits auf dem Markt. Die Zulassung in den Vereinigten Staaten ist beantragt. (Reuters)

          Hannover Rück besorgt sich Extra-Schutz gegen Hurrikane in Vereinigten Staaten

          Die Hannover Rück sucht nach immensen Naturkatastrophenschäden zu Jahresbeginn Schutz vor zu hohen Hurrikan-Belastungen. Für die diesjährige Wirbelsturm-Saison in den Vereinigten Staaten , die noch bis Ende November läuft, sei ein zusätzlicher Schutz von 100 Millionen Dollar erworben worden, teilte der weltweit drittgrößte Rückversicherer am Donnerstag mit. Rückversicherer, bei denen sich normale Assekuranzen gegen übermäßige Verluste absichern, schützen sich selbst durch sogenannte Retrozessionen. Dabei werden Risiken an andere Anbieter oder Investoren am Kapitalmarkt weitergereicht. Solche Instrumente hätten dem norddeutschen Konzern im ersten Quartal 2011 schon einen signifikanten Teil der Großschäden erspart, sagte Vorstandschef Ulrich Wallin laut einer Präsentation für Investoren. Für das zuletzt verlustreiche Schadengeschäft seien für April bis Dezember - abgesehen von der Hurrikan-Absicherung - noch Retrozessionen von 450 Millionen Euro vorhanden. Vor diesem Hintergrund bekräftigte der Konzern seine zuletzt gesenkte Gewinnprognose. Demnach soll sich der Überschuss 2011 auf rund 500 Millionen Euro belaufen - 150 Millionen weniger als vor dem verheerenden Erdbeben in Japan gedacht. 35 bis 40 Prozent des Geldes sind als Dividende für die Aktionäre vorgesehen. Die Beitragseinnahmen sollen um sieben bis acht Prozent zulegen. Im ersten Quartal hatten die Niedersachsen nur dank hoher Sondererlöse und aufgelöster Reserven einen kleinen Gewinn ausweisen können, während die viel größeren Erzrivalen Münchener Rück und Swiss Re tiefrote Zahlen schrieben. Wallin ergänzte, im Schaden-Bereich könnten Rückversicherer nach dem Japan-Beben höhere Preise durchsetzen. Wachstum erwarte das Unternehmen aber primär in der Personen-Rückversicherung, wozu unter anderem die Sparten Lebens- und Krankenversicherung gehören. Hier strebt die Hannover Rück bis 2020 Beitragseinnahmen von 11,9 (2010: 5,1) Milliarden Euro an. Der Überschuss der Personen-Rückversicherung soll sich im gleichen Zeitraum auf 477 (220) Millionen Euro mehr als verdoppeln. Der Marktanteil wird 2020 auf knapp 18 Prozent taxiert. Derzeit sind es erst gut zwölf Prozent. (Reuters)


          Wirtschaftsnachrichten

          Höhere Inflation in Singapur als erwartet

          Die Inflationsrate Singapurs lag im Mai bei 4,5 Prozent, da Nahrungsmittel- und Transportkosten deutlich stiegen. Der Markt hatte im Konsens mit einem Preisanstieg im Vergleich mit dem Vorjahr von 4,1 Prozent gerechnet. Der Preisauftrieb dürfte die Zentralbank des Landes dazu bewegen, die Währung weiter aufwerten zu lassen, heißt es. (Bloomberg)

          Amerikanische Notenbank senkt Konjunkturprognose erneut

          Rund zwei Jahre nach Ende der großen Rezession erholt sich die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten noch immer nicht mit dem erhofften Tempo. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate musste die amerikanische Notenbank am Mittwoch ihre Konjunkturprognose senken. Die Erholung verlaufe „frustrierend langsam“, sagte der Chef der Federal Reserve (Fed), Ben Bernanke, nach einer Sitzung des Offenmarktausschusses in Washington. Er deutete an, dass die seit Ende 2008 bestehende Nullzinspolitik kein baldiges Ende finden werde. Für 2011 sei nur noch ein Wachstum zwischen 2,7 und 2,9 Prozent zu erwarten. Im April war noch eine Zunahme von 3,1 bis 3,3 Prozent vorausgesagt worden - im Januar hatte die Prognose sogar zwischen 3,4 und 3,9 Prozent gelegen. „Wir haben keine präzise Erkenntnis, warum diese niedrigere Wachstumsrate so beharrlich ist“, sagte Bernanke. Vor allem die schlechten Daten auf dem Jobmarkt zeugten von einer Schwächephase. Die Arbeitslosenquote war zuletzt wieder auf 9,1 Prozent gestiegen. Nach der neuesten Notenbank-Schätzung wird sie sich in diesem Jahr zwischen 8,6 und 8,9 Prozent einpendeln - und damit höher liegen als zuvor angenommen. Trotz der pessimistischeren Aussichten gab Bernanke keine konkreten Hinweise auf zusätzliche Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft, schloss aber neuerliche Aktionen auch nicht aus.

          Die aktuelle Schwächeperiode sei weitestgehend vorübergehend, sagte der Fed-Chef. So hätten höhere Preise für Nahrungsmittel und Energie der Konjunktur geschadet. Auch die Erdbebenkatastrophe in Japan habe sich negativ auf die amerikanische Industrie ausgewirkt. Spätestens im kommenden Jahr werde die Wirtschaft wieder schneller an Fahrt gewinnen. Als hartnäckige Bremser könnten sich jedoch Faktoren wie der schwache Häusermarkt erweisen. Die Fed zeigte sich zunächst unbesorgt über steigende amerikanische Verbraucherpreise und beließ ihren Leitzins wie erwartet bei 0,0 bis 0,25 Prozent. Damit geht sie weiterhin einen anderen Weg als etwa die Europäische Zentralbank, die eine neuerliche Leitzinserhöhung möglich erscheinen lässt. Dass die Inflationsrate im Mai aufs Jahr gerechnet von 3,2 auf 3,6 Prozent gestiegen war, sehen die Notenbanker als temporäres Phänomen. Es sei vor allem auf höhere Rohstoff- und Importpreise zurückzuführen, die wieder sinken würden. Im Laufe des Jahres werde die Rate in einer Spanne von 2,3 bis 2,5 Prozent liegen. Bernanke bekräftigte, das zweite Ankaufprogramm von Staatsanleihen über 600 Milliarden Dollar (415 Milliarden Euro) wie geplant Ende Juni auslaufen zu lassen. Mit dem „Quantitative Easing 2“ sollten langfristige Zinsen gesenkt und die Amerikaner zum Konsum angeregt werden. Sollten es die Umstände erfordern, könnte die Notenbank aber zusätzliche Maßnahmen ergreifen. Dazu gehörten weitere Anleihenkäufe oder geringere Zinsen für Bankeinlangen bei der Notenbank. (dpa-AFX)

          Trichet warnt vor Ausbreitung der Schuldenkrise im Euroraum

          Der Präsident der Europäischen Zentralb nk, Jean-Claude Trichet, hat am Mittwoch vor der Gefahr einer Ausbreitung der Schuldenkrise im europäischen Währungsraum gewarnt. Das Zusammenspiel zwischen dem Bankensystem und der schwierigen Haushaltslage in einigen Euro-Ländern berge „die größte Gefahr für die Finanzstabilität“, sagte Trichet in seiner Rolle als Vorsitzender des Europäischen Rats für Systemrisiken. Aus der Verbindung angeschlagener Staatshaushalte mit dem Bankensystem resultierten „potentielle Ansteckungseffekte für die EU und darüber hinaus“, warnte Trichet. Andrea Enria, Chairman der neu gegründeten European Banking Authority, forderte in diesem Zusammenhang einen Notfallplan zur Unterstützung von Finanzinstituten durch den privaten oder öffentlichen Sektor. Gefragt nach dem Druck zum Rücktritt, der gegenwärtig auf EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi lastet, sagte Trichet, Direktoriumsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) würden für acht Jahr ernannt. Die EZB treffe diese Entscheidungen in vollkommener Unabhängigkeit. Der Italiener Bini Smaghi steht unter politischem Druck, seinen Platz im Direktorium zu räumen, um den Weg für die Ernennung seines Landsmanns, Mario Draghi, zum neuen EZB-Präsidenten frei zu machen. Frankreich und andere Länder hatten ihr Einverständnis für die Ernennung Draghis mit dem Rückzug Bini Smaghis verknüpft. (Dow Jones Newswires)

          Chinesisches Industriewachstum im Juni auf Elf-Monats-Tief

          Das Wachstum der chinesischen Industrie ist einem wichtigen Frühindikator zufolge fast zum Stillstand gekommen. Der Einkaufsmanager-Index PMI fiel im Juni auf 50,1 von 51,6 im Mai. Das Konjunkturbarometer erreichte damit den niedrigsten Stand seit elf Monaten und blieb nur knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Als Auslöser gelten die schwächelnde Nachfrage weltweit sowie die straffere Geldpolitik in der Volksrepublik. Die chinesische Notenbank hatte zuletzt mehrfach die Zügel angezogen, um den Preisdruck zu bekämpfen und eine Überhitzung der Konjunktur zu verhindern. (Reuters)

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