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Medienschau : Amerika verzichtet faktisch auf Leitzins

  • Aktualisiert am

Bild: FAZ.NET-Jan Bazing

Adobe verzeichnet einen Gewinn- und Umsatzanstieg im vierten Quartal, BNP Paribas einen großen Verlust im Investmentbanking. Honda begibt die dritte Gewinnwarnung in fünf Monaten, Nissan fährt die Produktion weiter zurück, Canon verschiebt den Bau eines neuen Kamerawerkes. Die Qimonda-Rettung ist vorerst gescheitert, der Containerumschlag im Hamburger Hafen wird nicht wachsen. Die Norddeutsche Affinerie dämpft trotz eines Rekordergebnisses die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr.Auch die Windkraftindustrie verhandelt über staatliche Hilfe, der niederländische Staat übernimmt von Fortis den Anteil an ABN Amro, der Höhepunkt der Bankenkrise soll erst 2010 erreicht werden, derweil die Neuverschuldung des Bundes explodieren soll und Japan weitere Konjunkturhilfen erwägt. Die Inflation geht dagegen weiter zurück.

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          Unternehmen

          Höhepunkt der Bankenkrise erst 2010

          Ein Ende der Finanzkrise ist für die deutschen Banken einer Studie zufolge vorerst nicht in Sicht. Die Unternehmensberatung Bain & Co komme zu dem Schluss, dass der Höhepunkt der Bankenkrise erst im Jahr 2010 erreicht wird, berichtet das „Handelsblatt“ (Mitwochausgabe).

          Dann wird der Studie zufolge der gesamte deutsche Bankensektor erstmals seit rund 15 Jahren einen operativen Verlust erleiden. „Der aktuelle Abwärtstrend ist unaufhaltbar“, sagt Dirk Vater, Partner und Bankenexperte bei Bain in Deutschland. „Die Verluste sind noch lange nicht vorbei“, pflichtet ihm Professor Dirk Schiereck von der TU Darmstadt bei.

          Die Banken seien gezwungen, außerordentliche Kostensenkungen vorzunehmen, in deren Folge bis zum Jahr 2012 schätzungsweise 150.000 bis 180.000 Arbeitsplätze im Finanzsektor verlorengehen könnten, heißt es in der Bain-Studie.

          Es bleibe aber abzuwarten, in welchem Ausmaß der Rotstift tatsächlich angesetzt wird. Die Studie wertet zahlreiche offizielle Statistiken und qualitative Tiefengespräche mit Topbankern aus. Prognosen für einzelne Institute werden in der Studie nicht
          abgegeben. (Dow Jones)

          Auch Windkraftindustrie verhandelt über staatliche Hilfe

          Auch die Windkrafterzeuger in Deutschland verhandeln mit dem Staat über Hilfen in der Finanzkrise. Die Krise verhindere den Ausbau der Windkraft, warnte der Präsident des Bundesverbands Windenergie, Hermann Albers, in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Mittwochausgabe). „Mittlerweile werden Finanzierungszusagen zurückgenommen, Verhandlungen über neue Finanzierungen geraten ins Stocken“, sagte Albers. Vor allem bei Projekten vor der Küste forderten die Banken hohe Eigenkapitalanteile von 25 bis 50 Prozent und verlangten dramatisch steigende Zinsen. Projekte mit einem Volumen von einer Milliarde Euro ließen sich nur noch schwer finanzieren.

          „Wir sind mit dem Wirtschafts- und Umweltministerium im Gespräch“, sagte Albers. Der Verband fordert von den Banken größere Flexibilität bei der Finanzierung. Diese halten sich in der Finanzkrise jedoch gerade mit riskanten Projekten stark zurück.

          „Mit der KfW wollen wir über Zinszuschüsse reden“, sagte Albers. Wenn sich der Ausbau der Windenergieerzeugung verlangsame, seien auch die Klimaschutzziele der Bundesregierung nicht mehr zu schaffen, merkte der Verbandspräsident an. Diese sehen vor, den Kohlendioxidausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu senken. Dazu will die Regierung des Windstromanteil auf rund 20 Prozent verdreifachen. (Reuters)

          Adobe mit Gewinn- und Umsatzanstieg im vierten Quartal

          Der amerikanische Software-Anbieter Adobe hat seinen Gewinn im vierten Quartal gesteigert. Das Nettoergebnis stieg zum Vorjahreszeitraum um knapp elf Prozent auf 245,9 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss in Amerika mitteilte. Der Umsatz legte um 0,4 Prozent auf 915,3 Millionen Dollar zu und lag damit im oberen Bereich der Konzern-Erwartungen, die Adobe Anfang des Monats zurückgeschraubt hatte. Dabei hatte Adobe auch die Streichung von 600 Stellen angekündigt. Die Adobe-Aktie legte nachbörslich 10,7 Prozent zu. Das Unternehmen stellt unter anderem Computer-Programme wie Photoshop und Acrobat her. (Reuters)

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