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Medienschau : Aareal zahlt Staatshilfe teilweise zurück

  • Aktualisiert am

Russland will bei Infineon einstiegen, Siemens beantragt eine Banklizenz, Kabel Deutschland will im nächsten Jahr Dividende zahlen, Goldman Sachs soll für einen kriminellen Partner büßen. Der Automarkt erholt sich schneller als erwartet.

          8 Min.

          Unternehmen

          Aareal zahlt Staatshilfe als erste Bank teilweise zurück

          Als erste deutsche Bank zahlt der Immobilienfinanzierer Aareal Bank einen Teil des in der Finanzkrise vom Staat gewährten Kapitals zurück. Die Bank überweise 150 Millionen Euro an den Bankenrettungsfonds SoFFin, teilte die Aareal am Montag in Wiesbaden mit. Insgesamt hatte sie 525 Millionen Euro als Stille Einlage vom Staat erhalten. Vorstandschef Wolf Schumacher hatte eine erste Teilrückzahlung bis Anfang 2011 in Aussicht gestellt.

          Durch die Rückzahlung sinkt die Kernkapitalquote der Bank: Ende März hätte sie ohne die 150 Millionen Euro bei 10,5 statt bei 11,2 Prozent gelegen. Wann der Rest zurückgezahlt werden soll, steht noch nicht fest.

          Zugleich nutzt die Aareal Bank die restliche Garantie des Staates von zwei Milliarden Euro für eine Anleihe. Diese soll aber nicht am Kapitalmarkt verkauft, sondern zunächst in den Eigenbestand übernommen werden. Insgesamt hatte die Aareal vier Milliarden Euro an Garantien erhalten, obwohl sie diese nicht unbedingt benötigt hatte. (Reuters)

          Russland treibt Pläne zum Einstieg bei Infineon voran

          Russland treibt einem Zeitungsbericht zufolge seine Pläne für einen Einstieg beim deutschen Halbleiterkonzern Infineon voran. Präsident Dmitri Medwedew und Premierminister Wladimir Putin hätten in Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel insistiert, dass der russische Mischkonzern Sistema bei dem Dax-Konzern mit 29 Prozent einsteigen dürfe, berichtete die „Financial Times Deutschland“ (Montagausgabe) vorab ohne Angaben von Quellen. Das Kanzleramt habe sich daraufhin bereiterklärt, als Vermittler aufzutreten. Merkel habe ihren Wirtschaftsberater Jens Weidmann beauftragt, die Lage bei dem bayerischen Chiphersteller zu sondieren. „Druck werden wir aber nicht aufbauen“, zitierte das Blatt einen
          Regierungsvertreter.

          In deutschen Regierungskreisen wurde diese Darstellung nicht bestätigt. Die Kanzlerin habe sich lediglich positiv zu einer deutsch-russischen Zusammenarbeit in diesem Sektor geäußert, erfuhr Reuters am Sonntagabend. Von der Regierung in Moskau und von Sistema waren keine Stellungnahmen zu erhalten. Ein Infineon-Sprecher sagte: „Wir führen keine Gespräche“. (Reuters)

          Siemens beantragt Banklizenz

          Der Siemens-Konzern will sich angesichts der Finanzkrise unabhängiger von Kreditinstituten machen und gründet eine Bank. „Wir haben vor einiger Zeit eine Banklizenz beantragt“, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ - Montagausgabe). Er hoffe, die Lizenz in nächster Zeit von der Bankenaufsicht Bafin zu erhalten.

          Siemens plane keine Kundenbank, sondern wolle angesichts der Finanzkrise Bankgeschäfte für sich selbst tätigen. „Unsere Liquidität liegt derzeit bei fast 9 Milliarden Euro, dafür brauchen wir insbesondere sichere Anlagemöglichkeiten. Das könnten wir in Zukunft eben dann selbst mitgestalten. Es ist ja auch wirklich kein Hexenwerk“, sagte Kaeser.

          Die Bankenkrise habe deutlich gemacht, dass man auch als Kunde in Mitleidenschaft gezogen werden könne. „Vor drei Jahren kam ich noch nicht einmal auf die Idee, mir Sorgen zu machen, wo wir zum Beispiel unsere Liquidität anlegen, mit wem wir Währungs- oder Zinssicherungsgeschäfte machen. Nach den Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre sehe ich hier realen Handlungsbedarf“, erläuterte Kaeser.

          Für das am Mittwoch endende Geschäftsquartal zeigte sich Kaeser optimistisch: „Das Auftragswachstum kehrt zurück“, sagte er. Bisher waren die Siemens-Aufträge in der Krise zurückgegangen. Das Ergebnis entwickele sich „weiter ordentlich“.

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