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Martkbericht : Dax liefert frühzeitige Ostergeschenke

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Bild: FAZ.NET

Mit deutlichen Kursgewinnen verabschieden sich die deutschen Börsianer ins lange Osterwochenende. Vom anhaltenden Schwung und der guten Stimmung profitierten vor allem die Finanzdienstleister und SAP.

          Mit einem kräftigen Plus von 2,66 Prozent auf 2,899,79 Zähler verabschiedete sich der Dax am Gründonnerstag beinahe auf dem Tageshoch in das lange Osterwochenende.

          Nach den starken Zuwächsen der vergangenen Wochen befänden sich die Märkte nun in einer Orientierungsphase, sagte ein Beobachter. Mit dem Ende des Irak-Krieges sollten die Stimmungsindikatoren aber ihren Tiefpunkt erreicht haben. Jetzt sei es jedoch nötig, dass sich nicht nur die stark überverkauften Sektoren wie die Versicherer erholten, sondern der Aufschwung auch auf andere Bereiche übergreife, fügte der Marktbeobachter an.

          Der Markt nimmt Unternehmens- und Konjunkturzahlen optimistisch auf

          Die freundliche Grundstimmung der vergangenen Tage, die nach dem Ende des Irak-Krieges und positiv aufgenommenen Unternehmensergebnissen aufgekommen war, wurde nach Händlerangaben durch die guten Nokia-Zahlen am Donnerstagnachmittag noch einmal verstärkt. “Sie werden als gutes Signal für den gesamten Technologiebereich gesehen“, hieß es. Und die Technologie-Werte seien wiederum Vorläufer für den Gesamtmarkt.

          Hohe Arbeitslosenzahlen und eine allenfalls durchwachsene Industrieproduktion bei geringer Kapaziätsauslastung in Amerika scheinen diesen Eindruck nicht trüben zu können. Dafür werden die höher als erwarteten Einzelhandelsumsätze und ein sich verbessernder Vertrauensindex der Universität von Michigan recht positiv interpretiert.

          Vorbörslich hatte auch SAP Ertragszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres bekannt gegeben, die von Händlern allerdings als “durchwachsen“ bewertet wurden. Zwar liege das Konzernergebnis deutlich über den Prognosen, doch der Umsatz enttäusche. Das deute auf ein weiter verhaltenes Geschäft hin, so ein Beobachter. Doch habe SAP den Ausblick bekräftigt, und das sei positiv zu sehen. Der Kurs zeigte sich sehr volatil: Im einem freundlichen Marktumfeld erholte sich der Kurs von seinen frühen Verlusten und legte zu, fiel dann aber wieder zurück. Erst nach der Analystenkonferenz am Nachmittag stiegen SAP dann erneut deutlich und rückten um 5,4 Prozent auf 94,10 Euro vor.

          “Die Telefonkonferenz war zwar recht ereignislos“, sagte ein Beobachter. Das sei aber kein schlechtes Zeichen. Positiv sei gewesen, dass das Unternehmen wieder von einer normalen Saisonalität ausgehe, was ein besseres zweites Quartal bedeute. Zudem hatte Vorstandssprecher Henning Kagermann gesagt, er sei zuversichtlich, die eigenen Ergebnisprognosen zu erreichen, auch wenn sich der Umsatz im weiteren Jahresverlauf schlechter entwickle als vorausgesetzt.

          Banken und Finanzdienstleister legen zu

          Deutlich im Plus lagen auch die Bankenwerte. Commerzbank verbesserten sich um acht Prozent auf 8,55 Euro und HypoVereinsbank um 5,2 Prozent auf 9,73 Euro. Auch diese beiden Werte seien dem Bereich der extrem überverkauften Aktien zuzuordnen, erklärte ein Beobachter die Aufschläge. Die Aktien von MLP setzten ihren Anstieg ebenfalls fort, die Papiere waren mit einem Plus von 8,1 Prozent auf 8,42 Euro Tagesgewinner. Charttechnisch orientierte Händler erwarten bei MLP kurzfristig das Erreichen der Neun-Euro-Marke. Die Papiere profitierten weiter von Berichten, nach denen MLP für das Jahr 2002 keine Dividende zahlen wird, sagte ein Händler. Zudem werde darauf gehofft, dass die Geschäftszahlen in der kommenden Woche besser als bislang erwartet ausfallen werden.

          Dagegen reagierten die im MDax notierten ProSiebenSat1-Papiere mit starken Kursverlusten auf Meldungen, nach denen im ersten Quartal rote Zahlen geschrieben worden sind: Der Wert fiel zeitweise auf ein 52-Wochen-Tief. Bei einem Fall unter die untere Begrenzung des Abwärtstrendkanals bei 4,40 Euro rücke das Allzeit-Tief bei 4,10 Euro in den Blick, hieß es. Der Kurs sank schließlich um sieben Prozent auf 4,77 Euro. Merck gaben zu Handelsschluss um 3,2 Prozent nach auf genau 23 Euro. Das Darmstädter Pharmaunternehmen hatte bei der Entwicklung des Antidepressivums Vilazodone einen Rückschlag erlitten: Die Zusammenarbeit mit GlaxoSmithKline werde eingestellt, hieß es.

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