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„Der Euro ist unumkehrbar“ : Salvini will nicht mehr gegen den Euro sein

Applaudiert zwar nicht, findet sich aber mit dem Euro ab: Matteo Salvini Bild: AFP

Der Parteichef der rechtspopulistischen Lega, Matteo Salvini, galt immer als Eurofeind. Jetzt scheint er sich damit abzufinden.

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          In Italien hat der Parteichef der rechtspopulistischen Lega, Matteo Salvini, Aufsehen erregt mit der Feststellung, dass er nicht für den Ausstieg Italiens aus dem Euro sei. „Der Euro ist unumkehrbar“, sagte er im Gespräch mit der römischen Zeitung „Il Foglio“. Diese Zeitung hat zwar nur eine Auflage von etwa 10.000, genießt aber Einfluss in der politischen Szene Roms und bei den italienischen Medien.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

          Salvini hatte während des vergangenen Jahres immer wieder gesagt, wenn der Rest Europas Italiens Wünsche nach einem richtig großen Haushaltsdefizit und andere Forderungen nicht akzeptiere, könne man auch aus der Währungsunion austreten. Zwar ist nie klar gewesen, ob diese Äußerungen nur Rhetorik darstellten oder ob die Drohung ernst gemeint war. Dennoch hatten die Drohungen Salvinis den Risikozuschlag für Italiens Staatstitel deutlich erhöht.

          In seinem Zeitungsgespräch hat Salvini sein Bekenntnis zum Euro gleich wieder eingeschränkt: „Das heißt nicht, dass ich meine Meinung über die gemeinsame Währung geändert habe: Sie ist eine Fehlgeburt, für das Interesse weniger und den Vorteil vieler.“ Zur Rhetorik von Salvini und der italienischen Rechten gehört auch die Darstellung, dass der Euro nur zum Vorteil Deutschlands sei, dass Italien von Deutschland in den Euro gezwungen worden sei, obwohl historisch gesehen Italiens frühere Regierungen alles unternahmen, um in die Währungsunion aufgenommen zu werden. Salvini sagt nun: „Dieses Europa, wie es ist, ist nicht akzeptabel. Es muss reformiert werden.“ Zugleich bekennt er sich weiter zu seinem Bündnis mit der deutschen AfD.

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